Zum Inhalt springen
Inhalt

Grillieren mehr als Hobby Kohle im Blut

In der Schweiz gibt es etwa 30 aktive Grillteams. Diese messen sich an Wettbewerben wie der Schweizermeisterschaft oder Anlässen im Ausland. Wer auf derart hohem Niveau grilliert, opfert nicht selten seine ganze Freizeit und betreibt auch einen finanziellen Aufwand. Einblicke in die Grill-Seele.

Die «Chläggi Brutzler» sind ein Team professioneller Hobbygrilleure. Die zehn Frauen und Männer aus der Region Schaffhausen feiern regelmässig Erfolge an nationalen und internationalen Grillwettbewerben. «Die Schweiz ist eine sehr erfolgreiche Grillnation, die muss man immer auf der Rechnung haben», sagt Teammitglied Philipp Glauser.

Das ist unser Leben, nicht nur unser Hobby. Grillieren ist eine Lebenseinstellung.
Autor: Philipp GlauserMitglied «Chläggi Brutzler»

Grillieren auf einem derart hohen Niveau ist Zeit intensiv und teuer. Das Engagement geht weit über die Freizeit hinaus. «Ohne die Unterstützung der Arbeitgeber würde so was nicht gehen», erklärt Glauser, der bei einem Nahrungsmittelhersteller unter anderem für die Sparte «Grill» tätig ist.

Suppenfleisch vom Grill

Die Zubereitung von Fleisch und Gemüse über offenem Feuer ist zum grossen Business geworden. Jedes Frühjahr künden Grossverteiler mit Werbekampagnen ihr Grillsortiment an. Stark verändert hat sich auch das Grillgut. «Wir grillieren heute Stücke, die vor ein paar Jahren nie den Weg auf den Rost gefunden hätten», erklärt der Berner Martin Schwander. Der Schweizer «Metzger des Jahres» ist erfreut, dass die Kunden wieder das ganze Tier und nicht nur das Filet schätzen. Der Grilltipp vom Metzgermeister: «Siedfleisch auf den Grill!». Ein Federstück vom Rind mit Knochen, 2 – 3 Kilogramm schwer, bei indirekter Hitze und 70 °C bis 85 °C, während 18 Stunden schonend garen. Schwander ist überzeugt: «Wer so etwas probiert hat, wird grilliertes Suppenfleisch immer dem Filet vorziehen.»

Importe stark angestiegen

In der Schweiz werden die meisten Kohlen- und Gasgrills vom Ausland importiert. Ein Blick in die Statistik der Eidgenössischen Zollverwaltung zeigt: In heimischen Gärten wurde enorm aufgerüstet. Im Jahr 2017 wurden in die Schweiz Grill, Öfen und ähnliche Kochgeräte im Wert von 30 Millionen Franken eingeführt. 40 Prozent mehr als noch im Jahr 2007.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.