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Radio SRF 1 Die Geschichte hinter dem Freundschaftsfoto

Fotos von Männerfreundschaften haben eine andere Dynamik als Frauenfreundschaften. Die Kulturwissenschaftlerin Nora Mathys erzählt die Geschichte hinter drei Freundschaftsfotos. Sie zeigt auf, dass nicht nur die Familie, sondern auch die Freundschaft ein zentrales Motiv der privaten Fotografie ist.

Legende: Audio Der Beitrag über das Buch «Fotofreundschaften». abspielen. Laufzeit 04:07 Minuten.
04:07 min, aus Audio SRF 1 vom 16.01.2014.

Private Fotoalben sind eine wertvolle kulturgeschichtliche Quelle für die Erforschung von Freundschaft und privater Fotopraxis. Anhand der Sammlung privater Fotoalben im Schweizerischen Nationalmuseum zeichnet das Buch von Nora Mathys eine kleine Kulturgeschichte der privaten Freundschaftsfotografie von 1900 bis 1950 nach.

Drei dieser Fotos hat Nora Mathys ganz genau unter die Lupe genommen. Eines davon zeigt zwei Männer, die sich inszenieren als Freunde. Zwei angehende Juristen. Das Bild wurde um 1935 in Basel aufgenommen.

Das Bild «Un petit plaisir» stammt aus den 1940er Jahren und zeigt junge Frauen während ihres Welschlandjahres im Schnee. Auffallend: Die Frauen rauchen auf dem Foto. Für Nora Mathys typisch. «Von Welschlandjahren findet man häufig Bilder, auf denen Grenzen überschritten werden.»

Wieder eine andere Dynamik haben Fotos, die gemischte Gruppen zeigen. So das Badefoto aus den 1930er Jahren von Männern und Frauen am Strand. «Eine starke Körperlichkeit zeichnet diese Fotos aus», sagt Mathys.

Nora Mathys, «Fotofreundschaften»: Visualisierungen von Nähe und Gemeinschaft in privaten Fotoalben aus der Schweiz 1900-1950.

Erschienen im Verlag «hier +jetzt».

Bildrechte: Schweizerisches Nationalmuseum.