Kleine Kuh-Kunde

Mit den Alpabzügen kommen die Kühe jetzt wieder zurück ins Unterland. Angst muss man vor den Kuh-Herden keine haben. Mit dieser kleinen Kuh-Kunde können Sie sich optimal auf ein Aufeinandertreffen vorbereiten.

Kühe erreichen Charmey (FR) nach dem Alpabzug. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schmucker Auftritt In Charmey (FR) erreichen die Kühe nach vier Monaten auf der Alp das Dorf. Keystone

«Grundsätzlich greifen Kühe nicht einfach so an», sagt Christian Manser. Als Kuhsignale-Trainer am Landwirtschaftlichen Zentrum St.Gallen ist er täglich in Kontakt mit den Tieren und weiss genau, wie sie ticken. Wer in den nächsten Tagen auf Kuhherden trifft, sollte folgende Regeln beachten:

  • Kühe nur mit einem grossen Bogen überholen und auch mit dem Velo nie durch die Herde durch fahren. Kühe sehen nach hinten nicht und erschrecken, wenn hinter ihnen plötzlich jemand auftaucht.
  • Macht der Bauer Platz, um Autos von hinten passieren zu lassen, müssen entgegenkommende Autos diese abwarten, um Stau zu verhindern.
  • Um sich auf veränderte Lichtverhältnisse anzupassen, braucht das Kuh-Auge rund zehnmal länger als das menschliche Auge. Kommt eine Kuh also aus einem Tunnel ins Sonnenlicht, ist sie rund 30 Sekunden blind.
  • Hupen, Klingeln oder Kindergeschrei vermeiden. Kühe nehmenTöne in hohen Frequenzen als Alarmsignale wahr.
  • Gelbe Kleidung im Schrank lassen. Grundsätzlich sehen Kühe nur scharf, was nicht weiter als sechs Meter von ihnen entfernt ist. Die Farbe Gelb ist für sie aber eine Warnfarbe.
  • «G wie Geduld»: Wenn die Tiere den Alpabzug in ihrem Tempo machen können, fühlen sie sich wohl. Muss eine Kuh rennen, weil sie den Anschluss an die Herde verloren hat oder sich gedrängt fühlt, ist sie gestresst und kann unberechenbar reagieren.

Zum Ende des Alpsommers

In der Morgensendung von Radio SRF 1 hat Älpler Abraham Aelig von den Vorbereitungen für den Alpabzug erzählt. In den letzten Tagen auf der Alp ist noch das gross Aufräumen angesagt. Am Freitag beginnt dann die zweitägige Wanderung von der Engstligenalp Richtung Tal.

Nach dem nass-kalten Frühling hat sich im Juli konstantes Sommerwetter eingestellt. Optimale Bedingungen für die Käseherstellung. Die diesjährige Produktion könnte einen Jahrhundertkäse hervorbringen, meint Martin Rüegsegger, Geschäftsführer des Dachverbands Schweizer Alpkäse.

Sendungen zu diesem Artikel