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Religion im Alltag So viel Religion steckt in Film, Literatur und Musik

Christliche Symbole sind tief verankert in unserer Alltagskultur. Sei es in Filmen, der Fantasy-Literatur, in der Musik oder der Werbung. Ständig tauchen christliche Symbole auf. Manchmal unübersehbar, manchmal sehr versteckt. Wir haben sechs Beispiele genauer angeschaut.

1. Aragorn, die Messiasfigur bei «Herr der Ringe»

Aragorn
Legende: Viggo Mortensen verkörpert Aragorn. Zuerst ist er ein einfacher Waldäufer und entpuppt sich später als Erbe des Königs im Film «Herr der Ringe». Keystone

Aragorn, der Waldläufer, entpuppt sich als Erbe des Königs von Gondor. Aragorn ist eine Messiasfigur. Ein als König wiederkehrender Friedensstifter, der die Länder vereint. Er betätigt sich auch als Heiler und kümmert sich um Menschen in Not. Eine alte Frau zitiert eine uralte Weissagung: «Die Hände des Königs sind die Hände eines Heilers.»

2. Die Initalen von Jesus Christus im Film «Terminator»

Der Terminator
Legende: Arnold Schwarzenegger auf der Jagd nach John Connor im Film «Terminator». Keystone

2029: Die Erde ist verwüstet, die Menschheit fast vernichtet. Diese untergehende Welt soll die Messiasfigur John Connor retten. Seine Initialen weisen auf Jesus Christus hin. John Connors Mutter Name ist Sarah, die Urmutter des Christentums und Frau von Abraham. Der böse Terminator verwandelt sich später in einen Josef, der den zukünftigen Messias beschützen soll.

3. Britische Komödie «Life of Brian»

Brian
Legende: Der Film «Monty Python’s Life of Brian» ist eine Komödie aus dem Jahr 1979. In verschiedenen Ländern fachte er eine heftige Debatte um Meinungsfreiheit an. Screenshot Life of Brian

Neben dem Stall von Josef und Maria sowie zur selben Zeit wie Jesus wird ein Kindlein geboren: Brian. Durch Zufall und Missverständnisse wird er später für den Messias gehalten wird.

Das ist ihm alles andere als Recht. Ja, er nervt sich über den blinden Glauben, in dem die Leute ihm folgen. Wie in der biblischen Erzählung wird auch Brian in «The life of Brian» von Monty Python am Schluss verzweifelt am Kreuz sterben, begleitet vom berühmt gewordenen Song «Always Look on the Bright Side of Life». Die Komödie entfachte in verschiedenen Ländern eine Kontroverse um Meinungsfreiheit.

Interview mit Rebekka Rieser, Doktorandin Religionswissenschaften

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SRF: Warum sind in der Populärkultur, also Film, Musik, Literatur, so oft religiöse Symbole anzutreffen?

Rebekka Rieser: Popkultur ist weit verbreitet. Zu Filmen, Musik und Büchern haben alle Zugang. Religion ist eines der grossen kollektiven Systeme, die der Mensch miteinander teilt. Wir wachsen mit diesen Geschichten von Kindesbeinen an auf. Gerade in der Alltagskultur.

An religiösen Geschichten – auch wenn sie als solche nicht unbedingt erkennbar sind – können Menschen mühelos anknüpfen. Auch wenn die Geschichten verfremdet sind. Das kollektive religiöse Wissen ist in unserer Gesellschaft immer noch stark präsent.

Gerade in der Fantasy-Literatur finden sich viele Beispiele. Ein Klassiker ist «Herr der Ringe». Sie haben sich während ihres Studiums intensiv damit auseinandergesetzt. Wo ist die Religion bei diesem Klassiker aus Literatur und Film zu finden?

Die Geschichte hat verschiedene religiöse Anker. Es ist der Kampf von Gut gegen Böse. Der Ring symbolisiert das Böse, der alle und alles zu verführen versucht. Die Erlösung des Bösen ist die Zerstörung des Rings. Und es gibt Archetypen wie Frodo, das unschuldige Opferlamm. Ihm wird der Ring zugespielt und nun muss er das Opfer auf sich nehmen und das Böse zerstören. Frodo stirbt und erlebt seine Auferstehung. Am Schluss segelt Frodo zusammen mit den Elben ins Paradies.

Warum berührt uns das so?

Popkultur ist emotional. Religion kann an diese Emotionalität sehr gut anknüpfen. Filme, Bücher oder Musik sind Medien, die Gefühle auslösen. Ihr Aufbau ist häufig klassisch. Es soll ja auch Unterhaltung bieten. Spannung wird aufgebaut, dann folgt die Katharsis, also die Läuterung. Alles wendet sich zum Guten. Die Spannung baut sich ab und hinterlässt ein gutes Gefühl.

Rebekka Rieser ist Doktorandin Religionswissenschaften an der Universität Luzern. Während ihres Studiums hat sie sich aus eigenem Interesse stark mit Religion in der Populärkultur befasst.

4. Madonna küsst dunkelhäutigen Jesus in «Like A Prayer»

Sängerin Madonna auf der Bühne
Legende: Religiöse Symbole im Alltag Die Populärkultur bedient sich gerne religiöser Symbole - sei in der Musik, im Film oder der Literatur. Keystone

Der religiöse Einfluss wird im Musikvideo, Link öffnet in einem neuen Fenster zum Popsong «Like A Prayer» sehr deutlich. Die Statue eines dunkelhäutigen Jesus taucht auf, Madonna und der Heilige küssen sich, Kreuze brennen. Bei der Veröffentlichung des Videos 1989 hagelt es Proteste. Die Verwendung der christlichen Symbole sei Blasphemie. Sogar der Vatikan schaltet sich ein.

5. In der «Alien»-Trilogie opfert sich die Heldin für die Menschheit

Ellen Ripley opfert sich
Legende: Ellen Ripley opfert sich für die Menschheit und fällt in Kreuzposition in die Flammen. Screenshot 21st Century Fox

Im Film «Alien» lockt ein Notruf die Crew eines Raumfrachters zu einem unbekannten Planeten. Ein fremder Organismus, das Alien, dringt in einen der Männer ein. Der Parasit entwickelt sich zu einer Bestie. Die zweite Offizierin Ellen Ripley nimmt den Kampf auf, um die Menschheit vor dem Alien zu bewahren. Ellen Ripley bewahrt die Menschheit vor dem Bösen und opfert sich. Sie nimmt das Alien mit sich und fällt in Kreuzposition in die reinigenden Flammen.

6. Umstrittene Inszenierung von «The Passion of the Christ»

Jesus trägt das Kreuz
Legende: Der Film «Passion of the Christ» lehnt sich in seiner Inszenierung an das volkstümliche Passionsspiel an. . Screenshot Passion of christ

Jesus von Nazareth begeistert unzählige Menschen, doch längst nicht alle. Den römischen Herrschern sind sein Handeln und Wunderwirken zuwider. Der weitere Verlauf der Geschichte ist bekannt: Jesus wird von einem seiner Jünger verraten, später festgenommen, verurteilt, gefoltert und stirbt schliesslich den Kreuzestod.

Im Film «The Passion of the Christ» von Mel Gibson wird dieser Leidensweg eindringlich und äusserst gewaltvoll gezeigt. Das Ausmass der Gewalt sorgte für heftige Kritik. Der Film endet mit der Auferstehung Jesu, mit der Überwindung des Tods als Zentrum des christlichen Glaubens.

Sendung Treffpunkt, Radio SRF 1, 2. April 2021

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