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Radio SRF 1 «Forum» – die Debatte zur Einheitskasse

Am 28. September 2014 stimmt die Schweiz darüber ab, ob es künftig im Bereich der Grundversicherung nur noch eine öffentliche Krankenkasse geben soll. Die Einheitskasse als günstige, einfache Lösung oder ein teures, unbewegliches Konstrukt? Im «Forum» diskutieren Befürworter und Gegner.

Der Wechsel zur Einheitskasse wäre eine grundlegende Reform im Versicherungssystem. Bisher existieren 61 private Krankenkassen, die im Wettbewerb zueinander stehen.

Wettbewerb – teuer oder nötig?

Nimmt das Stimmvolk am 28. September die Initiative «für eine öffentliche Krankenkasse» an, würde eine Einheitskasse die Grundversorgung der Schweizer Bürger versichern.

Jean-François Steiert befürwortet die Einheitskasse. Der SP-Nationalrat aus dem Kanton Freiburg ist der Meinung, dass das System so effizienter würde.

«300 bis 400 Millionen Franken jährlich sparen wir alleine schon durch den Wegfall der Werbung und den alljährlichen Kassenwechsel», sagt der Sozialdemokrat.

Gegen die Initiative «für eine öffentliche Krankenkasse» ist die St.Galler FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter. Sie befürchtet, dass mit einer Einheitskasse die Kosten steigen würden.

«Wenn der Wettbewerb zwischen den Kassen wegfällt, gibt es für diese keinen Anreiz mehr, sich effizient zu verhalten», sagt die Politikerin. Würde die Initiative angenommen, falle die Wahlfreiheit weg und der Bürger stünde dem System als Bittsteller ohne Alternative gegenüber.

Ärzte sind sich nicht einig

Die Ärzte sind im Vorfeld der Abstimmung über eine Einheitskasse gespalten. Der Ärzteverband FMH hat deshalb Stimmfreigabe beschlossen. Klar ist, dass ihnen das heutige Kassenwesen viel Papierkram beschert. Liegt ein Patient nämlich im Spital und braucht Rehabilitation, gäbe es mit Krankenkassen oft langwierige Abklärungen mit den Kassen.

Michael Nüscheler ist Hausarzt in Basel. «Heute versuchen die Krankenkassen gezielt, chronisch kranke Patienten zu vergraulen, damit diese die Kasse wechseln», sagt er. Deshalb gehört er zu jener Hälfte der Schweizer Ärzte, die die Einheitskasse befürworten.

Anderer Meinung ist der ehemalige Hausarzt Walter Grete. Er glaubt, dass eine Einheitskasse die Ärztinnen und Ärzte zu Ausführungsgehilfen des allmächtigen Versicherungsmolochs machen würde.

15 Kommentare

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  • Kommentar von Patrick Frei, Rickenbach ZH
    EINHEITSKASSE NEIN, weil ich den Versicherer wechseln will, wenn der Kundenservice nicht stimmt. Der aktuelle K-Tipp beweist, dass es heute zwischen den Kassen teilweise grössere Unterschiede in der Kundenzufriedenheit gibt. Solche Marktvergleiche spornen zur Verbesserung des Service an. Bei einer Einheitskasse könnte ich nicht wechseln und wäre ausgeliefert. Heute kann ich wenigstens den Krankenversicherer wechseln, wenn mir etwas nicht passt. #EinheitskasseNein
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  • Kommentar von Patrick Frei, Rickenbach
    Die Abstimmung ist schlicht unnötig. Warum? Weil 1. 95 Prozent der Kosten im Gesundheitswesen bei den Ärzten, Spitälern, Therapeuten etc. entstehen, 2. die heutige Verwaltung nur 5 Prozent der Prämien ausmachen (die Einheitskasse als staatliches Gebilde könnte das kaum kostengünstiger erledigen) und somit die Einheitskasse nicht beim eigentlichen Problem der Kostenentwicklung ansetzt. Das wäre mit CHF 2 Mia. ein teures Vorhaben ohne einer Kostenwirkung! Darum EINHEITSKASSE NEIN!
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  • Kommentar von Patrick Frei, Rickenbach ZH
    Ich habe mit einem klaren NEIN ZUR EINHEITSKASSE abgestimmt. Einzig die Verwaltung würde für CHF 2 Mia. umgebaut. Doch die Verwaltung im heutigen System macht nur 5 Prozent der Kosten aus. 95 Prozent der Kosten entstehen bei den Leistungserbringern: den Ärzten, Spitälern, Therapeuten etc. Wie in der Arena vom 5.09.2014 von SP Bundesrat Berset bestätigt, würden die Kosten trotz EK steigen. Der Grund ist die Menge der immer älter werdenden Bevölkerung oder die Entwicklung der Technologie. EK NEIN
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