Die Geschichte des Zoos – als der Zoo noch Menschen ausstellte

In den Schweizer Zoos hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Geht man zurück in der Geschichte der Zoos, eröffnet sich das dunkle Kapitel der Menschenschauen. Aber auch schöne Geschichten verstecken sich im Archiv. Eine Zeitreise.

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Wir und der Zoo - Eine Zeitreise mit Kathrin Winzenried

51 min, aus DOK vom 7.8.2013

Vor gut 150 Jahren wurde der Basler «Zolli» in einem kleinen Park eröffnet. Zu Beginn stellte man nur einheimische Tiere zur Schau. Darunter Ziegen und auch Wölfe, welche in Käfigen gefangen waren. Doch es verging nicht all zu viel Zeit, bis die ersten ausländischen Tiere im Zoo ein Gehege bekamen. Dieses Beobachten der unbekannten Tiere lockte sehr viele Besucher in den damaligen Zoo.

Damals kümmerte man sich aber noch nicht um den Komfort der Tiere. Es wurden einfach Käfige an Käfige gereiht und die Tiere lagen auf dem kalten, harten Betonboden.

Goma's Geschichte

Goma's Geschichte

3:55 min, aus DOK vom 7.8.2013

Doch in den Jahren gelang dem Basler Zoo etwas, was niemandem vorher gelungen ist. Das Gorillaweibchen «Goma» ist das erste in Gefangenschaft geborene Gorillababy in einem europäischen Zoo.

Doch das Baby wurde von der Mutter nicht akzeptiert. Und so musste der damalige Zoo Direktor Ernst Lang dieses Gorillaweibchen von Hand gross ziehen.

Als Menschen im Zoo gezeigt wurden

Doch nicht nur mit Tieren wollte der Basler Zoo die Menschen zu sich treiben. Eine Attraktion waren damals die Menschenschauen.

Menschenschau

6:01 min, aus DOK vom 7.8.2013

Diese Shows wurden von Freiwilligen gegen Bezahlung gespielt. Sie haben mehrere Wochen lang das Leben der «Fremden», «Wilden» gezeigt und wurden so zu einem riesigen Publikumsmagneten.

Die Menschen in den Shows waren Veranstalter, welche von einem Zoo zum anderen zogen und ihre Shows präsentierten.

Der Zürcher Zoo im Zweiten Weltkrieg

Zürcher Zoo

5:08 min, aus DOK vom 7.8.2013

Die Geschichte vom Zürcher Zoo sah etwas anders aus. Denn der Zweite Weltkrieg war eine sehr schwierige Zeit für den Zürcher Zoo: Gleich am ersten Tag der Mobilmachung mussten fünf der neun Tierpfleger einrücken. Ihre Frauen halfen in dieser Zeit im Zoo aus. Doch auch die Nahrung der Tiere wurde knapp und man musste den Tierbestand des Zoos reduzieren. Die getöteten Tiere nutzte man direkt als Futter für die Raubtiere. Der Zoo konnte nur dank der Zoobesucher überleben, indem diese Essen und Lebensmittelcupons brachten.

Tiere sollen mit Futtersuche beschäftigt werden

Die Hintergrundsendung «Doppelpunkt» zeigt, wie es den Zoos in der Schweiz in Zukunft ergehen wird. Die ganze Sendung hören Sie hier.

Auch die Fütterung der Tiere hat sich gewaltig verändert: Früher bekamen alle Tiere ihr Essen hinter den Kulissen in den Gehegen. Heutzutage ist es üblich, dass man die Tiere mit der Futtersuche beschäftigt. Man verteilt und versteckt im ganzen Gehege das Esse, so dass sie etwas zu tun haben wenn sie Hunger bekommen.

In der Bildergalerie unten sehen Sie den Zoo im Winter und dessen Bewohner.

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