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Radio SRF 1 Hunger trotz Spendenrekord: Was läuft falsch?

Ob in Afrika, Asien oder Südamerika - in vielen Ländern der Welt leiden Menschen abseits der Weltöffentlichkeit. Tausende sterben oder hungern, doch Geld für Hilfe ist keines da. Spenden wir am falschen Ort? Die Diskussion in der Sendung «Forum».

Legende: Audio «Forum»: Die ganze Sendung zum Nachhören abspielen. Laufzeit 54:06 Minuten.
54:06 min, aus Forum vom 06.04.2017.

Direkt zur Online-Diskussion

Tsunami, Erdbeben, Überschwemmungen – noch nie haben Schweizerinnen und Schweizer so viel gespendet wie heute. Doch viele akute Krisen und Katastrophen schaffen es gar nicht erst ins Rampenlicht der Medien und somit ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Oder sie gehen mit der Zeit vergessen.

So wie in Afrika, wo sich laut UNO derzeit die schlimmste humanitäre Krise seit dem zweiten Weltkrieg anbahnt. Rund 20 Millionen Menschen in vier Ländern seien akut vom Hungertod bedroht, sagt die UNO. Doch die Mittel, um zu helfen, sind zu knapp.

Katastrophe nicht gleich Katastrophe

Spenden fliessen vor allem dorthin, wo es Medienpräsenz gibt. Während aufsehenerregende Naturkatastrophen viel Solidarität und finanzielle Hilfe generieren, gehen andere Krisen sang- und klanglos unter. Für die Betroffenen sind die Konsequenzen fatal. So standen gemäss Caritas International beispielsweise für jedes Erdbebenopfer in Haiti 950 US-Dollar zur Verfügung. Für die verheerende Flut in China im gleichen Jahr waren es pro Opfer gerade mal 0,001 Dollar.

Die UNO bestätigt diesen bedenklichen Trend: In den vergangenen Jahren haben sich über 95 Prozent aller Mittel auf die zwei, drei medial am stärksten beachteten Katastrophen konzentriert. Für die anderen Katastrophen blieben 5 Prozent der Mittel übrig.

Online-Diskussion: Was läuft falsch?

Im Jahr 2015 wurden in der Schweiz 1,8 Milliarden Franken gespendet – ein Rekord. Wieso fehlt es bei vielen Krisen trotzdem an Geld, um zu helfen?

Tragen die Medien die Verantwortung, welche lieber über spektakuläre Unglücke als über humanitäre Krisen berichten? Tun die Hilfswerke zu wenig, um auf die katastrophalen Zustände aufmerksam zu machen? Oder spenden wir am falschen Ort? Meinungen in der Online-Diskussion flossen in die Live-Sendung «Forum» ein.

Im Studio diskutierten folgende Studiogäste:

  • Fred Lauener, Chef Humanitäre Hilfe Caritas Schweiz: «Spenden sollte man nicht ereignisorientiert, sondern langfristig! So kann das Hilfswerk des Vertrauens entscheiden, wo das Geld am dringendsten gebraucht wird.»
  • Pia Hollenbach, Forscherin im Bereich Humnitäre Hilfe an der Uni Zürich: «Viele Hilfswerke funktionieren einfach zu bürokratisch. Kein Wunder, nimmt das Vertrauen der Leute ab.»
  • Toni Frisch, langjähriger Chef Humanitäre Hilfe bei der DEZA und Vizepräsident SRK: «Die Medien hätten hier eine starke Verantwortung. Leider nehmen sie diese überhaupt nicht wahr.»
  • Fredy Gsteiger, stellvertretender Chefredaktor Radio SRF: «Man hat als Medium nicht unendlich viel Platz. Häufig verdrängt der Bericht über eine Katastrophe jenen über eine andere.»
  • Rudolf Baudenbacher, ehemaliger Chefchirurg, mehrere Einsätze in Afrika für Ärzte ohne Grenzen: «Die Menschen – und vor allem Kinder – hungern zu sehen, ist wirklich schwer zu ertragen.»

27 Kommentare

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  • Kommentar von Christoph Lorenz Aeberhard (Kuli)
    Was läuft falsch diese Frage finde ich absolut deplaziert zuerst werden der Aufwand der Organisationen bedient anschliessend kommen die Schmiergelder und zu guter letzt hgaben die Menschen in den betroffenen Gebieten die absolut wichtige Disziplin nicht es kommt ja immer genug sie müssen nicht selber für die Güter eine Leistung erbringen ich habe das selber in der Schweiz gesehen nach dem Moto jeder ist sich Selbst der Nächste wie Bienenschwäreme stürmen sie die Güter.
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  • Kommentar von andreas weber (A.Weber85)
    Wegen Korruption: Ich finde es Korrupt dass die Oberen 10 Prozent 90 Prozent besitzen. Da liegt das Problem. Wieso soll das Fussvolk für solche teils auch inszenierten humanitären Katastrophen aufkommen? Wieso werden die Superreichen nicht in die Pflicht genommen?
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  • Kommentar von andreas weber (A.Weber85)
    Ich finde es gibt heute genug Multimilliardäre welche solche Krisen mit Links unterstützen könnten. Multimilliardäre sollten gezwungen werden von ihrem Überfluss abzugeben. Es ist ja schon fast lächerlich "Fränkleni ga d'sammle...jeder Franken zählt. Man muss das Geld dort holen wo es in Häufen liegt.
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