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Hitzetage und Tropennächte Was Hitze mit dem Körper macht und wie Sie sich schützen

Es stehen Hitzetage bevor – mit 30 Grad oder mehr. In einigen Regionen sind auch Tropennächte zu erwarten. Das Thermometer fällt dann in der Nacht nicht unter 20 Grad. Hitzetage und Tropennächte werden mit dem Klimawandel häufiger, und die Hitzeereignisse werden intensiver. Felicitas Erzinger und Katrin Zöfel aus der Wissenschaftsredaktion erklären, was das für den Körper bedeutet und wie man sich am besten schützt. 

Katrin Zöfel

Wissenschaftsjournalistin

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Katrin Zöfel ist Wissenschaftsredaktorin bei SRF. Sie ist Biologin und versucht zu verstehen, wie die Wissenschaft helfen kann, Antworten auf gesellschaftlich wichtige Fragen zu finden.

Felicitas Erzinger

Wissenschaftsredaktorin

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Felicitas Erzinger arbeitet seit 2022 für die SRF-Wissenschaftsredaktion. Sie hat Umweltwissenschaften studiert und einen Doktortitel in Biologie.

Was passiert bei Hitze im Körper?

Die Arbeitstemperatur des Körpers liegt bei 36,5 Grad. Wird der Körper wärmer, startet das Gehirn ein Kühlprogramm. Die Gefässe in der Haut weiten sich, bis zu hundertmal so viel Blut wie sonst fliesst durch die Hautgefässe. Parallel arbeiten die rund drei Millionen Schweissdrüsen und pressen Flüssigkeit an die Hautoberfläche. Der Schweiss, der verdunstet, kühlt die Haut und das Blut, das darunter zirkuliert. Fliesst das gekühlte Blut zu den Organen, kühlen auch diese ab. Damit das alles klappt, muss das Herz schneller und stärker schlagen als gewöhnlich. Gefährlich wird es, wenn das Kühlprogramm nicht mehr richtig funktioniert. Durch den Wärmestau kann die Temperatur im Körper dann rasch auf mehr als 40 Grad ansteigen. Ohne Abkühlung droht ein Hitzschlag. 

Wer ist besonders gefährdet?

Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Personen mit Vorerkrankungen. Kinder merken nicht zuverlässig, wann sie Durst haben, und ihre kleinen Körper sind schneller dehydriert. Für Ältere gilt: Im Alter gibt es im Körper weniger Schweissdrüsen und die Haut ist weniger stark durchblutet. Der Kühleffekt, den der Körper selbst erreichen kann, ist geringer. Wenn sich die Gefässe bei Hitze im Körper weiten, sinkt zudem der Blutdruck. Das kann gefährlich werden. Ein älteres oder vorerkranktes Herz kann die fürs Kühlen nötige Leistung weniger gut erbringen. Auch haben Ältere oft weniger Durstgefühl. Sie trinken zu wenig. Schwangere sind gefährdet, weil sich unter der Hitze die Durchblutung der Gebärmutter verändern kann, was den Verlauf der Schwangerschaft beeinflussen kann. 

Kann Hitze tödlich sein?

Ja. Es gibt in Hitzezeiten Jahr für Jahr messbar mehr Tote als sonst. Ganz direkt kann ein Hitzschlag zum Tod führen. Die häufigsten hitzebedingten Todesursachen sind Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Gleichzeitig sind die Todesfälle nicht die Hauptsache. Viele Leiden belasten Menschen bei Hitze stärker: Schlaganfälle oder Migräne treten mehr auf, die Symptome bei Multipler Sklerose, Epilepsie und Demenz verschlimmern sich. 

Kann Hitze auch geistige und psychische Folgen haben?

Ja. Hitze kann man als einen von mehreren Stressfaktoren sehen. Menschen, die ohnehin belastet sind, können durch Hitze in krisenhafte Lagen geraten. Für alle anderen gilt: Wir können uns schlechter konzentrieren, schlafen schlechter, werden reizbarer oder aggressiv. Hitze stört wohl den Serotoninstoffwechsel, der Emotionen wie Angst und Wut reguliert. Hitze kann zudem kleine Entzündungsherde im Gehirn auslösen – zumindest wurde dies in Mäusehirnen entdeckt, die Hitzestress ausgesetzt waren.

Wie kann ich mich und andere am besten schützen?

Auf die Signale des Körpers achten, den Kopf bedecken, kühle Orte aufsuchen, luftige Kleidung tragen, viel trinken, den Körper nicht zu sehr beanspruchen. Menschen, die nicht selbst kühlere Orte aufsuchen können, benötigen Hilfe, Vorerkrankte mehr Aufmerksamkeit als sonst.

Menschen sitzen unter Sonnenschirmen im Freien.
Legende: An Hitzetagen schattige, kühle Orte aufsuchen, sich schonen – und viel trinken IMAGO / Wolfgang Maria Weber

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 11.06.2026, 12:03 Uhr ; 

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