Verteckt im Appenzeller Hinterland liegt das Dorf Schönengrund, das an winterlichen Morgen oft noch in Nebel gehüllt ist. Eine gemütliche und wenig überlaufene Region für eine aussichtsreiche Winterwanderung. Ausser am 13. Januar, dann ziehen die Silvesterkläuse durch die Gegend. Der winterliche Wandertipp zum Jahresbeginn von SRF-Outdoor-Reporter Marcel Hähni.
Das Appenzeller Hinterland lockt durch seine typisch hügelige voralpine Landschaft. Eine glitzernde Schneedecke und das Knirschen unter den Schuhen begleiten mich auf dem Weg zum Dorf hinaus und hinauf zum Oberen Wittenberg. Ab hier lichtet sich der Nebel, und plötzlich öffnet sich die Sicht auf das verschneite Appenzellerland und die Hügelzüge des Toggenburgs mit dem Blick zum Säntis, dem Höhepunkt im Ring der Ostschweizer Gipfel.
Nach knapp zwei Stunden geht der Weg den Hügel hinab und überquert die Hauptstrasse, die von Schönengrund nach Waldstatt führt. Auf der Karte ist diese Abzweigung mit dem Flurnamen «Säntisblick» etwas oberhalb der Strasse gekennzeichnet. Von hier geht es zum Winkfeld mit dem gleichnamigen Restaurant.
Gestärkt geht es weiter, mal hinauf und dann wieder hinunter über verschneite Wiesen und kleine Streusiedlungen mit den bekannten Appenzeller Bauernhäusern. Bei vielen davon werde ich von einem «Bläss», einem Appenzeller Sennenhund, begrüsst.
Jedes Mal beäugen mich die Hunde erst etwas skeptisch, sie bellen und wedeln dann beim Näherkommen freundlich mit dem Schwanz.
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Bild 1 von 6. Das Appenzeller Hinterland ist immer wieder schön und eindrücklich. Es lockt eine typisch hügelige voralpine Landschaft. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 2 von 6. Mit leichter Ausrüstung hinein in das Wintervergnügen. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 3 von 6. Im Hinterland werden die verschiedenen Bräuche mit Stolz gelebt und gefeiert. Am 13. Januar, dem Alten Silvester, ziehen in den Dörfern und Höfen der Umgebung die Silvesterkläuse umher. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 4 von 6. Die «Schönen» tragen kunstvoll gestaltete Kopfbedeckungen mit Szenen aus dem bäuerlichen Leben. Die «Wüeschte» und «Schö-Wüeschte» bestechen durch kunstvolle, wild geschmückten Hüte, Hauben und Masken. Sie sind zum Teil mit Tannenzweigen bekleidet. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 5 von 6. Vom Oberen Wittenberg aus, ab etwa der Hälfte der Wanderung, öffnet sich die Sicht auf das verschneite Appenzellerland mit Blick zum Säntis. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 6 von 6. Durch das Appenzeller Hinterland führen verschiedene Wanderwege. Eine gute Alternative zu der oftmals überlaufenen Alpsteinregion. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
Auf kleinen Strässchen und Wanderpfaden geht es nun über den Ettenberg hinunter Richtung Beldschwendi: durch eine stille, kaum berührte Gegend – ideal, um die typische Appenzeller Winteridylle zu geniessen. Von Beldschwendi ist der Ausgangs- und Zielort Schönengrund praktisch in Wurf nahe.
Auch wenn Schönengrund auf nur rund 900 Meter über dem Meer liegt, bezeichnen die anwesenden Langläufer die Gegend als relativ schneesicher. Zum Abschluss der Wanderung, bevor es mit dem Postauto mit Umsteigen in Herisau nach St. Gallen oder Brunnadern-Neckertal geht, lohnt sich ein Abstecher ins Hinterdorf. Hier findet man mit dem «Schäfle» ein urig gemütliches Gasthaus, in dem die Zeit stehengeblieben scheint.
Wer die Wanderung am 13. Januar, dem sogenannten Alten Silvester, unternimmt, darf sich auf ein besonderes Erlebnis freuen: In den Dörfern und Höfen der Umgebung ziehen an diesem Tag die Silvesterkläuse umher.