Beni Thurnheer reist während der Fussball-WM von Stadion zu Stadion: Der Ex-Sportreporter erzählt von Erinnerungen an frühere Turniere über aktuelle Erlebnisse in den USA und Kanada bis hin zu persönlichen Erfahrungen und Eindrücken.
Aufgeschmissen ohne Adapter
Wie es sich gehört, macht sich Beni vor der Reise in die USA reisefertig. Schliesslich muss an alles gedacht werden: Pass, Kreditkarte, Flugticket, Notfallmedikamente und Zahnbürste – vor allem aber darf der Adapter für die amerikanischen Steckdosen nicht fehlen!
Geht es mir auch grausam auf den Wecker, ich bin verloren ohne Stecker.
Dieser ist heute wichtiger denn je. Schliesslich befindet sich auf dem Handy nicht nur die obligatorische Einreisebewilligung, auch die Eintrittstickets für die Fussballspiele werden ausschliesslich digital übermittelt. «Geht es mir auch grausam auf den Wecker, ich bin verloren ohne Stecker!»
Umso ärgerlicher, dass der Adapter anfangs an die falsche Adresse geliefert wird. Doch ein Ersatz kommt rechtzeitig. Denn auch für die Übertragung seiner Gedanken ins heimische SRF-Studio in Zürich ist das Handy unverzichtbar. Nicht auszudenken, wenn es am Ende noch heissen würde: «Ohne Strom kein Mikrofon.»
Selbstgesteuert in LA
Den selbstfahrenden Autos, denen Beni in Los Angeles begegnet, faszinieren ihn. Fahrzeuge ohne Menschen am Steuer gehören hier längst zum Alltag.
Ein echter Wow-Effekt: Die Autos halten selbstständig vor dem Zebrastreifen an und warten geduldig, bis alle Fussgänger die Strasse überquert haben. Viele dieser vollautomatischen Fahrzeuge sind Taxis, die scheinbar leer durch die Strassen fahren.
Back to the Future ist hier Realität
Als ihn wenig später auf dem Trottoir noch ein selbstfahrendes Lieferfahrzeug überholt, fühlt sich Beni tatsächlich in den Film «Back to the Future» aus den 1980er-Jahren versetzt. Nur: Diesmal ist es Realität.
Die weltweit schönsten Stadion
Stadien sollten in erster Linie eine grosse Kapazität haben, sicher sein, gut erreichbar und technisch auf dem neuesten Stand. Das Aztekenstadion in Mexiko fasziniert Beni Thurnheer aber auch optisch. Mit Stolz erinnert er sich daran, wie er dort 1986 das WM-Finale kommentieren durfte.
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Bild 1 von 16. Mexiko-City-Stadion. Das 1966 eröffnete Azteken-Stadion wurde für die WM 2026 renoviert und fasst neu 83'000 Fans. Im Rund, das während des Turniers offiziell in Mexiko-City-Stadion umbenannt wurde, werden drei Gruppenspiele, ein Sechzehntelfinal und ein Achtelfinal ausgetragen. Es ist das erste Stadion überhaupt, das zum dritten Mal Austragungsort an einer WM ist. Bildquelle: Reuters/Luis Cortes.
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Bild 2 von 16. Guadalajara-Stadion. Mit seiner eigenartigen Fassade ist das Stadion unweigerlich ein Blickfang. Vier Gruppenspiele werden in Guadalajara ausgetragen. Das Stadion bietet 48'000 Fans Platz. Bildquelle: Reuters/Action Images.
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Bild 3 von 16. Monterrey-Stadion. 53'000 Plätze hat das Stadion in Guadelupe, einem Vorort der Millionenstadt Monterrey, zu bieten. Neben drei Gruppenspielen findet am Fuss des «Cerro de la Silla» – dem «Sattelberg» – auch ein Sechzehntelfinal statt. Bildquelle: Reuters/Daniel Becerril.
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Bild 4 von 16. Toronto-Stadion. Das Stadion in der bevölkerungsreichsten Stadt Kanadas wurde für die WM umgebaut und hat temporär ein Fassungsvermögen von 45'000 Plätzen. In Toronto werden fünf Gruppenspiele und ein Sechzehntelfinal stattfinden. Bildquelle: Imago/Sports Press Photo.
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Bild 5 von 16. BC Place, Vancouver. Am Ufer der «False Creek»-Bucht wird das architektonische Meisterwerk an der WM Schauplatz von fünf Gruppenspielen, einem Sechzehntel- und einem Achtelfinal sein. Auch die Schweiz wird hier spielen: Am 24. Juni bestreitet sie in Vancouver vor 54'000 Fans gegen Kanada ihr letztes Gruppenspiel. Bildquelle: Keystone/Salvatore di Nolfi.
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Bild 6 von 16. Atlanta-Stadion. Das NFL-Team Atlanta Falcons sowie die MLS-Equipe Atlanta United nennen das erst 2017 eröffnete Stadion ihr Zuhause. Es wird an der WM 75'000 Zuschauenden Platz bieten. Neben fünf Gruppenspielen werden im US-Bundesstaat Georgia auch ein Sechzehntel-, ein Achtel- und ein Halbfinal absolviert. Bildquelle: Reuters/Megan Varner.
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Bild 7 von 16. Boston-Stadion. Knapp 40 Kilometer südwestlich der Grossstadt Boston werden in Foxborough fünf Gruppenspiele, ein Sechzehntel- und ein Viertelfinal stattfinden. Das Boston-Stadion, wo üblicherweise der NFL-Rekordchampion New England Patriots spielt, fasst 65'000 Fans. Bildquelle: Reuters/Edward Finan.
