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Legende: Audio «Forum» — die ganze Sendung zum Nachhören abspielen. Laufzeit 56:55 Minuten.
Aus Forum vom 20.12.2018.
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Höhere Kosten als Schulmedizin Gehören Globuli & Co. in die Grundversicherung?

Eine neue Analyse des Krankenkassenverbands Santésuisse zeigt: Homöopathie und andere alternativmedizinische Behandlungen verursachen im Vergleich zur Schulmedizin signifikant höhere Kosten. Gehören Globuli & Co. in die Grundversicherung – ja oder nein? Die Diskussion in der Sendung «Forum».

Zur Online-Diskussion

Eine neue Kostenauswertung von Santésuisse kommt zu einem Befund, der aufhorchen lässt: Komplementärmediziner verursachen in der Grundversicherung pro Patient ein Fünftel höhere Kosten als andere Ärzte.

Behandlungen erfolgen «additiv» statt «alternativ»

Der Grund: Komplementärmedizinische Behandlungen erfolgen gemäss Santésuisse-Analyse oft zusätzlich zur Schulmedizin und treiben so die Gesundheitskosten in die Höhe. Mit Blick auf die Kostenexplosion im Schweizer Gesundheitswesen und die stetig steigenden Krankenkassenprämien ist der Streit um die Komplementärmedizin neu entfacht.

Komplementär bedeutet nicht kostengünstig

Seit 2012 sind Homöopathie, traditionelle chinesische Medizin, anthroposophische Medizin sowie Phythotherapie wieder in der Grundversicherung inbegriffen. Das Volk hat im Jahr 2009 einen entsprechenden Verfassungsartikel angenommen. Damals hoffte man noch, dass mit dem erleichterten Zugang zur Komplementärmedizin die Gesundheitskosten sinken.

Passiert ist offenbar das Gegenteil: Seither sind bei den Komplementärmedizinern die Kosten pro Patient – im Vergleich zu denjenigen der Schulmediziner – stark angestiegen. Dabei sind Unterschiede in der Patientenstruktur bezüglich Alter, Geschlecht, Franchise und chronische Krankheiten bereits herausgerechnet.

«Der oft gehörte Grundsatz ‹komplementär gleich kostengünstig› wird in der statistischen Analyse klar widerlegt», so das Fazit von Santésuisse.

«Einsparpotenzial ist minim»

Die Komplementärmediziner wehren sich vehement gegen diesen Befund: Aus den Zahlen seien die falschen Schlüsse gezogen worden. Eigene Auswertungen zeigten, dass die Alternativmedizin «kostenneutral» sei.

Und Yvonne Gilli vom FMH Zentralvorstand, selber Ärztin und Homöopathin, gibt zu bedenken: Die Kosten für Komplementärmedizin seien im Vergleich zu den gesamten Gesundheitskosten verschwindend klein «und das Einsparpotenzial fürs gesamte System sei minim».

In der Sendung «Forum» diskutierten mit Hörerinnen und Hörern:

  • Yvonne Gilli, Ärztin & Homöopathin, FMH Zentralvorstand
  • Lukas Brunner, Leiter Wirtschaftlichkeitsprüfung Santésuisse
  • Felix Schneuwly, Krankenkassenexperte Comparis

35 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran  (Tom Duran)
    Solang die Kassen nicht alle Grund-Behandlungen zahlen sollte man nicht weitere überflüssige und wirkungslose Quacksalberei aufnehmen.
    Wenn solche Kugeln nur wenig kosten kann sich die ja auch jeder Dorfdepp selber kaufen.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    "Globuli und Co"? Die Naturheilmedizin ist so alt, wie die Menschheit und hat sehr wohl ihre Berechtigung. Integrative Medizin = Naturheilmedizin und Medizin = ein klarer Gewinn für Mensch und Tier!
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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Höhere Kosten? Glaube ich nicht! Meistens müssen Patienten, die Alternativmedizin beanspruchen, über die Zusatzversicherung abrechnen, u.die zahlt nur 75%. Zudem: Placeboeffekt ist bei Medis auch gegeben, allerdings oft mit gravierenden Nebenwirkungen, bes.bei alten Leuten, die idR viele diverse Medis einnehmen. Nebenwirkungen von Medis füllen Praxen+Spitäler, darum sei die Frage erlaubt, für wen macht die Einnahme von Medikamenten hauptsächlich Sinn u.hat man diese Kosten auch berücksichtigt?
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