Zum Inhalt springen

Header

Audio
Rassismus in der Schweiz: Wie gross ist das Problem?
Aus Forum vom 11.06.2020.
abspielen. Laufzeit 56:41 Minuten.
Inhalt

Rassismus Hat auch die Schweiz ein Problem?

Werden auch in der Schweiz dunkelhäutige Menschen diskriminiert und von der Polizei häufiger und gröber kontrolliert? Diese Frage wurde in der Sendung «Forum» diskutiert.

Der brutale Tod des Afroamerikaners George Floyd löste auch bei uns Proteste aus. Hat auch die Schweiz auch ein Problem mit Rassismus? Werden dunkelhäutige Menschen hierzulande von der Polizei häufiger und gröber kontrolliert?

«Diskriminierende Polizeikontrollen sind immer noch üblich»

Ja, sagen viele Betroffene und Rassismus-ExpertInnen. Ein Bericht von NGOs wie «Amnesty International» oder der «Allianz gegen Racial Profiling» stellt unserem Land ein schlechtes Zeugnis aus: Die Schweiz habe ein gravierendes Problem mit Rassismus, speziell mit «Racial Profiling», heisst es: Diskriminierende Polizeikontrollen seien nach wie vor verbreitet. Schwarze Menschen würden öfters kontrolliert als Weisse.

Die Situation habe sich in den letzten Jahren nicht gross verbessert. Gegen Beamte, die sich rassistisch verhielten, würden häufig keine rechtlichen Schritte unternommen. In den Kantonen fehlten nach wie vor unabhängige Beschwerdestellen für das Fehlverhalten der Polizei, so die Kritik der NGOs.

Die Polizei spricht von Einzelfällen

Auf der anderen Seite gibt es auch dunkelhäutige Schweizerinnen und Schweizer, die sich weder rassistisch belästigt noch diskriminiert fühlen. Klar gebe es Ausreisser und Einzelfälle, doch fühlten sie sich weder eingeschränkt, noch schlechter behandelt.

Auch die Polizei wehrt Kritik ab. Die oberste Polizistin Johanna Bundi Ryser, Präsidentin des Verbands Schweizerischer Polizeibeamter (VSPB), spricht von «Einzelfällen». Klar gäbe es Vorfälle, bei denen BürgerInnen mit Massnahmen der Polizei nicht einverstanden seien. Es gebe aber gesetzliche Grundlagen und interne Vorgaben, die die Arbeit der Polizisten genau definierten. Sollten Beamte diese missachten, müsse die Person mit Konsequenzen rechnen.

Rassismus in der Schweiz: Wie gross ist das Problem? Werden dunkelhäutige Menschen auch hierzulande diskriminiert und von der Polizei häufiger und gröber kontrolliert? In der Sendung «Forum» diskutierten:

  • Yvonne Brändle-Amolo, SP-Gemeinderätin in Schlieren
  • Nirosh Manoranjithan, FDP-Gemeinderat in Vilters-Wangs
  • Alicia Giraudel, Amnesty International Schweiz
  • Johanna Bundi Ryser, Präsidentin des Verbands Schweizerischer Polizeibeamter (VSPB)

64 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von Thomas Vaterlaus  (TV-8802)
    Hier wird wieder einmal ein Thema zum Hype gemacht und unsere Medien springen auf. Rassismus muss bekämpft werden, keine Frage. Aber was ist Rassismus?
    Zitat persönlich.ch: "Addo beschwerte sich gleich zu Beginn der Aufzeichnung, dass ihr die «Arena»-Redaktion verheimlicht habe, dass sie neben einer SVPlerin Platz nehmen müsse."
    Ist es diese Äusserung nicht auch? Heists das, der eigenen Fordrung anchzukommen und den konstruktiven Dialog zu finden?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Ernst Baumann  (1aschi)
    Die Schweiz hat definitiv kein Rassismusproblem. Aber SRF möchte das vermitteln mit verschiedensten Sendungen. SRF treibt einen Keil in die Gesellschaft, anstatt, dass SRF sie eint.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von Magenta Graf  (Magenta)
      Auch ich (Hautfarbe weiss) habe hier in den letzten 22 Jahren Rassismus erlebt: "Gehen Sie doch zurück, wo Sie hergekommen sind", "So einer wie Ihnen müsste gekündigt werden", "Rede nicht so laut", damit man nicht hört, dass ich aus D bin... usw. Als ich von einem CH-Ex-Partner verprügelt wurde und die Polizei rief, wollte diese nicht kommen. Ich habe längst den CH-Pass, aber die Frechheiten weiter. Können Sie sich überhaupt vorstellen, wie demütigend es erst für Schwarze Menschen hier ist?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Ernst Baumann  (1aschi)
      Frau Graf. Ja, ich kann mir es vorstellen, denn ich wurde als Schweizer 4 Jahre lang von einer Spanischen Chefin gemobbt. Ein Jahr bevor ich da eingestellt wurde, arbeitete ich temporär da wars gut.Kaum war ich fest eingestellt ging es los. Ich wurde herausgemobbt und fand mit 58 keine Stelle mehr. Ich fühle mich diskriminiert und gedehmütigt. Vier Jahre immer wieder schlaflose Nächte das zerrt an der Gesundheit. Aber als Schweizer ist darf man diese Diskriminierung ja nicht benennen, oder?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Es gibt und wird immer Menschen weltweit geben, welche aus verschiedensten Gründen (Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben- am Arbeitsplatz, Frustrationen, zwischenmenschliche Probleme, Ängste...), diese an andern Menschen auslassen...verbal, körperlich! Es darf aber nicht verallgemeinert werden. Das gilt ebenso für die Menschen, welche bei der Polizei arbeiten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten