Zum Inhalt springen

Header

Audio
Keine Steuermillionen für Fleisch- und Milchwerbung?
Aus Forum vom 25.02.2021.
abspielen. Laufzeit 54:48 Minuten.
Inhalt

Diskussion im «Forum» Werbung für Billigfleisch – zugunsten des Klimas verbieten?

Aktuell geben Bund und Kantone Millionen aus für den Klimaschutz und die Förderung von klimafreundlicher Energie. Doch der gleiche Bund buttert pro Jahr auch Millionen in die Werbung für klimaschädliche tierische Produkte wie Fleisch. Sinnvoll oder nicht?

Direkt zur Online-Diskussion

«Keine Steuergelder mehr für Fleisch- und Milchwerbung»

Gemäss Berechnungen der Umweltorganisation Greenpeace ist die hiesige Landwirtschaft für 14 Prozent des gesamten Schweizer Treibhausgas-Ausstosses verantwortlich, ganz besonders die Nutztierhaltung. Dennoch fliessen jedes Jahr rund 40 Millionen Franken Steuergelder ins Marketing der Fleisch-, Eier- und Milchindustrie. Der Absatz von pflanzlichen Nahrungsmitteln wird lediglich mit acht Millionen gefördert.

Das stösst Geenpeace sauer auf: «Statt darauf hinzuarbeiten, dass in der Schweiz weniger Fleisch, Eier und Milchprodukte konsumiert werden, wird die Lust darauf weiter geschürt.» Die Umweltorganisation hat deshalb im Februar eine Petition lanciert, mit der Forderung, dass der Bund keine Werbung für tierische Produkte mehr finanziert. Bereits 22'000 Unterschriften sind zusammengekommen.

Fleischstück
Legende: Werbung für Billigfleisch verbieten? Die Branchenorganisation Proviande lehnt ein solches Werbeverbot klar ab. COLOURBOX

Werbeverbot für Billigfleisch?

In eine ähnliche Richtung geht ein Vorstoss von SP-Nationalrätin Martina Munz. Dieser will Fleischwerbung nur für Produkte aus Tierwohlprogrammen erlauben – also Werbung für Billigfleisch verbieten. In Deutschland hat die Bundeslandwirtschaftsministerin letzten Sommer angekündigt, Fleischwerbung über den Preis zu verbieten.

«Werbung kann man nicht verbieten»

Während der Schweizer Bauernverband die Problematik eher bei den Tiefpreisaktionen als bei der Werbung sieht, lehnt die Branchenorganisation Proviande ein solches Werbeverbot klar ab. «Die Werbung ist Teil der Marketingstrategie und Sache der Firmen», so Regula Kennel von Proviande.

Schliesslich könne man ja auch klimaschädliche Autos bewerben, meint Kennel: «Wieso also Werbung für ein Produkt verbieten und für alle anderen nicht?»

Fleischstück
Legende: Befördert Werbung für Fleisch den Klimawandel? Die Umweltorganisation Greenpeace hat im Februar eine Petition lanciert, mit der Forderung, dass der Bund keine Werbung für tierische Produkte mehr finanziert. Colourbox

«Wir fördern einheimisches Fleisch»

Zu den Steuermillionen, die der Bund in die Werbung für Fleisch investiert, sagt Proviande: Man werbe seit einigen Jahren mit dem Slogan «Schweizer Fleisch - der feine Unterschied». Mit der vom Bund mitfinanzierten Werbung wolle man nicht etwa die Lust auf Fleisch fördern, sondern bewirken, dass die Konsumenten einheimisches Fleisch kaufen anstatt importierter Produkte.

Gäste in der Sendung «Forum» auf Radio SRF 1

Box aufklappenBox zuklappen
  • Kilian Baumann, Rinderbauer und Nationalrat Grüne
  • Regula Kennel, Proviande

Radio SRF 1, Sendung «Forum», 25.2.2021, 20 Uhr

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

36 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Bewusster Missbrauch von Volks-Steuergeldern für Grundnahrungsmittel-Werbung der industrialisierten Schweizer LW = "Quantität" (fragwürdig, da aus nicht tier-art-gerechter Haltung, Fütterung (tonnenweise Import-Futtermittel - Tiermast-Fabriken), vor echter "Qualität" = nachhaltig öko-logische LW, artgerechte Haltung und Fütterung! Bewusster Steuergelder-Missbrauch seit Jahren für die "industrialisierte LW" und damit auch für die bewusste "Vergiftung durch CHEMIE en masse" von: Erde, Trinkwasser
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Valentin Lendi  (valentin)
    Genuss endet an dem Punkt, wo es Leiden(schaft)....
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Markus Glauser  (tala4)
    Die Subventionierung der Tierindustrie ist mir seit eh und je ein Dorn im Auge. Wer Fleisch konsumieren will, soll den vollen Preis bezahlen. Künstliche Verbilligung mit Steuergeldern und auch subventionierte Fleischwerbung gehen gar nicht, wenn man es mit dem Klimaschutz ernst meint.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten