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Kultsendung feiert Geburtstag Erinnerungen aus 50 Jahre «Persönlich»

Die Kultsendung «Persönlich» ist eine der ältesten und erfolgreichsten Radiosendungen der Schweiz. Seit 50 Jahren bringt die sie Menschen und ihre Geschichten ins Radio. Ein Blick zurück auf ein halbes Jahrhundert «Persönlich» – von bewegenden Lebensbeichten bis zu legendären Pannen.

Über 3800 Gäste sind in den vergangenen 50 Jahren den Einladungen ihrer «Persönlich»-Gastgeberinnen und Gastgebern gefolgt. Einige sind im letzten halben Jahrhundert gestorben – aber ihre Geschichten leben weiter, als Teil der «Persönlich»-Geschichte: einer Sendung, der man 1976 beim Start noch den schnellen Tod prophezeit hat. 50 Jahre später haben über 40 Moderatorinnen und Moderatoren durch die Sendung geführt.

Die «Persönlich»-Gastgeber von 1976 bis heute

Pleiten, Pech und Pannen

Es gab lustige, skurrile und verzweifelte Momente in den letzten 50 Jahren. Etwa, als die Schauspielerin und Musikerin Dodo Hug 1979 mitten in der Live-Sendung bei Gastgeber Peter Bühler austreten musste.

Besonders gefordert war Michael Köchlin in der Sendung am 19. März 2000. Er hat den Buchautor Guido Bachmann und den Raubtiertrainer René Strickler eingeladen. Die Paarung erwies sich als schwierig und wurde für den Moderator zu einem Spiessrutenlauf. Guido Bachmann war beleidigt, dass ein Tierdompteur und nicht der Schauspieler Peter Ustinov mit in der Runde sass.

Bachmann wusste, dass Peter Ustinov Wochen zuvor abgesagt hatte. Er kam trotzdem und liess seinem Frust freien Lauf. Die Verzweiflung des Moderators war unüberhörbar und im ganzen Land litten die Hörerinnen und Hörer mit.

Sir Peter Ustinov kam drei Jahre später ins «Persönlich». Sein Humor zog sich durch die ganze Stunde. Auch als er erzählte, wie er erfahren hat, dass ihn die Queen zum Ritter schlagen will.

Berührende Geschichten gab es viele – als Beispiel steht jene von Rosmarie Buri. Eine Hausfrau aus Burgdorf, die sich wegen mangelnder Bildung und Übergewicht stets geschämt hat und mit einem eigenen Buch über ihr schwieriges Leben an die Öffentlichkeit trat.

Aus dem Nähkästchen geplaudert

Auch viele Politiker und Politikerinnen folgten der Einladung ins «Persönlich». Von Alt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf war zu erfahren, dass sie als Linkshänderin umgepolt wurde, der ehemalige Nationalrat Ulrich Giezedanner triezte Ratskollegen und Alt-Bundesrat Ogi liess sich ein Geheimnis entlocken, das er nicht Preis geben wollte. Uno-Generalsekretär Kofi Anan weilte in Kandersteg und Ogi verriet, wo er mit ihm nach der Sendung wandern geht.

2013 gastierte die Sendung in der Bundeshauptstadt und sendete live aus dem Nationalratssaal.

2013: «Persönlich» aus dem Bundeshaus

Mister Persönlich

Die Gäste-Hitparade führt der heute 92-jährige Kabarettist Emil Steinberger an. Er war insgesamt neun Mal Gast im «Persönlich». 1984 sass er unter anderem in der Runde bei Heidi Abel zum Thema «Die kleinen Freuden im Alltag». Die waren damals wetterbedingt und durch die aktuellen Problemen der Schweiz getrübt.

Kein Sonntagmorgen ohne Persönlich

Auf Publikumsseite führt Annelis Rickli aus Biel die Hitparade an. Seit bald 50 Jahren ist sie an forderster Front mit dabei. «Wie es der Zufall will, habe ich auch noch am gleichen Tag Geburtstag wie Emil Steinberger», sagt sie ttolz.

Die Gastgeber führen zwar Vorgespräche, aber was in der Sendung passiert, unterliegt den Gesetzen einer Live-Sendung. Das Publikum scheint das zu schätzen, und zwar nicht mit dem Auge am Schlüsselloch, sondern mit den Ohren am Puls interessanter Menschen und ihren Lebensgeschichten.

Die schönsten Bilder aus dem «Persönlich»-Archiv

«Persönlich» – wer hat's erfunden?

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Porträt Guido Baumann.
Legende: Guido Baumann, Schöpfer vom «Persönlich» war von 1969 bis 1973 Leiter der Abteilung Unterhaltung bei Radio DRS. SRF

Die erste Radio-Talkshow der Schweiz hat Guido Baumann ins Leben gerufen. Der ehemalige Ratefuchs aus der legendären deutschen TV-Sendung «Was bin ich» war Mitte der 1970er-Jahre auch Chef der Abteilung Unterhaltung von Radio DRS.  

Die erste Talksendung «Je später der Abend» im deutschen Fernsehen diente ihm als Inspiration.

Guido Baumann hat auch die ersten drei Moderatoren eingestellt: Charles Clerc, Peter Bühler und Walter Kälin. Rund 40 weitere haben danach den Sendeplatz am Sonntagmorgen um 10 Uhr bespielt.

Radio SRF 1, 18.1.2026, 10:00 Uhr

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