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Eidgenössische Wahlen 2019 Welche Themen soll die Schweizer Politik endlich anpacken?

AHV, Asylwesen und die EU sind Reizthemen in der Politik, die immer wieder diskutiert werden. Aber welche Themen liegen Ihnen am Herzen? In einer Umfrage haben wir Ihre Anliegen gesammelt und mit Politexperten diskutiert.

Nationalratssaal mit vielen Parlamentariern, von hinten nach vorne fotografiert
Legende: Insgesamt 200 Nationalräte und -rätinnen wählt die Schweiz am 20. Oktober 2019 neu in den Nationalratssaal. Keystone

In einem Jahr, am 20. Oktober 2019, finden die eidgenössischen Wahlen statt, an denen die Schweizer und Schweizerinnen National- und Ständerat für die nächsten vier Jahre wählen. Bereits jetzt ist absehbar, welche Themen die Politiker und Politikerinnen auf ihre Wahlkampf-Agenda setzen werden.

Aber welche Themen gehen vergessen oder werden bewusst nicht thematisiert? Das wollten wir in einer Online-Umfrage von Ihnen wissen. Über 100 Vorschläge von SRF 1-Hörerinnen und -Hörern sind bei uns eingegangen. Diese haben wir mit SRF-Bundeshausredaktor Curdin Vincenz und Kommunikations- und Politberater Iwan Rickenbacher diskutiert. Letzterer war von 1988 bis 1992 Generalsekretär und Kampagnenchef der CVP.

Mann mit Schnauz und Brille.
Legende: Kommunikations- und Politberater Iwan Rickenbacher. Keystone

Menschen sehen «Erfolgsmodell Schweiz» in Gefahr

«Pensionskasse und AHV werden einfach nicht reichen, um den bisherigen Lebensstandard zu halten», sagt SRF 1-Hörerin Francesca Näf aus Schaffhausen stellvertretend für viele. Dass in der Politik über die Altersvorsorge diskutiert werden müsse, war eines der grössten Anliegen aus dem Publikum. Die Frage nach der AHV stehe jedoch nicht isoliert im Raum, erklärte Iwan Rickenbacher. Dahinter stehe ganz generell die Angst um das «Erfolgsmodell Schweiz». Viele Leute fürchteten, dass die Errungenschaften in der Gesundheitsversorgung, den Sozialversicherungen etc. verloren gingen.

Migration macht den Menschen Angst

Neben der Altersvorsorge brennen den SRF 1-Hörerinnen und -Hörern besonders die Themen Asylpolitik und Gesundheitswesen unter den Nägeln. «Das Thema Asylpolitik hängt sehr stark von Flüchtlingswellen ab», so Curdin Vincenz. «Je nachdem, wieviele Flüchtlinge gerade ins Land kommen, und woher diese stammen, wird es intensiver oder weniger intensiv diskutiert.» Für Iwan Rickenbacher hängt auch dieses Thema mit der Situation von Gesundheitswesen und Sozialversicherungen zusammen. «Viele Menschen haben Angst, dass Migranten diese Werke belasten.»

Thema «EU» wird heruntergespielt

Eine Divergenz zwischen politischer Agenda und den Anliegen der Bevölkerung zeigte sich beim Thema «Schweiz – EU». Während viele Politikerinnen und Politiker das Thema zögerlich angehen, gehörte es in unserer Online-Diskussion zu den meist genannten. «Das Thema ist nicht mehr beliebt», so Iwan Rickenbacher. «Vor einigen Jahren war der EU-Beitritt noch eine Vision, die Politiker aus verschiedenen Parteien hatten. Da hat eine Ernüchterung stattgefunden. Heute wird das Thema heruntergespielt.» Mit dem Thema könne man zurzeit einfach keine Mehrheiten gewinnen. «Wenn ich mich als Politiker oder Politikerin für einen EU-Beitritt ausspreche, ist das ein Nischenprogramm», bekräftigte auch Curdin Vincenz. Zwar gebe es Einzelne, die sich dafür einsetzten, aber ganz generell könne man sich damit arg in die Nesseln setzen.

111 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Scherrer (Martin Scherrer)
    Als grösste Herausforderung der nächsten 2 Generationen betrachte ich die Einhaltung des Klimaziels. Gegenüber dem derzeitigen Zustand müssen wir den Energiebedarf um 60%, den CO2-Ausstoss um 84% reduzieren. Das verlangt, dass wir künftig auf Verbrennungen verzichten und den Energiebedarf aus eigenen Quellen decken können (heute importieren wir 75% der Energierohstoffe, graue Energie nicht berücksichtigt). Eine Erreichung des Ziels ist nur mit massiven Verhaltensänderungen zu erreichen.
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  • Kommentar von Felix Schwaibold (Felix Schwaibold)
    mann sollte das Stimmrechtsalter 16 einführen damit jeder Schweizer Bürgerinnen und Bürger die im Zeitraum vom 20 Oktober 2000 bis 21 Oktober 2002 geboren sind auch das vollen stimm und Wahlrecht bekommen und selber frei über ihre eigene Zukunft entscheiden können
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    1. Antwort von Felix Schwaibold (Felix Schwaibold)
      ich kann niemals bedauern das die bürgerliche Politiker auch die bürgerliche Jungpolitiker seit den Jahr 2007 immer ständig das Stimmrechtsalter 16 ständig bekämpft hatte im Gegensatz der linken sp,grüne ist sie verlangen mit die Einführung des Stimmrechtsalter 16 das jeder Schweizer Bürger seit da Jahr 2007 da zu Diskussion steht wenn mann vor den 3 März 1991 früher erst ab 20 Jahre Abstimmen und wählen dürfte wundert seit den den 1 Januar 1996 volljährig erst ab 20 Jahre
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  • Kommentar von Gré Stocker-Boon (GréStocker-Boon)
    Jedes Land in Europa könnte bestimmen und festlegen,wieviel Menschen sie aufnimmt.Jene Migranten und jene mit Bleiberecht könnten nebst der Landbauarbeit und Ackerbestellung,u.a.m. auch mitarbeiten, mit Bauen an neu entwickelte Behausungen von Grund auf.So erhalten sie Kenntnisse und Fachkompetenzen für ihr eigenes Land wo sie her kommen,wenn sie wieder zurückkehren.Oder sie finden wenn sie bleiben können einen bessere Aufnahme in der Gesellschaft.
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