«No Billag»: Ja oder nein?

Am 4. März 2018 stimmen wir darüber ab, ob die Radio – und Fernsehgebühren abgeschafft werden sollen. Die Initianten kritisieren, dass auch jene für die Angebote bezahlen müssen, die sie nicht nutzen. Die Gegner befürchten einen Kahlschlag in der Medienlandschaft und eine Gefährdung der Demokratie.

Die Initianten wünschen sich mehr Entscheidungsfreiheit für den einzelnen Bürger und kritisieren, dass alle für ein Angebot bezahlen müssen, auch wenn sie es gar nicht nutzen.

Die Gegner der «No Billag»- Initiative fürchten einen Kahlschlag des Service Public in der viersprachigen Schweiz und fragen sich, wer in Zukunft politische und kulturelle Inhalte ausgewogen produzieren wird.

Das will die Initiative

Die Initiative will Radio und Fernsehen in der Schweiz privatisieren. Der Bund dürfte keine Empfangsgebühren mehr erheben und keine Radio – und Fernsehstation subventionieren. Die Konzessionen für Radio und Fernsehen würden regelmässig versteigert werden.

Pro und Contra

Martin Candinas mit gestreifter Krawatte und Brille. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gegen die Initiative: CVP-Nationalrat Martin Candinas. Keystone

Für CVP-Nationalrat Martin Candinas aus dem Kanton Graubünden ist klar: Bei einem JA zu «No Billag» drohe uns die mediale Wüste.

In einer direkten Demokratie sei es aber zentral, dass die Bürgerinnen und Bürger gut informiert seien. Das gehöre zur freien Meinungsbildung.

«  Wir haben dann noch TeleZüri, das sich mit Werbung finanzieren kann, aber die SRG und 34 weitere private Radio- und TV- Stationen müssten schliessen. »

Martin Candinas
Nationalrat (GR)

Andreas Kleeb mit kariertem Hemd und Lederjacke. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Für die Initiative: Andreas Kleeb aus dem Komitee «No Billag». ZVG

Andreas Kleeb aus dem Komitee «No Billag» zeichnet ein anderes Bild. Die meisten Radio- und TV-Stationen könnten weiter existieren, auch die SRG.

Alle müssten allerdings in der Lage sein, sich selber zu finanzieren, mit Werbung oder Abogebühren.

«  Die Bürgerinnen und Bürger sind sicher bereit, für Sendungen, die ihnen gefallen, ein Abo zu bezahlen. »

Andreas Kleeb
Komitee «No Billag»

Das «No Billag»-Komitee findet, es solle nur angeboten werden, was auch nachgefragt werde.

Online-Diskussion

Die Online-Kommentarfunktion für diese Diskussion war bis am 17.11.2017, 16 Uhr offen.