Mit dem Holzvelo durch den Schnee

Der Velogemel ist ein Holzvelo ohne Räder, dafür beweglichen Kufen. Damit lässt er sich problemlos durch den Schnee lenken. Vor über 100 Jahren wurde der Velogemel in Grindelwald entwickelt.

Daniela Meyer steht mit dem Velogemel im Schnee Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Daniela Meyer Heute heisst die Velogemel-Weltmeisterin Daniela Rufener. SRF

Wer zum ersten Mal auf einen Velogemel steigt, macht das am besten mit Skikleidern, Skihelm und gutem Schuhwerk. Für die Fahrt ist eine nicht zu weiche Schlittelpiste optimal. Dazu braucht es beim Anfahren genügend Tempo, damit man das Gleichgewicht halten kann. Fürs Bremsen braucht man die Füsse.

Jeden Winter messen sich in Grindelwald die besten Fahrer an einer WM. Daniela Meyer hat die letzten vier Male in der Kategorie der Frauen die Velogemel-Weltmeisterschaft gewonnen. Radio SRF 1 hat sie vor einigen Jahren besucht. Heute ist sie verheiratet und heisst Daniela Rufener.

Aaufgewachsen ist die Sportlerin in Grindelwald und ging auch mit dem Gemel zur Schule. Aus ihrer Sicht ist Velogemel-Fahren einfacher als Velofahren, da man zur Hilfe immer auch die Beine am Boden halten kann. Den Einsteigern rät sie vor allem Gelassenheit beim Fahren.

Der Velogemel und seine Geschichte

Vor 100 Jahren war es für die Talbewohner im Winter nicht so einfach, sich im tiefen Schnee fortzubewegen. Dem gehbehinderten Grindelwalder Wagner und Schreiner Christian Bühlmann war es zu mühsam, den Weg zu seinen Kunden zu Fuss zurückzulegen. Dieses Problem wollte er lösen. So erfand er den Veloschlitten: Ein hölzernes Gestell mit 2 Kuven, vorne durch eine Lenkstange steuerbar.

Der Velogemel wird auch heute noch in Grindelwald hergestellt. Das Holzgestell besteht aus Esche und Ahorn, metallenen Kufen und ein paar Schrauben.

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