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Radio SRF 1 «Forum»-Diskussion: Brauchen AKW ein Ablaufdatum?

Am 27. November stimmen wir über die Volksinitiative «Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie» ab. Bilden Sie sich Ihre Meinung: In der Sendung «Forum» diskutierten Experten und Hörerinnen und Hörer von Radio SRF 1 das Pro und Contra dieser Vorlage.

Legende: Audio «Forum»: Die ganze Sendung zum Nachhören abspielen. Laufzeit 54:46 Minuten.
54:46 min, aus Forum vom 03.11.2016.

Ziel der Vorlage

Die Initiative wurde nach der Katastrophe von Fukushima 2011 lanciert. Sie will den schrittweisen Ersatz von Atomstrom durch erneuerbare Energien forcieren. Die fünf Schweizer AKW sollen schrittweise bis 2029 vom Netz gehen.

Legende: Video Abstimmungs-Arena: «Atomausstiegs-Initiative» abspielen. Laufzeit 14:32 Minuten.
Aus Arena vom 28.10.2016.

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Die Initiative der Grünen will die Laufzeit für bestehende AKW auf 45 Jahre beschränken sowie den Bau und Betrieb von neuen AKW verbieten. Die Atomkraftwerke Beznau 1 und 2 sowie Mühleberg müssten bis 2017 abgeschaltet werden, Gösgen 2024 und Leibstadt 2029. Der Bund soll zudem sicherstellten, dass weniger Energie verbraucht, die Energieeffizienz erhöht und erneuerbare Energien gefördert werden.

Im «Forum» diskutierten Jürg Buri, Geschäftsleiter Schweizerische Energiestiftung und Michael Frank, Direktor Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen, Geschäftsführerausschuss Economiesuisse.

3 Argumente dafür

  • Alte und gefährliche AKW: Schwere Atomunfälle bleiben ein Risiko. Doch ausgerechnet die Schweiz leistet sich den ältesten AKW-Park der Welt. Die Initiative minimiert das Risiko.
  • Energiewende ist machbar: Der schrittweise Ersatz von Atomstrom durch erneuerbare Energien ist bereits im Gang. Mit einheimischer Stromproduktion aus Wasser, Sonne, Wind und Biomasse kann der Atomstrom vollständig ersetzt werden.
  • Planungssicherheit: Die fünf AKW werden bis 2029 geordnet und schrittweise vom Netz gehen. Private und Unternehmen erhalten Investitionssicherheit für den Ausbau der erneuerbaren Energien.

3 Argumente dagegen

  • Engpässe bei Stromversorgung: Die Versorgungssicherheit der Schweiz ist gefährdet. Der wegfallende Strom muss allenfalls mit Kohlestrom aus dem Ausland gedeckt werden.
  • Schadenersatzforderungen: Bei einem Ja zur Initiative könnten die AKW-Betreiber vom Bund und damit von den Steuerzahlenden Entschädigungen für Investitionen fordern.
  • AKW sind sicher: Die AKW dürfen so lange laufen, wie sie sicher sind. Falls nötig, kann das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) die sofortige Abschaltung anordnen.

112 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Odermatt (karloder)
    Alle diskutieren über eine mögliche Stromknappheit/Engpass. Niemand denkt daran, dass bei einem Preisanstieg des Stroms (gemäss Angebot und Nachfrage) der Anreiz für das Sparen geschaffen und/oder Investitionen in neue effizientere Technologien getätigt werden. Viele Geräte laufen täglich im Stand-by Betrieb und sind pro Tag nur wenige Stunden in effektiven Einsatz. Ein höherer Preis würde hier lenkend greifen, den nutzlosen Stromverbrauch reduzieren und der Wasserkraft helfen.
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  • Kommentar von マーティン ジョルディ (ジョルディ サミュエル マーティン)
    Atom Energie verzichten? Wer wirklich ein wahrer Ökonom ist, sieht nicht bis zur eignen Nasenspitze, schreien auch nicht herum, was schlecht ist. Sondern handelt erst in den eignen vier Wänden. Die grösste Gefahr ist nicht die Atom Energie, sondern unsere Weltweite Population. Mehr Menschen, verbraucht mehr von Allem. Daher, sollte besser eine Geburten Kontrolle, von Max. 2 Kinder geben (Ausnahmen bei Mehrlinge.)Zurück zur AKW, ist die Schweiz in der Lage die Energie ohne fremde Hilfe zu decken?
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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Am Radio hat der Befürworter behauptet dass die Leistung des AKW Mühleberg durch neue Erneuerbare Energien bereits ersetzt sei. Das kann nicht stimmen, da per 2015 nur ca. 1.1 TWh Solarenergie geliefert wurde was bloss ca. 1/3 der Energielieferung von Mühleberg entspricht. Da die anderen neuen Erneuerbaren nur zögerlich ausgebaut wurden sehe ich keinen Ersatz von Mühleberg, nicht einmal die Hälfte. Aber kein Problem, wir haben ja bis 2019 Zeit.
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