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Radio SRF 1 Daumen hoch! Sabine Dahinden macht Autostopp

Sabine Dahinden verschlägt es diesen Sommer dorthin, wo es rauscht und brettert: Auf die Autobahn A1. «Bitte mitnehmen!» ist dabei ihr Motto. Per Autostopp hat sie die 410 Kilometer lange Strecke zwischen Sankt Margrethen und Genf zurückgelegt.

Legende: Video Auf der Suche nach dem verloren gegangenen Lebensgefühl abspielen. Laufzeit 03:46 Minuten.
Aus Radio SRF 1 vom 30.07.2015.

Autostopp im Wandel der Zeit

Vor zwanzig, dreissig Jahren gehörten Tramper noch zum Strassenbild. Wer kein Auto hatte, kam per Anhalter ans Ziel. Dann folgte die «Ich will und habe alles»-Periode und Autostopp kam aus der Mode. Ob ein Revival ansteht, wird sich zeigen. Jedenfalls gehört der Verzicht auf ein eigenes Auto heute bei jungen Menschen bereits wieder zum guten Ton.

«Stöpple» ist nicht nur die preisgünstigste Variante der Fortbewegung, es ist auch die sozialste. Man kommt mit Menschen in Kontakt, denen man sonst wohl kaum begegnen würde. Sabine Dahinden macht im Rahmen der Sommerserie «Autobahn A1» die Probe aufs Exempel und legt die 410 Kilometer per Autostopp zurück. In drei Folgen «Dahinden - Bitte mitnehmen» berichtet die TV-Moderatorin über ihre Erfahrungen und Begegnungen beim «Stöpple» entlang der A1.

«In Sizilien kam ich einmal in Bedrängnis»

Sabine Dahinden ist ein Autostopp-«Greenhorn». Die Eltern haben es ihr als Jugendliche verboten, jemals bei Fremden zuzusteigen. Daran hat sie sich gehalten, bis sie erwachsen war.

Im Urlaub in Sizilien hat sie es doch einmal ausprobiert und prompt eine schlechte Erfahrung gemacht. Der Fahrer habe angefangen, sie zu begrabschen. Erst als sie sagte, dass sie verheiratet sei, habe er von ihr abgelassen. Nur mit Glück sei sie aus der misslichen Situation gekommen, meint Sabine Dahinden.

«Es braucht eine gewisse Überwindung»

Für die Sendung «Dahinden - Bitte mitnehmen» hat sich die TV-Moderatorin nochmals an den Strassenrand gestellt und den Daumen ausgestreckt. Sie sei überrascht, wie schnell man durch Autostopp Einblick in fremde Leben erhält, sagt Sabine Dahinden.

Einmal habe sie ein ausgewanderter Bergler aus dem Bündnerland mitgenommen. Der in Zürich wohnhafte Geschäftsmann war gerade mit Hirschgeweihen auf der A1 unterwegs. Sie habe rasch erfahren, dass der Fahrer aus einer Jägerfamilie stammt und er mit den Trophäen im Wagen seine Ladenlokale in der Westschweiz dekorieren will.

Es gibt Leute, die haben mir die Autotüre vor der Nase zugeschlagen.

Bei einem älteren Ehepaar aus Österreich durfte Sabine Dahinden auch zusteigen. Die beiden waren nach 18 Jahren zum ersten Mal wieder auf dem Weg in die Ferien. «Innerhalb kürzester Zeit haben mir die zwei ihre ganze Liebesgeschichte erzählt, und das war richtig berührend», erzählt Sabine Dahinden. Es gab auch einige, die liessen die Moderatorin einfach stehen.

Man darf sich nicht entmutigen lassen.

Auch wenn Sabine Dahinden meist nicht länger als eine Dreiviertelstunde auf eine Mitfahrgelegenheit gewartet hat, kostete es sie jedes Mal wieder Überwindung, den Daumen auszustrecken. Deshalb wird sie künftig wieder auf ihre gewohnten Fortbewegungsmöglichkeiten setzen und das «Stöpple» anderen überlassen.

Morgengast

Porträt Sabine Dahinden
Legende: SRF/Oscar Alessio

Sabine Dahinden ist am Montag, 3. August, zwischen 6 und 8 Uhr Gast in der Morgensendung von Radio SRF 1.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Max Müller, Wangen
    Sabine Dahinden ist eine super tolle Frau mit power Ausstrahlung. Solche Persönlichkeiten könnte das SRF mehr brauchen.
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  • Kommentar von Karl Müller, Choëx (VS)
    Ich bin seit über 12 Jahren regelmässig in Kuba. Autostopp ist dort überhaupt kein Problem und die Kubaner sehr offen und freundlich. Sie wollen wissen woher man kommt usw. Sie sind sehr offen und man ist manchmal auf Autostopp angewiesen.
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  • Kommentar von U. Werner, Männedorf
    Meine Eltern waren passionierte Autofahrer. Oft brachten sie von ihren Ausfahrten junge Autostopperinnen mit, immer Frauen. Sie durften dann bei uns auf dem Stubenboden schlafen. Meistens hatten wir keine gemeinsame Sprache, aber immer war das für uns Kinder aufregend und abenteuerlich. Ich habe mich immer gewundert, dass meine doch eher konservativen Eltern so offen waren und wildfremde Jugendliche mit heim brachten. Damals ein bisschen Exotik in unserem braven Dorf.
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