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Neue Forschungserkenntnisse So geht Abkühlen ohne Klimaanlage – 5 Tipps

Die gefühlte Temperatur in Innenräumen lässt sich um 1 bis 3 Grad senken, auch ohne Klimaanlage. Die Hochschule Luzern hat hierzu in einem Pflegeheim mit hochbetagten Menschen eine experimentelle Studie durchgeführt.

Designforscherin und Innenarchitektin Ute Ziegler hat die Studie mitgeleitet, und gibt fünf praktische Tipps, wie man Hitzestress im Alltag reduzieren kann.

1. Die Macht der Düfte: Menthol, Minze, Zitrone und Rosmarin

Gerüche spielen eine überraschend grosse Rolle für unser thermisches Wohlbefinden. Im Rahmen der Studie wurden verschiedene Düfte wie Menthol, Minze, Zitrone und Rosmarin über professionelle Diffuser in die Räume gebracht.

Die Studie zeigt, dass diese Düfte einen erheblichen Einfluss auf den sogenannten thermischen Komfort haben.

Menthol aktiviert etwa Kälterezeptoren auf der Haut, was ein pseudokühlendes Gefühl erzeugt: Es wird ein Gefühl der Kühlung wahrgenommen, ohne dass sich die Temperatur tatsächlich verändert. Forscherin Ute Ziegler selbst nutzt Rosmarin und will Zitrone mit Menthol mischen, um eine noch stärkere Kühlwirkung zu erzielen.

2. Glatte Bettwäsche: Baumwoll-Satin für angenehme Nächte

Die Wahl der Bettwäsche kann einen grossen Unterschied machen. Eine sehr glatte Baumwoll-Satin-Bettwäsche, idealerweise in grünlich-bläulichen Tönen, hat sich als besonders effektiv erwiesen.

Der glatte Stoff kann Wärme besser ableiten als dicker Flanell. Das glatte Material in Kombination mit den Düften war in der Studie ein «Renner» und trug massgeblich zum besseren Wohlbefinden der Probanden bei, erklärt Ute Ziegler.

3. Kühlende Sounds

Auch Klänge und Sounds haben einen Einfluss auf die Thermoregulation. Das geschieht nicht physikalisch, sondern über psychologische und neuronale Prozesse. Unser Gehirn kombiniert ständig Informationen aus verschiedenen Sinneskanälen. Geräusche können dabei Erwartungen und Emotionen auslösen, die wiederum unser Temperaturempfinden verändern.

So können Geräusche wie Wasser oder Naturklänge zu einer erhöhten Hitzetoleranz beitragen.

4. Farbliche Akzente: Blau und türkis

Es gibt viele Studien aus der Grundlagenforschung, die den Einfluss von Farben auf die menschliche Psyche und das Wohlbefinden belegen. Durch die gezielte Anwendung dieser Erkenntnisse in der Innenraumgestaltung lässt sich ein kühleres Ambiente schaffen.

Die Kühlbibliothek der Hochschule Luzern

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Da jeder Mensch Hitze anders empfindet, ist eine individuelle Anpassung der Massnahmen wichtig. Die Hochschule Luzern hat eine «Kühlbibliothek» oder «Cooldown Toolbox» entwickelt, die zehn unterschiedliche Methoden zur Kühlung vorstellt.

Diese Webseite richtet sich primär an ältere Menschen und Pflegeheime, bietet aber auch allgemeine Tipps für Zuhause. Dort kann jeder individuell herausfinden, welche Massnahmen am besten wirken: Sei es durch die richtige Pflanzenwahl, die Beachtung bestimmter Blautöne oder andere Strategien.

Die Thermoregulation kann beispielsweise durch eine entsprechende Wandfarbe oder Licht beeinflusst werden. Bei bläulichem, kaltweissem Licht schätzten die Probandinnen und Probanden die Raumtemperatur signifikant niedriger ein als bei warmweissem Licht.

5. Smarte Lüftung: Nachtauskühlung und Querlüftung

Eine effektive Lüftungsstrategie ist entscheidend, um die Hitze draussen zu halten. Ute Ziegler empfiehlt, die Nachtauskühlung zu nutzen, solange die Aussentemperaturen dies zulassen. Querlüftung, also das Öffnen von gegenüberliegenden Fenstern, sorgt für einen schnellen Luftaustausch. Morgens, am besten um sieben Uhr, sollten dann alle Fenster geschlossen und Jalousien heruntergelassen werden, um die Hitze des Tages gar nicht erst in die Räume zu lassen.

Ute Ziegler betont, dass es wichtig sei, zu experimentieren, um herauszufinden, was persönlich am besten passt.

Radio SRF 1, 22.6.2026, 9:20 Uhr

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