Beat Stauffer: Unser Mann in Nordafrika

Beat Stauffer lebt und berichtet seit 2013 als SRF-Korrespondent aus dem Maghreb. In Marokko ist er mittlerweile heimisch. Die Nachbarn, die Frauen auf dem Markt und die Kellner im Café würden ihn sogar verstehen: Mit einem Privatlehrer habe er den landestypischen Dialekt geübt.

«  Die Rolle des Journalisten ist es, den Leuten eine Stimme zu geben, die keine Stimme haben. »

Beat Stauffer
SRF-Korrespondent

Seit er mit einem Privatlehrer den landestypischen Dialekt geübt hat, werde er in Marokko akzeptiert, sagt Beat Stauffer. Die Nachbarn, die Frauen auf dem Gemüsemarkt und auch die Kellner im Café seien begeistert, dass ein Ausländer so spräche, dass man es meistens auch verstehen könne. «Die Rolle des Journalisten ist es, den Leuten eine Stimme zu geben, die keine Stimme haben», fasst Stauffer aus seiner Berufspraxis zusammen. Auch wenn es vielleicht eine leise Stimme sei.

Beat Stauffer erzählt von einer Wallfahrt im marokkanischen Essaouira mit unbeschreiblicher Stimmung. Juden von Paris, Lyon, Montreal und Tel Aviv finden sich einmal pro Jahr an der sogenannten «Hilloula» ein. Die Stimmung auf dem Friedhof sei ausgelassen: Ein Orchester spiele andalusische Musik, nach dem Festmahl zirkulierten Whiskyflaschen. Einzelne Männer würden auf den Tischen tanzen. Nach Mitternacht suchten die Pilger die Grabsteine ihrer Vorfahren auf und zündeten Kerzen an.

Schmorgericht Tajine, Fleisch und Gemüse. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Marokkanisches Gericht: Fleischragout, Gemüse, Safran und frische Kräuter. zvg

Marokkanische Küche

Beat Stauffers Köchin, Naima, habe ihm eines Abends in seiner Wohnung in der Altstadt von Marrakesch ein Gericht gekocht. Dieses enthielt Artischockenböden, Erbsen, Kalbfleischragout, Zwiebeln, Safran und frische Kräuter. Es sei so köstlich gewesen, dass alle die Sauce bis auf den letzten Tropfen mit Brot auswischten.