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Radio SRF 1 Braucht es eine Alternative zur traditionellen Ehe?

Künftig sollen sich Schweizer Paare füreinander verpflichten können, ohne zu heiraten. Dies mit einer Art «Ehe light». Die Idee stammt aus Frankreich und ist extrem beliebt. Braucht es eine Alternative zur Ehe? Oder braucht es gar eine Ehe für alle? Die Diskussion in der Sendung «Forum».

Legende: Audio «Forum»: Die ganze Sendung zum Nachhören abspielen. Laufzeit 56:16 Minuten.
56:16 min, aus Forum vom 22.06.2017.

Konkubinatspaare müssen sich vielleicht bald nicht mehr zwischen alles (Ehe) oder nichts (Konkubinat) entscheiden. Statt zu heiraten können Paare in der Schweiz künftig möglicherweise einen «Pacte civil de solidarité» (kurz PACS) schliessen – eine Art «Ehe light». Der Bundesrat prüft derzeit die Einführung eines «PACS nach Schweizer Art».

Die Paare sichern sich gegenseitig Unterstützung zu, etwa bei Krankheit, aber auch in materiellen Belangen. Die Idee stammt aus Frankreich und ist dort ein Renner. Bereits jedes vierte Paar entscheidet sich für die «Ehe light».

«Willst du mich ein bisschen heiraten?»

In der Schweiz ist den Gegnern die «Ehe light» jedoch ein Dorn im Auge. Einziges Ziel solcher Reformen sei es, «die Ehe als zentrales Fundament der Gesellschaft zu schwächen». Zudem brauche es nicht jede Eventualität ein zusätzliches Modell.

Den Befürwortern werfen sie vor, den «Fünfer und das Weggli» zu wollen. «Man will nicht das Korsett der Ehe, aber doch mehr Absicherung.» Zudem stören sich viele daran, dass der PACS leicht wieder aufgelöst werden kann. Leidtragende von instabilen Verhältnissen seien die Kinder.

Konkubinatspaare kaum abgesichert

Jedes fünfte Kind wird in der Schweiz ausserhalb einer Ehe geboren. Rund ein Drittel aller Paare ohne Kinder lebt heute ohne Trauschein – sie sind im Krankheits- oder Todesfall rechtlich kaum abgesichert.

Braucht es eine Ehe für alle?

Gleichzeitig gibt es Bestrebungen, die Institution Ehe für alle zu öffnen, also auch für homosexuelle Paare. Im Idealfall gebe es künftig zwei Modelle, wünscht sich auch Bundesrätin Simonetta Sommaruga: eine Ehe und eine «Ehe light» für alle – unabhängig von der Sexualität.

Im Studio diskutieren

  • Andrea Caroni, Ständerat FDP Appenzell Ausserrhoden
  • Verena Herzog, Nationalrätin SVP Thurgau

Online-Diskussion

Wäre PACS auch ein Modell für die Schweiz? Was halten Sie von einer «Ehe light»? Hier geht es zur Online-Diskussion.

PACS

In Frankreich gibt es den «Pacte civil de solidarité» (PACS) seit über 15 Jahren. Es handelt sich dabei um eine Art «Ehe light»: Der PACS ermöglicht eine rechtliche Absicherung von Partnerschaften, die weniger weit geht als die Ehe. Vier von zehn Paaren wählen in Frankreich heute einen PACS statt der Ehe.

34 Kommentare

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  • Kommentar von Zeljko Calusic (Zeljko Calusic)
    Noch vor fünfzehn bis zwanzig Jahren galt die Ehe unter links und ach so progressiv denkenden Menschen als Auslaufmodell und überholt. Plötzlich wollen alle heiraten. Das ist doch nur eine Salami-Taktik, um Kinder adoptieren zu können. Der Vorstoss "Ehe für alle" ist gerade in Deutschland gescheitert. Denn es gibt kein Recht auf die Ehe, dies hat auch das europäische Gericht für Menschenrechte dieses Jahr beschlossen. Auf der anderen Seite haben die Kinder ein Recht auf Vater und Mutter.
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  • Kommentar von Rina Ceppi-Bettosini (Tessin)
    Ich befürchte, die "Ehe-light" ist nichts anderes als eine Vorstufe zur Abschaffung der Ehe allgemein. Den Partnern gibt sie keinen moralischen und spirituellen Halt, den Kindern kaum innere und soziale Sicherheit . Die Familien werden immer weniger tragfähig und die Gesellschaft geschwächt. Wachsende Kinder- u. Jugendpropleme u. ins Uferlose steigende Sozialkosten sind vor unseren Augen.
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  • Kommentar von Daniela M. Ghielmetti (Ehe)
    Ich möchte ergänzend sagen, dass es dringend notwendig ist Mütter/Frauen und Kinder vor Gewalt, sei dies physisch und psychisch, zu schützen.
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