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Radio SRF 1 Anschläge, Terror und Amok: Lassen wir uns einschüchtern?

Nizza, München, Würzburg und jetzt das Rheintal: Hinter uns liegt ein Sommer der Angst. Die Vorstellung, dass man überall und jederzeit Opfer einer solchen Attacke werden könnte, macht vielen Menschen Angst. Verändert der Sommer 2016 unser Verhalten? Im «Forum» diskutierten Experten und Hörer.

Legende: Audio «Forum»: Die ganze Sendung zum Nachhören abspielen. Laufzeit 55:36 Minuten.
55:36 min, aus Forum vom 18.08.2016.

Nach den Attacken von Nizza, München oder Würzburg löst auch die Tat vom letzten Samstagnachmittag im St.Galler Rheintal Bestürzung aus. Ein 27-jähriger Schweizer hat in einem Regionalzug Passagiere attackiert.

Die Angst vor Attacken

Statistisch gesehen ist das Risiko, bei einem Autounfall verletzt zu werden, um ein Vielfaches grösser. Dennoch fürchten wir uns vor Anschlägen dieser Art. Wahrscheinlichkeiten und Logik rücken in den Hintergrund, wenn das Bauchgefühl zu regieren beginnt.

Der Mensch tendiert dazu, Risiken emotional statt rational zu bewerten. Dramatische Ereignisse prägen sich beim Menschen stark ein und werden daher in der Risikobewertung überschätzt.

«Forum» auf Radio SRF 1

In der Sendung «Forum» diskutierten drei Experten mit Hörerinnen und Hörern über folgende Fragen:

  • Lassen wir uns einschüchtern?
  • Verändert der Sommer 2016 unser Verhalten?
  • Wie gehen wir mit dieser diffusen Angst um?
  • Was können wir tun, damit die Angst uns nicht daran hindert, frei zu leben?

Gäste in der Sendung

Porträt von Jérôme Endrass.
Legende: Jérôme Endrass Stv. Leiter des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes, Amt für Justizvollzug Kanton Zürich zvg
Fantasien zur Berichterstattung in den Massenmedien können gerade für junge Tatgeneigte äusserst attraktiv sein. Eine sachliche und anonyme Berichterstattung im Nachgang von Attentaten kann diese Attraktivität massiv reduzieren.
Porträtbild von Matthias Holenstein.
Legende: Matthias Holenstein Risikoforscher und Geschäftsführer der Stiftung «Risiko-Dialog» zvg
Wir haben uns zu einer Gesellschaft entwickelt, die verlernt hat, mit Risiken zu leben.
Porträt eines Mannes, der redet und gestikuliert.
Legende: Vinzenz Wyss Professor für Journalistik, ZHAW zvg
Journalisten stecken im Dilemma, informieren zu müssen, ohne sich zum Werkzeug der Täter zu machen. Da können klare, gegen aussen kommunizierte Leitlinien helfen.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Andres Frey (Res F)
    Denke ,es wäre falsch die persönliche Freiheit zu Gunsten der Sicherheit einzuschrenken. Denn so würden wir der engstirnigen, kleingeistigen Ideologien der religiös - konservativen Vordenker (Islam, ultraortodoxe Juden) nachgeben.
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  • Kommentar von Samira Amgarten (S Amgarten)
    In meiner Kindheit (Jg 1970) gab es in den Nachrichten täglich Meldungen von terroristischen Anschlägen. Im Unterschied zu damals wurden einem die News nicht auf zig Kanälen rund um die Uhr um die Ohren geschlagen und von klickgeilen Onlineportalen aufgebauscht. Wer oder wo hat oder hatte in den letzten Monaten in der Schweiz hat ein Problem mit Terror? Die Ängste sind vor allem mediengeschürt. Auch hier ist eine gute Portion gesunder Menschenverstand hilfreich. Peace, wir leben im Paradies.
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  • Kommentar von Felix Roshardt (gmundner)
    Unsere ganze Lebensart - die letzten 20-30 Jahren - hat uns zu diesen desolaten Zuständen auf der Welt geführt. Die Globalisierung hat wohl das ihre beigetragen. Angst? Ist wohl der schlechteste Ratgeber. Doch auch die Medien haben Verantwortung und die ist oft sehr lasch und ich bin überzeugt: bekämen die Täter nicht so viel mediale Aufmerksamkeit....die würden in der Versenkung verschwinden. Alles wird immer so aufgebauscht und selbsternannte "Experten" geben ihren Senf überall dazu.
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