Klapproth moderiert zum letzten Mal «10vor10»

Seit 1993 steht Stephan Klapproth bei «10vor10» vor und hinter der Kamera im Einsatz. Am Freitag nun moderiert er die Nachrichtensendung zum letzten Mal. Wir blicken zurück auf prägende Momente, bleibende Bonmots und auch auf die eine oder andere Panne.

Seit 1993 hat Stephan Klapproth der Nachrichten-Sendung «10vor10» seinen Stempel aufgedrückt. Unzählige souveräne Moderationen und geistreiche Bonmots gehen auf sein Konto - und auch einige lustige Pannen (siehe Videos oben). Mal hapert es mit dem Börsenkurs, mal krächzt ein heiserer Klapproth ins Mikrophon oder er findet partout nicht die richtige Kamera.

Seine lange journalistische Karriere – früher noch beim Radio – brachte Stephan Klapproth nicht nur einige der Mode geschuldeten Tenüwechsel, sondern vor allem einschneidende Momente. Er wird sie nicht mehr vergessen.

Klapproth hält Rede auf die Freiheit

Unübertroffen ist für ihn ein Erlebnis, dass sich 1989 in Rumänien abgespielt hat. «In Bukarest standen wir mit unseren Radio-Tonbändern zwischen Panzerringen und revolutionären Bürgern, die eben ihre Freiheit erkämpft hatten. Und ich durfte unverhofft in einem Ratshaus im Namen des Westens eine Rede auf die Freiheit halten. In der Regel liegt im Journalismus das Schöne und das Tragische sehr nah beisammen.»

1994 war Klapproth mit der TV-Kamera in Soweto bei den Feiern nach den ersten freien Wahlen in Südafrika dabei. Klapproth erinnert sich: «Kurz darauf unterbrachen wir unseren Rückweg: An der Grenze Ruandas stiessen wir auf Hunderttausende Menschen, die auf der Flucht vor einem unvorstellbaren Völkermord waren.»

Klapproth und die Raubvögel

Schliesslich war Klapproth auch am 11.September 2001 live auf Sendung, als bei den Terroranschlägen von New York das zweite Hochhaus einstürzte. Und er kommentierte 2008 im Fernsehen, als die USA mit Barrack Obama den ersten schwarzen Präsidenten wählte.

Weniger tragisch, dafür ein packendes Abendteuer war 1997 ein Flug nach Kapstadt. «Das war eine Mischung aus Saint-Exupéry-Träumerei und packender Abenteuer-Reportage. Auf dem Flug in einem Experimental-Flugzeug von Zürich nach Kapstadt mussten wir kreisenden Raubvögeln über den Viktoriafällen und nächtlichen Gewitterwolken über dem Flughafen in Johannesburg ausweichen.»

Nun ist Schluss für den «10vor10»-Moderator Klapproth. Sein neues Wirkungsfeld ist die Sendung «Sternstunde Philosophie».

Die verschworene Kleintruppe bei «Sternstunde Philosophie»

Im Gegensatz zum 30-köpfigen «10vor10»-Team ist bei der «Sternstunde Philosophie» eine kleine Redaktion am Werk. Das erinnert mich an meine journalistischen Anfänge beim «Echo der Zeit». Ich fand stets, dass eine verschworene Kleintruppe besonders kreativ und beweglich ihre eigenen Stärken entwickeln kann. Auf die Zusammenarbeit in meinem neuen Biotop freue ich mich.

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