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Radio SRF 1 Gehören unsere Stauseen bald den Chinesen?

Die Strombranche steckt in schwierigen Zeiten. Die beiden grössten Konzerne, Alpiq und Axpo, schreiben tiefrote Zahlen. Ist es richtig, dass die Stromkonzerne unsere Stauseen zum Verkauf anbieten? Sollen die kostenintensiven AKWs dem Staat übergeben werden? Die «Forum»-Diskussion zum Thema.

Legende: Audio Gehören unsere Stauseen bald den Chinesen? abspielen. Laufzeit 53:55 Minuten.
53:55 min, aus Forum vom 17.03.2016.

Letzte Woche gab die Alpiq bekannt, dass sie fast die Hälfte ihrer Wasserkraftwerke verkaufen will. Ausserdem kursieren Pläne, dass die AKWs an den Staat ausgelagert werden sollen. Wie konnte es so weit kommen?

Die goldenen Zeiten sind vorbei

In den frühen 2000er-Jahren liess sich mit Strom viel Geld verdienen. Die Stromkonzerne mit ihren Strombaronen verdienten dank Atomstrom und Strom aus der Wasserkraft Milliarden. Diese Zeiten sind vorbei. Der Marktpreis für Strom ist massiv gefallen. Billiger Strom aus Kohle und Gas sowie subventionierte Wind- und Sonnenenergie drücken auf die Preise und machen den Konzernen zu schaffen.

Zeche für die Misswirtschaft?

Porträt von Rudolf Rechsteiner bei einer Rede.
Legende: Rudolf Rechsteiner Vizepräsident Trinationaler Atomschutzbund (TRAS). Keystone
Die Konzernchefs haben zu lange auf Atomenergie gesetzt und falsch bilanziert. Atomstrom wurde jahrelang zu günstig verkauft.

Die gefallenen Strompreise seien aber nicht das Hauptproblem, meint der langjährige Energiepolitiker Rudolf Rechsteiner. Die Konzernchefs hätten zu lange auf Atomenergie gesetzt und falsch bilanziert. Atomstrom sei jahrelang zu günstig verkauft worden, weil die echten Kosten dieser Energie nie berücksichtigt worden seien. Nun zahle man die Zeche für die Misswirtschaft.

Porträt von Kurt Rohrbach.
Legende: Kurt Rohrbach Präsident des Verbandes aller Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE). Keystone
Vielleicht hat man damals zu viel in neue Wasserkraftanlagen investiert. Aber niemand hat voraussehen können, wie sich die Strompreise entwickeln.

So einfach sei es nicht, sagt Kurt Rohrbach, Präsident des Verbandes aller Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen. Die Krise habe viele Ursachen. Rohrbach war in den goldenen Zeiten CEO des Energiekonzerns BKW. Man habe damals vielleicht zu viel in neue Wasserkraftanlagen investiert. Es hätte aber niemand voraussehen können, wie sich die Strompreise entwickelten.

Ist es richtig, dass die Stromkonzerne unsere Stauseen zum Verkauf anbieten? Sollen die kostenintensiven AKWs dem Staat übergeben werden? Hier geht es zur Online-Diskussion.

85 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Vogt, Baden
    Ich verstehe nicht, weshalb sich Liegenschaftsbesitzer nicht vehement für die sofortige Stilllegung der AKW´s aussprechen. Denn wenn es in einem Atomkraftwerk einen grösseren Unfall mit Austritt von Radioaktivität gibt, so sind ihre Liegenschaften im Umkreis von ein paar Duzend Kilometer von heute auf morgen wertlos. Und sie werden keine oder eine lächerlich kleine Entschädigung erhalten.
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  • Kommentar von Noldi Baumann, 9230 Flawil
    Herr Rechsteiner, die Wasserkraft ist die einzige zuverlässig Art Strom zu speichern deswegen muss dieser Energiespeicher bei behalten werden. Strom gehört heute zur Grundversorgung. Die Wirtschaft macht aber daraus einen fiktiven Markt. Herr Rechsteiner wieviele mal haben Sie in den vergangenen Jahren die Krankenkasse, das Handy- Festnetz oder Internetabo gewechselt? Seien sie ehrlich. Die Möglichkeit vom Anbieterwechsel nutzen 15%, über 40% kennen Ihren Strompreis nicht. Da ändert sich nichts.
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  • Kommentar von Manuel Richter, Zürich
    Finde es absolut arrogant so extrem auf Wasserkraft zu setzen. Die Gletscher schmelzen immer mehr und die Regenperioden werden immer rarer. Gutes Beispiel das Jahr 2015. Die Trockenheit im 3. und 4. Quartal war dramatisch. Die Klimaveränderung wird auch nicht vor der Schweiz haltmachen und ich habe je länger je mehr Mühe mit dem Begriff "Wasserschloss Schweiz". Dies entspricht m.E. schon lange nicht mehr der Realität.
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