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Radio SRF 1 «Forum»: Wie weit sollen wir für den Klimaschutz gehen?

Nach dem Applaus über das Pariser Klimaabkommen stellen sich jetzt konkrete Fragen zur Umsetzung: Müssen wir auf Ölheizungen verzichten, den Benzinpreis erhöhen und weniger fliegen? Im «Forum» diskutieren Experten aus Politik und Wissenschaft mit Hörerinnen und Hörern.

Legende: Audio Klimaschutz – macht die Schweiz schon genug? abspielen.
55 min, aus Forum vom 17.12.2015.

Der neue Klimaplan für die Welt wird weitherum gutgeheissen. Viele haben ihn gar als historischen Schritt zur Rettung des Weltklimas bezeichnet.

Nach mehreren gescheiterten Anläufen liegt nun erstmals ein Vertrag vor, der alle wichtigen Länder zur Verringerung ihres Treibhausgas-Ausstosses verpflichtet. Das Ziel: Die Welt soll sich nicht um mehr als 1,5 Grad Celsius erwärmen.

Die Schweiz hat an vorderster Front für dieses Abkommen gekämpft. Aber die Massnahmen, welche die Schweiz bisher plant, sind nicht einmal ausreichend, um das 2-Grad-Ziel zu erreichen.

Die Positionen im «Forum» zum Klimaschutz

Porträt von SP-Nationalrat Beat Jans.
Legende: SP-Nationalrat Beat Jans. Keystone

«Deshalb müssen wir nun vorwärts machen», sagen die Umweltverbände und die Linke. Konkret heisst das: Wir bräuchten eine CO2-Abgabe, die das Benzin verteuern würde. Wir bräuchten eine Verteuerung des billigen Flugverkehrs und wir dürften in den Gebäuden keine neuen Ölheizungen mehr einbauen.
Als Vertreter der Linken ist der SP-Nationalrat der Stadt Basel im Studio. Seine Meinung: «Ohne Verteuerung des Benzins erreichen wir das Klimaziel nicht. Das Geld wird an die Bevölkerung zurückverteilt.»

Porträt von Christian Wasserfallen.
Legende: FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen. Keystone

«Das ist komplett illusorisch», sagt die Mehrheit der Wirtschaftsverbände und die Rechte. Die Schweiz würde sich so selber grosse Nachteile im internationalen Wettbewerb verschaffen. Unser Land mache schon jetzt genug. Die Ziele, die der Bundesrat geplant habe, um das 2-Grad-Ziel zu erreichen, seien nicht realistisch.
Dieser Meinung ist Christian Wasserfallen, FDP-Nationalrat im Kanton Bern: «Eine Verteuerung des Benzins bringt nichts und ist politisch nicht umsetzbar», ist er überzeugt.

Porträt von Philippe Thalmann.
Legende: Klimaexperte Philippe Thalmann. zvg

Ebenfalls in der «Forum»-Diskussion ist Philippe Thalmann, Ökonomieprofessor und Klimaexperte an der ETH Lausanne (EPFL).

Gemäss seinen Berechnungen würde die Wirtschaft kaum Schaden nehmen, wenn die Verteuerung des Benzins und des Heizöls langsam erfolge. Er bereichert die Diskussion mit den beiden Politikern und den Hörerinnen und Hörern mit Fakten aus der Wissenschaft.

Wie weit würden Sie für den Klimaschutz gehen?

Hörerinnen und Hörer haben vor und während der Sendung diskutiert und die Sendung mit ihren Meinungen bereichert. Lesen Sie die Online-Diskussion zum «Forum» hier.

93 Kommentare

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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Der Ausstieg aus den fossilen Energien ist nicht eine Frage um ja oder nein, sondern eine Frage des Zeitpunktes. Gehen wir davon aus, dass in 50 oder 100 Jahren sowieso alles "verbraten" ist, dann ist die Menschheit gezwungen alternative Energien zu suchen. Wenn wir uns heute die Krige um Öl und Gas anschauen, planen wir schon heute unseren Entzug aus der Abhängigkeit.
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  • Kommentar von Beat Reuteler, Bützberg
    Es ist nicht sinnvoll die Asymmetrie der Abgaben zu verschärfen. Benzin&Diesel sind bereits heute in CH hoch besteuert, Heizöl jedoch viel zu wenig. Preise, D: CHF1.45/l; Oel: CHF0.7/l. Vielmehr sollten Heizöl und Kohle sowie Erdgas höher besteuert werden. Die CH macht in der Tat sehr viel, Wasserfallen hat da recht. Trotzdem können wir mehr: Solarthermisch & Photovoltaisch & Pumpspeicher. Mit Oel Häuser und Wasser heizen ist kompletter Wahnsinn. Da ist fahren mit Diesel & Benzin sinnvoller.
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  • Kommentar von Ueli Hagnauer, Steffisburg
    Fossilabgaben für Energiesanierung der Wohnhäuser benutzen? Ja, unbedingt : - Weniger Fahrkilometer, weniger Umweltbelastung - sanierte Häuser, nochmals weniger Umweltbelastung - weniger Erdöl einkaufen heisst weniger Waffen und Terror finanzieren (!) - man zahlt zwar mehr für Benzin etc., spart aber beim Heizen - langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen im Baugewerbe, auch in Land- und Berggebiten - höhere Wegkosten für Gewerbe und Handwerk bevorzugt lokale Anbieter
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