Vertreibt Swiss Life Manor von der Zürcher Bahnhofstrasse?

Nach 30 Jahren könnte Schluss sein. Immobilien-Besitzerin Swiss Life verlangt von Manor für den Standort an der Zürcher Bahnhofstrasse rund drei Mal so viel Miete. An einem solchen Aufschlag führe laut dem Versicherer kein Weg vorbei. Inzwischen streiten sich die Parteien vor Gericht.

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Patrick Frost zum Mietvertrag mit Manor

1:26 min, aus ECO vom 17.3.2014

«Wenn wir uns nicht auf einen vernünftigen Vertrag einigen, dann müssen sie raus», sagt Patrick Frost, Anlage-Chef von Swiss Life, über seinen prominenten Mieter an der Bahnhofstrasse: das Warenhaus Manor.

Seit 30 Jahren nutzt Manor das Gebäude an dieser Lage. Im Vertrag, der Ende Januar ausgelaufen ist, will Swiss Life die Miete von 7 auf 19 Millionen Franken erhöhen.

«Ja, das ist ein deutlicher Aufschlag», bestätigt Patrick Frost im «ECO»-Studio, «und es muss sein.» Der Mietvertrag sei Jahrzehnte alt und werde nun an die Marktkonditionen angepasst. Man sei Manor sogar etwas entgegengekommen und leicht unter Marktkonditionen geblieben.

Manor-Schriftzug mit roter Ampel Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Ende einer Ära? Seit 30 Jahren betreibt Manor ein Warenhaus an der Bahnhofstrasse 75 in Zürich. SRF

Alternativ-Angebot ausgeschlagen

«Wir haben ihnen auch ein Angebot gemacht in der Nähe der Bahnhofstrasse, des jetzigen Standorts», so Patrick Frost. Dieses habe Manor aber ausgeschlagen. Derzeit befasst sich das Mietgericht mit dem Fall.

«Der Mietvertrag, der uns mit Swiss Life verbindet, verpflichtet uns ausdrücklich zum Betrieb eines Warenhauses», sagt Manor-CEO Bertrand Jungo. Daher sei es «nur logisch, dass auch der Mietzins dem Betrieb eines Warenhauses entsprechen muss» – zumindest für die nächsten fünf Jahre, für welche Manor eine Option im Mietvertrag habe. «Wir sind mindestens noch fünf Jahre dort», ist Bertrand Jungo überzeugt. «Wir sind aber auch guter Hoffnung, dass wir schlussendlich eine längerfristige Lösung mit der Swiss Life finden werden.»

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Swiss-Life-Chef und Mieter

Patrick Frost wird im Juli 2014 vom Anlage-Chef zum CEO von Swiss Life. Bis heute wohnt er zur Miete – und will daran auch künftig nichts ändern. «Ich wohne sehr gerne in der Nähe eines Bahnhofs», so Frost, «und dort gibt es selten etwas zu kaufen.»

Dass die Mietpreise steigen, wenn Immobilien in die Hand von Swiss Life kommen, verneint Patrick Frost. Swiss Life sei daran interessiert, vor allem langjährige Mieter zu behalten. «Es ist gerade nicht unsere Politik, wenn wir neu etwas kaufen, dass wir dann die Mietpreise erhöhen», so Frost.

Swiss Life ist der grösste private Liegenschafts-Besitzer in der Schweiz. Der Immobilien-Bestand des Versicherers ist in den vergangenen Jahren stark angewachsen – auf zuletzt knapp 20 Mrd. Franken. Pro Jahr legt Swiss Life rund 1 Mrd. Franken in Immobilien an.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Swiss Life: Auch ein Immobilienriese

    Aus ECO vom 17.3.2014

    Was tun mit den Vorsorgegeldern, die den Versicherungen zufliessen? Die Antwort von Swiss Life: Immobilien kaufen. Rund 20 Milliarden Franken hat der Lebensversicherer in Geschäfts- und Wohnhäuser investiert. Swiss Life ist damit der grösste private Immobilienbesitzer der Schweiz. Und der Häuser-Kauf geht weiter: Mindestens eine Milliarde Franken stehen jährlich bereit. Das freut nicht alle, denn Swiss Life treibt mit ihrer Strategie womöglich Häuserpreise und Mieten in die Höhe, so der Vorwurf. Patrick Frost, Anlage-Chef der Swiss Life, nimmt dazu live im «ECO»-Studio Stellung.