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Geflüchtete in Europa Fluchtroute übers Mittelmeer - wie weiter?

Flüchtlingslager in Nordafrika schlägt SVP-Nationalrat Thomas Aeschi vor. «Menschenverachtend» findet es hingegen die Schweizerische Flüchtlingshilfe und fordert die Schweiz auf, mehr anerkannte Flüchtlinge über sichere Fluchtwege in die Schweiz zu bringen.

Legende: Audio «Forum» – die ganze Sendung zum Nachhören abspielen. Laufzeit 54:00 Minuten.
54 min, aus Forum vom 05.07.2018.

Hier geht es direkt zur Online-Diskussion.

Was hält Flüchtende ab, ihre Reise übers Mittelmeer anzutreten? Donald Tusk, Präsident des EU-Rates, ist für Lager in Nordafrika. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe fordert unter anderem in einer Petition, dass sich die Schweiz stärker am UNO-Programm beteiligt.

Die Fluchtroute über das Mittelmeer gilt als gefährlichste der Welt. Und trotzdem versuchen jedes Jahr viele Tausend Menschen auf diesem Weg nach Europa zu gelangen. Auch jetzt – im Sommer – wieder. Fast jeden Tag lesen wir Meldungen von gekenterten Flüchtlingsbooten, geretteten oder ertrunkenen Menschen. Zudem fährt Italien neu eine harte Linie. Mitte Juni verweigerte es einem Boot mit 629 Menschen an Bord das Anlegen.

Auch nach dem EU-Asylgipfel von letzter Woche weiss man letztlich nicht, wie weiter. Soll man Flüchtlingszentren in der EU bauen? Oder im Nicht-EU Land Albanien? Oder gar in Nordafrika, so wie es Donald Tusk, Präsident des EU-Rates vorschlägt?

Was auch immer Europa beschliesst, es hat Auswirkungen auf die Schweiz.

Flüchtende über die Mittelmeerroute

  • 2015 flüchteten 1'047'210 Menschen übers Mittelmeer nach Europa. Seit Januar dieses Jahres sind es 50'430 Personen.
  • Bis Ende Juni 2018 landeten zwei von fünf Migranten in Italien, der Rest der Bootsflüchtlinge teilte sich gleichmässig auf Griechenland und Spanien auf.
  • 2017 ertranken fast 3000 Personen bei der Flucht übers Mittelmeer.

Geflüchtete in der Schweiz

  • Ende März 2018 lebten 52'887 anerkannte Flüchtlinge in der Schweiz und 64'208 Personen im Asylprozess.
  • Ab 2019 werden in Bundeszentren Asylverfahren «unter einem Dach» durchgeführt. Asylsuchende erhalten Rechtsvertretung und Beratung ab Beginn des Verfahrens.
  • 1569 besonders verletzliche Personen hat die Schweiz seit 2014 bis heute aufgenommen. Sie werden im Rahmen des Resettlement-Programms des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) in den Flüchtlingslagern rund um Syrien direkt ausgewählt.

Fakten zu Menschen auf der Flucht

  • 68,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht
  • 85% davon leben in Entwicklungsländer
  • 52% der Flüchtenden sind Kinder

Die Gäste in der Sendung

  • Thomas Aeschi, SVP Nationalrat ZG, reiste letztes Jahr nach Tunis
  • Peter Meier, Leiter Asylpolitik Schweizerische Flüchtlingshilfe

Wie stoppt man die tödliche Flucht übers Mittelmeer? Mit Flüchtlingslagern in Nordafrika? Oder anderen Ansätzen? Diese Frage diskutierten die Gäste mit Hörerinnen und Hörern. Meinungen aus der Online-Diskussion sind ebenfalls in die Sendung eingeflossen.

33 Kommentare

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  • Kommentar von Christoph Scholzen (schogol)
    In einigen der ärmsten Ländern dieser Welt gebiert jede Frau in ihrem Leben 6 bis 8 Kinder. Der Arbeitsmarkt dieser Länder hat absolut keine Chance, diese zukünftigen Arbeitssuchenden aufzunehmen. Die Idee, dass diese Menschen bald gen Westen ziehen und von dort Ihre Länder/Verwandten durch Rimessen unterstützen, kann aus unserer Sicht nie aufgehen. In den Industrieländern werden je länger je mehr nur bestens ausgebildete Arbeiter benötigt, Ehrgeiz und guter Willen werden leider nicht reichen!
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  • Kommentar von Bruno Renggli (Laimigs)
    Hilfsorganisationen wollen über 60 Millionen Flüchtlingen in Europa eine Perspektive bieten. Was gut und nobel tönt, würde unsere Gesellschaft in ihren Grundfesten erschüttern. Wollen wir unseren Kindern wirklich ein überbevölkertes Europa hinterlassen, deren althergebrachte Kulturen durch eine muslimisch geprägte Bevölkerungsstruktur ersetzt würde? Warum schaut niemand dieses Problem von dieser Seite an?
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  • Kommentar von Daniel Müller (Dany)
    Guten Abend M.Erachtens muss das Problem an den Wuzeln angepackt werden. Der Diktator Assad von Syrien muss inhaftiert werden. Er ist für 320 0000 Flüchtlinge in Syrien verantwortlich. Dies muss über die UNO geschehen. Alle Diktatoren sind zur Rechenschaft zu ziehen, viele davon sind in Afrika dafür verantwortlich. Die Schweiz kann finanzielle Unterstützung an die UNO leisten. Die SVP soll endlich Farbe bekennen, Flüchtlinge sind auch Menschen.
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