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Gendersprache – Gleichberechtigung oder Symbolpolitik?
Aus Forum vom 08.04.2021.
abspielen. Laufzeit 53:39 Minuten.
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Diskutieren Sie mit Gendersprache – Gleichberechtigung oder Symbolpolitik?

Ob Doppelpunkt, generisches Maskulin, Paarform, Wechsel in der Aufzählung oder Genderstern: Wenn es um geschlechtergerechte Sprache geht, gehen die Wogen hoch. Die Debatte wird emotional geführt.

Den Einen geht es um die sprachliche Sichtbarmachung aller Geschlechter, Andere fühlen sich im Lesefluss gestört und sprechen von sprachlicher Bevormundung.

Für die Leiterin der Fachstelle für Gleichstellung von Mann und Frau des Kantons Zürich, Helena Trachsel, ist klar: «Es geht nicht um Gendersprache, sondern um eine sprachliche Inklusion aller Menschen.» Alle Menschen sichtbar machen in der Sprache sei das Ziel.

Ganz anders fällt die Antwort von Susanne Brunner auf dieselbe Frage aus. «Gendersprache kann keinen Beitrag zur Gleichberechtigung leisten. Dies können nur Verfassung und Gesetze.»

Susanne Brunner ist Zürcher SVP-Gemeinderätin. Vor zwei Jahren wurde ein Vorstoss von ihr zurückgewiesen, weil er nicht gendergerecht formuliert war. Susanne Brunner beschritt den juristischen Weg. Das Bezirksgericht gab ihr Recht.

Gendersprache in Umfragen

In der Schweiz hält eine Mehrheit von 78 Prozent, wenig von gendergerechter Sprache. Auch Frauen. Das zeigt eine Umfrage bei 12'000 Personen, durchgeführt von 20 Minuten und der Politikwissenschaft anlässlich des Frauenstreiks 2019.

Im «Tagesanzeiger» kam kürzlich bei einer (nicht repräsentativen) Befragung der Genderstern mehr als schlecht weg. Die grösste Zustimmung fand das generische Maskulin.

Diskussionsendung «Forum»

Kann geschlechtsneutraler Sprache die Gesellschaft verändern? Oder muss die Gleichberechtigung über andere Wege erfolgen? Wir diskutierten diese Fragen am Donnerstag 8. April 2021 in der Dikussionssendung «Forum» auf Radio SRF 1.

Gäste in der Sendung «Forum» waren

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  • Helena Trachsel, Leiterin Fachstelle für Gleichstellung von Mann und Frau des Kantons Zürich
  • Susanne Brunner, SVP-Gemeinderätin Stadt Zürich, Inhaberin und Geschäftsführerin eines Beratungs- und Kommunikationsbüros

Sendung «Forum», Radio SRF 1, Donnerstag 8. April 2021 um 20 Uhr;

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88 Kommentare

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  • Kommentar von Nik Sidler  (rivertec)
    Hat unsere Gesellschaft Probleme! Wichtig ist doch, dass durch Sprache eine möglichst schlanke, problemlose Kommunikation ermöglicht wird. Die deutsche Sprache hat ohnehin schon ein Regelwerk, das für viele ein Problem darstellt. Wenn es tatsächlich einen Handlungsbedarf gäbe, dann würde sich wohl eher eine Vereinfachung der Grammatik aufdrängen. Doch wenn schon eine allgemeine Kleinschreibung scheitert...
    Lasst uns diese unsinnige Diskussion einfach möglichst bald vergessen!
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  • Kommentar von David Meier  (DavMa)
    Die Frage ist was Sprache mit uns macht, ich bin mit vielen Kommentaren hier einig, das sich Sprache nicht so einfach ändern lässt, doch finde ich es gut das es ein Bewusstsein dafür gibt wie Sprache in uns auch eine Wertung hervorruft. Habe mal das Buch die Töchter Egalias gelesen, männliche Wörter werden konsequent gemieden oder verweiblicht, empfand es sehr aufschlussreich Da eine andere Wertung des Geschriebenen impliziert wird. der Versuch Sprache anders zu Werten fand ich eindrücklich.
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  • Kommentar von Dominik Schärer  (dschärer)
    Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie man als Frau aktiv gegen gendergerechte Sprache sein kann. Sind das nur SVP-lerinnen oder gibt es vermehrt solche Stimmen aus anderen Lagern? Jeder Schritt weg vom Patriarchat sollte doch gerade von Frauen begrüsst werden. Frau Brunner scheint sich nicht bewusst zu sein, wie sehr solche Systeme in unserer Sprache festgefahren sind und wieviel bewirkt werden kann, wenn man da ansetzt. Liebe Grüsse von einem Mann.
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    1. Antwort von Willi Meier  (wm)
      Es ist eine Frage von Intelligenz und Bildung, ob man zwischen sprachlichem "Gender" und biologischem "Sex" unterscheiden kann. Glücklicherweise ist eine ziemlich grosse Mehrheit dazu immer noch in der Lage.
    2. Antwort von Lukas Luthiger  (Luas)
      Guten Tag Herr Schärer
      Zum einen könnte es sein, dass es viele Frauen gibt, die ein ausreichendes Selbstbewusstsein haben, um sich nicht durch ein generisches Maskulinum abgewertet zu fühlen. Zum anderen könnte es sein, dass es viele Fraue gibt, die erkennen, dass diese Thematik reine Symbolpolitik ist. Die gravierenderen Benachteiligungen - von Frau wie auch Mann - werden nicht behoben. Wenigstens kann so ein wenig "gekämpft" und auf die Schulter geklopft werden. Was ändert sich? Gar nichts.
    3. Antwort von Shane O'Neill  (Diddleydoo)
      Punkt is, dass es keineswegs "gendergerecht" ist. Viewiele "pronouns" muss dannd ie Sprache haben, Über 300 habe ich letztens gehört. Und es werden immer mehr.

      Mehr Gender reinzubringen ist schlussendlich kontraproduktiv.

      Gender dafür ganz weglassen ist viel besser. Einfach Polizist. Oder Lehrer. Punkt.

      Deshalb sind einige Leute dagegen.
    4. Antwort von Dominik Schärer  (dschärer)
      Herr Luthiger
      (Ich gehe jetzt mal davor aus dass Sie ein Mann sind. Lukas wäre schon ein ziemlich spezieller Frauenname...)
      Sicherlich sind Sie Spezialist, wenn es darum geht, wie sich eine Frau denn fühlt oder fühlen soll. Und sicherlich wissen Sie auch bestens Bescheid, was ein "ausreichendes Selbstbewusstsein" bedeutet. Bitte, erzählen Sie doch noch mehr!
    5. Antwort von Lukas Luthiger  (Luas)
      Guten Tag Herr Schärer
      Nein, ich bin kein "Spezialist, wenn es darum geht, wie sich eine Frau denn fühlt oder fühlen soll". Darum habe ich geschrieben "...es könnte sein...". Ich weiss aber, dass gut 90% der Frauen in meinem Umfeld, sich durch das generische Maskulinum nicht benachteiligt fühlen und wenig von Gendering halten. Diese Frauen sind alle selbstbewusst und zufrieden, deshalb meine Annahme. Sind Sie denn ein Spezialist, dass Sie meinen Frauen müssten das Begrüssen? Erzählen Sie.