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Bild 8 von 16. Dallas-Stadion. Mit 94'000 Plätzen ist das gut 30 km westlich von Dallas gelegene Stadion das grösste an der WM. Dementsprechend werden in der Heimstätte der Dallas Cowboys auch die meisten Partien bestritten: fünf Gruppenspiele, zwei Sechzehntelfinals, ein Achtelfinal und ein Halbfinal. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Matt Patterson.
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Bild 9 von 16. Houston-Stadion. In der grössten Stadt im US-Bundesstaat Texas finden fünf Gruppenspiele, ein Sechzehntelfinal und ein Achtelfinal statt. Das Stadion in Houston hat ein Fassungsvermögen von 72'000 Plätzen und verfügt über ein schliessbares Dach. Bildquelle: Reuters/Thomas Shea.
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Bild 10 von 16. Kansas-City-Stadion. Das Kansas-City-Stadion wurde von «Guinness World Records» als lauteste Freiluftsportstätte der Welt zertifiziert. Die Heimat des NFL-Teams Kansas City Chiefs erreichte einen Rekord-Dezibelwert von 142,2, als die Chiefs 2014 gegen die New England Patriots antraten. An der WM werden hier 73'000 Fans Platz finden. Bildquelle: Imago Images/ZUMA Press Wire.
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Bild 11 von 16. Los-Angeles-Stadion. Das erst 2020 eröffnete Stadion kommt in einem futuristischen Look daher. Fünf Gruppenspiele, darunter Schweiz – Bosnien-Herzegowina am 18. Juni, werden neben zwei Sechzehntelfinals und einem Viertelfinal unweit von L.A. stattfinden. Das Stadion fasst 70'000 Fans. Bildquelle: Imago Images/Dylan Stewart.
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Bild 12 von 16. Miami-Stadion. Im Miami-Stadion findet eine Vielzahl von Veranstaltungen statt, auch Super Bowls wurden schon ausgetragen. Rund um die Arena rasen seit 2022 die Formel-1-Boliden beim GP von Miami. Und nun wird das Stadion mit 65'000 Plätzen WM-Austragungsort. Neben vier Gruppenspielen, einem Sechzehntel- und einem Viertelfinal wird hier der kleine Final steigen. Bildquelle: Imago Images/Icon Sportswire.
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Bild 13 von 16. New-York-New-Jersey-Stadion. Etwas mehr als 10 km westlich von New York City findet am 19. Juli der WM-Final statt. 82'500 Fans kann das Stadion beherbergen. Bildquelle: Imago Images/Anadolu Agency.
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Bild 14 von 16. Philadelphia-Stadion. Für die WM wurde in Philadelphia ein neuer, für Fussballspiele geeigneter Rasen angepflanzt. Normalerweise tragen hier die Philadelphia Eagles ihre NFL-Spiele aus. An der WM finden in Philadelphia fünf Gruppenspiele sowie ein Achtelfinal statt – vor jeweils bis zu 69'000 Fans. Bildquelle: Imago/Light Studio Agency.
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Bild 15 von 16. San-Francisco-Bay-Area-Stadion. Im Februar noch Schauplatz des Super Bowls, werden rund 67 km südlich von San Francisco im Sommer sechs WM-Spiele stattfinden. Auch die Schweiz wird hier auflaufen: Gegen Katar wird sie vor bis zu 71'000 Zuschauenden ihre erste Partie der WM 2026 absolvieren. Bildquelle: Imago Images/Kolbert-Press.
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Bild 16 von 16. Seattle-Stadion. In der Heimstätte des Super-Bowl-Siegers Seattle Seahawks finden 69'000 Fans Platz. Vier Gruppenspiele, ein Sechzehntelfinal und ein Achtelfinal werden im US-Bundesstaat Washington ausgetragen. Bildquelle: Reuters/Kirby Lee.
Bei diesem architektonischen Meisterwerk wurden sogar Sonneneinstrahlung und der nächtliche Sternenhimmel in die Planung einbezogen.
Benis einzige Befürchtung: Das Stadion könnte seit seinem letzten Besuch in die Jahre gekommen sein. Doch diese Sorge erweist sich als unbegründet. Im Hinblick auf die WM 2026 wurde die traditionsreiche Arena umfassend modernisiert.
Alte Herren im Fussball-Shirt
Schweiz gegen Bosnien-Herzegowina: Was für ein Spiel, was für ein Sieg! Beim 4:1-Erfolg der Schweizer Nati am 18. Juni jubelt auch Beni Thurnheer mit – nicht als Kommentator, sondern als Fussballfan.
Früher fand er es noch etwas peinlich, wenn ältere Herren im «Nati-Liibli» auf der Tribüne mitfieberten. Nun gehört er selbst dazu. Wenn die Schweiz im Ausland spielt, sei ein solches Fanshirt fast Pflicht, erklärt er augenzwinkernd. Sonst falle man unangenehm auf.
Vom Stadion in Inglewood, Kalifornien, ist Beni begeistert. «Überwältigend, grossartig», schwärmt er. Die Arena wirkt mit ihren rund zehn Stockwerken geradezu gigantisch. Besonders beeindruckt ihn die überdimensionale Videowand, die unter dem Stadiondach schwebt.
Auf dem Weg zu seinem Platz trifft er auf altbekannte Kollegen, Nachbarn und Bekannte – einige von ihnen wollten ursprünglich zu Hause bleiben, weil ihnen die Tickets zu teuer erschienen. Spätestens beim 4:1-Sieg der Schweizer Nati sind die Ausgaben aber vergessen.