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Corona und Hände Trockene Hände vom Hände waschen und desinfizieren

Worauf muss man achten, damit die Hände nicht wie Schmirgelpapier werden? Handcreme und rückfettende Seifen helfen.

Die allermeisten handelsüblichen Desinfektionsmittel enthalten um die 70 Prozent Alkohol. «Der Alkohol ist dazu da, die Virushülle, die aus Lipiden, also aus Fetten, besteht, zu zerstören», sagt Christoph Schlapbach, Professor für Dermatologie am Berner Inselspital. Meistens enthalten Händedesinfektionsmittel noch Wasser und einige auch Glyzerin. Glyzerin ist ein Feuchthaltemittel, und damit Bestandteil von vielen Kosmetikprodukten, weil es die Haut vor dem Austrocknen schützt.

Wer empfindliche Haut hat, sollte beim Kauf eines Händedesinfektionsmittels darauf achten, dass es Glyzerin enthält.
Autor: Christoph SchlapbachProfessor für Dermatologie, Inselspital, Bern

Den Vorrat an Gin und Whisky deshalb nicht zum Desinfizieren der Hände verwenden. «In diesen Tagen ist es besser, man trinkt den Gin oder den Whisky», sagt Schlapbach. Und: Vergessen Sie nicht, die Hände richtig und auch richtig lange zu desinfizieren. Daumenballen nicht vergessen, auch zwischen den Fingern und die Fingerkuppen. Mindestens 30 Sekunden soll das Desinfektionsmittel peinlich genau auf die Hände aufgetragen werden.

Zu Hause reicht Seife

Auch ausserhalb der eigenen vier Wände, würde Seife reichen. Nur hat man nicht überall die Möglichkeit, die Hände zu waschen, geschweige denn mit Seife. Im Supermarkt und in den öffentlichen Verkehrsmitteln braucht es deshalb Desinfektionsmittel. Wer zu trockener Haut neigt oder sogar zu Ekzemen, kann eine rückfettende Seife verwenden.

Eine rückfettende Seife aus dem Grossverteiler genügt.
Autor: Christoph SchlapbachProfessor für Dermatologie

Jetzt Hände eincremen

Wer momentan vom vielen Hände waschen oder desinfizieren trockene Haut hat oder zu Ekzemen neigt, sollte unbedingt eine Handcreme verwenden. Denn entzündete Haut an den Händen ist speziell empfänglich für Keime, auch für andere, als das Corona-Virus.

Welche Creme die richtige ist, gilt es ein bisschen auszuprobieren, sagt der Dermatologe. Welche Textur mag man? Soll sie schnell einziehen? Darf sie parfümiert sein?

Entscheidend ist, dass man die Handcreme dann auch wirklich braucht.
Autor: Christoph SchlapbachDermatologe

Handcremes mit Urea, also Harnstoff, sind eine gute Sache. Sie enthalten zwischen 5 – 20 Prozent Urea, welches der Haut hilft, Feuchtigkeit zu speichern. Handcremes mit Urea gibt es in Apotheken, Drogerien und den Grossverteilern.

Frisch gewaschene Hände und Handcreme – und der Desinfektionsschutz ist dahin?

Vorausgesetzt, man hat die Hände wirklich gut mit Seife gewaschen oder mit einem Händedesinfektionsmittel gereinigt, muss man sich um die Hygiene keine Sorgen machen. Allerdings sollte man darauf achten, dass die Handcreme nicht verunreinigt ist.

Vor allem sollte man die Tube mit Handcreme stets nach dem Händewaschen berühren, damit sie nicht kontaminiert ist.
Autor: Christoph SchlapbachProfessor für Dermatologie, Inselspital, Bern

Nicht vergessen darf man bei all dem: Händewaschen ist ein kleiner Akt der Solidarität. Aber einfach auch hygienisch.

Radio SRF 1, Ratgeber 6. April 2020

1 Kommentar

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  • Kommentar von Clarissa Heinzer  (Clarissa Heinzer)
    Ok. Ich achte gerne auf meine Hygiene. Ich wasche und desinfiziere tagtäglich mehrmals. Für mich und meine Mitmenschen. Doch leider reagiere ich inzwischen allergisch. Egal was für ein Mittel. Ob Sterillium oder vom Apotheker selbst hergestellt. Mich juckts grausam. Ich liebte diese Mittel auch vor Corona. Aber ich habe das Gefühl, je mehr, umso schädlicher. Trotz Cremes?
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