Wegen der anhaltenden Trockenheit und der hohen Waldbrandgefahr haben praktisch alle Kantone Feuerwerksverbote oder strenge Einschränkungen für den 1. August erlassen.
In vielen Kantonen und Gemeinden sind auch offene Feuer und Holzkohlegrills verboten. Doch der Nationalfeiertag muss deshalb nicht ins Wasser fallen. Im Gegenteil: Vielleicht ist 2026 die Chance für neue Traditionen.
1. Sternenhimmel statt Knallhimmel
Warum nicht den echten Nachthimmel bestaunen? Mit einer Picknickdecke, einer Sternen-App und etwas Geduld wird das Naturerlebnis zum Spektakel. Die Perseiden stehen bereits vor der Tür und sorgen schon in den ersten Augustnächten für Sternschnuppen.
2. Lampion-Umzug mit LED-Lichtern
Der klassische Lampion erlebt ein modernes Comeback.
Statt Kerzen sorgen LED-Lichter für die passende Stimmung. Das ist sicher, familienfreundlich und sorgt für schöne Bilder.
3. «1.-August-Tavolata» statt Grillparty
Jeder Gast bringt eine Schweizer Spezialität mit: Zopf, Käse, Trockenfleisch, Wähe, Birchermüesli, Gemüsedips oder regionale Getränke. Das ergibt eine riesige Picknick-Tafel ohne Grill, Rauch oder Feuer. Auch auf den beliebten Cervelat muss nicht verzichtet werden.
Cervelats schälen – «Beinli» einschneiden – Backofen mit Umluft und Grillfunktion auf 250 Grad vorheizen. Die vorbereiteten Cervelats auf einer Steinplatte oder einem Gratinblech für ca. 15 Minuten in den Ofen schieben. Der visuelle Eindruck bestimmt die Zeit.
Diese Idee passt perfekt zum Gedanken von Gemeinschaft und Vielfalt in der Schweiz.
4. Musik statt Böller
Bei einer gemeinsamen Playlist mit Schweizer Klassikern, Mundarthits, volkstümlichen Fegern oder Blasmusik kommt Feststimmung auf.
Wer mag, organisiert ein kleines Quartierkonzert oder ein offenes Singen mit ausgedruckten Liedtexten zum Mitsingen. Warum nicht den Schweizer Psalm – hier gibt es die Begleitung inklusive Text.
5. Der Nationalfeiertag als Nachtwanderung
Viele Gemeinden liegen in unmittelbarer Nähe von Hügeln, Rebbergen oder Aussichtspunkten.
Eine gemeinsame Abendwanderung mit Taschenlampen oder Stirnlampen schafft besondere Momente und bietet ein nachhaltigeres Erlebnis als jedes Feuerwerk.
6. Zeitkapsel Schweiz
Jede Familie schreibt auf, was sie sich für die Schweiz in zehn Jahren wünscht. Die Wünsche werden in einer Box gesammelt und erst am 1. August 2036 wieder geöffnet.
Eine kreative Möglichkeit, den ursprünglichen Gedanken des Nationalfeiertages aufzugreifen – mit Blick auf die gemeinsame Zukunft.
7. Das grosse Dessertbuffet in Rot und Weiss
Erdbeeren, Himbeeren, Meringues, Rahm und rote Fruchtsäfte. Wer den Nationalfeiertag kulinarisch feiert, schafft Erinnerungen, die länger halten als jede Rakete.
8. Die ruhigste Minute der Schweiz
Um 22 Uhr legen alle für 60 Sekunden ihre Handys weg, stellen die Musik ab und die Gespräche ein. Statt Knallen gibt es einen Moment der Stille für Natur, Gemeinschaft und das Land. Ein starkes Symbol in einem Sommer, der von Trockenheit und Waldbrandgefahr geprägt ist.
Der Verzicht auf Feuerwerk ist für viele ungewohnt. Doch angesichts der grossen Waldbrandgefahr steht die Sicherheit an erster Stelle. Gleichzeitig bietet dieser 1. August die Gelegenheit, neue Traditionen zu entdecken: leiser, kreativer und oft sogar gemeinschaftlicher als das klassische Raketenzünden.