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Walrettung an der Ostsee Wenn Tiere Menschen retten – drei erstaunliche Fälle

Nicht der Mensch hat die Empathie erfunden. Das belegen drei tierische Rettungsaktionen, die für Schlagzeilen sorgten.

Seit Tagen spielen sich an der deutschen Ostseeküste dramatische Szenen ab. Verzweifelt versuchen Menschen, einen Buckelwal zu retten, der an der Lübecker Bucht gestrandet ist. Bislang ohne Erfolg.

Nun soll die Rettung mit schwerem Gerät gelingen. Mit Baggern wird eine 50 Meter lange Rinne gegraben, damit sich der Meeressäuger von der Sandbank befreien kann.

Bagger auf Boot neben Wal im Wasser.
Legende: «Es ist das erste Mal, dass wir versuchen, einen Wal zu befreien», sagt einer der Baggerfahrer gegenüber der «Bild»-Zeitung. Normalerweise bergen sie menschliche Hinterlassenschaften wie Munition aus dem Meer. Keystone/EPA/SELIM SUDHEIMER

Die Rettungsaktion ist so tragisch wie rührend. Sie zeugt von einer Beziehung zwischen Mensch und Tier, die in der Welt der Massentierhaltung, des Artensterbens und der Konkurrenz um Lebensräume arg gelitten hat.

Umso bemerkenswerter: Immer wieder gab es auch Fälle, in denen Wildtiere Menschen zu Hilfe gekommen sind. Hier sind drei erstaunliche Beispiele von tierischem Mut und Mitgefühl.

1. Solidarität unter Säugetieren: «Flipper» wird Realität

Es ist der Horror eines jeden Schwimmers und Surfers: Die Haifischflosse, die plötzlich aus dem Meer ragt. Im Kopf spielt sich der flirrende Streichertakt aus dem «Weissen Hai» ab, vor dem geistigen Auge zieht das eigene Leben vorbei.

Grosser weisser Hai unter Wasser mit Fischschwarm.
Legende: Ein Anblick, bei dem die (meisten) Menschen alle Hoffnung aufgeben. Delfine wissen dagegen, was zu tun ist. Getty Images/Ullstein/Reinhard Dirscher

So geschehen 2004 vor der Küste Neuseelands, als eine Gruppe Schwimmer plötzlich von Delfinen umkreist wurde. Der Rettungsschwimmer Rob Howes, der mit seiner 15-jährigen Tochter und zwei Freunden ins Meer gesprungen war, realisierte schnell: Die Delfine bildeten einen schützenden Kreis um sie. Denn unter ihnen lauerte ein Weisser Hai.

Die sozialen Meeressäuger begleiteten die Schwimmer für 40 Minuten, bevor der Hai abdrehte und sie ans rettende Ufer zurückkehren konnten. Der Fall machte weltweit Schlagzeilen.

Zwei Delfine schwimmen unter Wasser.
Legende: Delfine haben auch eine dunkle Seite, wie der Meeresbiologe Mario Ludwig im Deutschlandfunk erklärt: «Man hat mehrfach beobachtet, dass Delfine junge Haie einkreisen und dann mit ihnen ähnlich wie eine Katze mit Mäusen spielen, bevor sie sie töten.» Getty Images/Anadolu/Tahsin Ceylan

2. Unglück weckt Mutterinstinkt von Gorilladame

1996 verwandelte sich ein Zoobesuch in den USA in einen Albtraum. Im Brookfield Zoo in Chicago glitt ein dreijähriger Bub durch die Arme seiner Mutter und fiel fünf Meter tief ins Gorillagehege. Von den ehrfurchtgebietenden Menschenaffen hatte er jedoch nichts zu befürchten.

Im Gegenteil: Die achtjährige Gorilladame «Binti Jua» zögerte keine Sekunde und kam dem Kleinkind zu Hilfe. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie sie den Jungen vorsichtig aufhebt und um ihren Oberkörper legt. Dann trägt sie das verletzte Kind zu einem Durchgang, wo menschliche Retter warten.

Gorilla entspannt sich auf einem Ast.
Legende: Während der Rettungsaktion trug «Binti Jua» auch ihr eigenes, 17 Monate altes Baby mit sich. Das Kleinkind brach sich bei dem Fall ins Gehege die Hand, ansonsten erlitt es keine schweren Verletzungen. Getty Images/Scott Olson

3. Baby-Elefant rettet Mädchen vor Tsunami-Katastrophe

Der Tsunami in Südostasien im Jahr 2004 gehört zu den grössten Tragödien der jüngeren Geschichte. Von Indonesien über Sri Lanka bis nach Indien und Thailand starben mehr als 230'000 Menschen. In Thailand zeigte sich, warum Elefanten in vielen Kulturen für ihre Feinfühligkeit, Intelligenz und Intuition bewundert werden.

Überfluteter Strand mit Palmen und nahendem Meer.
Legende: Die Flutwelle türmte sich auch am Strand von Phuket meterhoch auf und riss alles mit sich. Abertausende Einheimische und Touristen starben. Keystone/AP/TV2

Am Strand von Phuket ahnte ein Baby-Elefant, was geschehen würde. Mit der achtjährigen Amber Owen auf ihrem Rücken blieb «Ning Nong» stehen, ignorierte das Ziehen und Zerren ihres Trainers und blickte aufs Meer hinaus; dann drehte sich der Dickhäuter ab und rannte über hundert Meter ins Innere der Insel.

Kind sitzt auf einem Elefanten am Strand.
Legende: Amber und der vierjährige Elefant hatten sich in einem Resort in Phuket angefreundet. «Ning Nong» sollte ihr das Leben retten. ITV/Amber Owen

Der Baby-Elefant blieb erst beim Hotel des Mädchens stehen, vor einer grossen Steinmauer, von der sich Amber in Sicherheit bringen konnte. Auch ihre Mutter und Stiefvater überlebten die Katastrophe.

«Er hat mein Leben gerettet»: Amber Owen im britischen TV

SRF 4 News, 23.3.2026, 13 Uhr ; 

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