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Radio SRF 1 Verludert unsere Mundart?

«Kartoffle» statt «Härdöpfel», «Pferd» statt «Ross», «chillen» statt «uusruie». Anglizismen und Teutonismen halten vermehrt Einzug in die Mundart. Die Neuen Medien haben diesen Trend verstärkt. Jugendliche kommunizieren in Chats, Mails oder SMS so wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.

«Mundart boomt, Mundart ist cool»

Das stellt SRF-Mundartexperte Markus Gasser fest. Ganze Festivals widmen sich der Mundart in all ihren Facetten. Medien erklären in Rubriken typische und vergessene Ausdrücke. Musiker wie Gölä oder Trauffer feiern mit Mundarttexten Erfolge.

Die Schweizer Mundart lebt, sie ist aber auch ständiger Veränderung unterworfen.

Mundart in der Literatur

Mundartliteratur ist in der deutschen Schweiz seit über zwei Jahrhunderten Teil der Kultur. Der Stellenwert des Dialekts variiert in der Gesellschaft. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Mundart auch zur geistigen Landesverteidigung, schreibt Albin Fringeli 1961 in Schweizer Dialekte:

In Zeiten, in denen nicht bloss unsere Eigenart, sondern auch unser Staat bedroht war, hat sich das ganze Volk mehr um seine Eigenheiten besonnen, als es heute der Fall ist.
Autor: Albin FringeliSchweizer Dichter und Autor

Die aktuelle Popularität der Mundart erklären Sprachwissenschaftler unter anderem auch als Reaktion auf die Globalisierung. Dazu kommen die Neuen Medien, die mit ihrer Schnelligkeit nahe an die gesprochenen Sprache herankommen.

Die Gäste in der Live-Sendung

Regula Schmidlin, Sprachwissenschaftlerin an der Universität Freiburg (FR) sagt:

Die Mundart verludert nicht, aber sie verändert sich ständig. Diese Entwicklung kann man bedauern, aber nicht aufhalten.
Autor: Regula SchmidlinSprachwissenschaftlerin

Rolf Hermann, Schriftsteller, spielt in seinen Texten mit dem Walliserdialekt und er meint:

Wenn ein Wort, das die Grossmutter noch verwendet hat, verschwindet, dann löst das bei mir Wehmut aus. Ich erstelle eine Liste mit Wörtern, die ich vermisse.
Autor: Rolf HermannSchriftsteller

Online-Diskussion

Verludert unsere Mundart durch Einflüsse aus der deutschen und englischen Sprache? Darüber haben SRF 1-Hörer und -Hörerinnen disktuiert. Hier finden Sie die Diskussion.

Video
Bitschgi, Gröibschi, Güürbsi: Wie wichtig sind (uns) Dialekte?
Aus Einstein vom 25.08.2016.
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26 Kommentare

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  • Kommentar von Anja Stadelmann  (Mercatua)
    Oh ja, mein Partner (Linguist) und ich stören uns auch oft daran: Träppe/Stäge, fein/lecker, azieh/alegge,... weshalb wir sie sammeln und festhalten (https://www.instagram.com/schwiizerdeutsch). Wir sind überrascht ob der Fülle an ständig neuen Wörtern!
    1. Antwort von Rolf Wysshaar  (Seeländer)
      Für mi äbe de wenn schon richtig Bärndütsch u i däm Fau ä Schtäge.
    2. Antwort von ely berger  (bärn)
      Träppe, lecker, azieh sind ja nicht neue Wörter, sondern deutsche mit unserer alemanischen Aussprache. Deutschschweizermundart ist alemannisch und die wird immer mehr durch deutsche Wörter ersetzt. 3000 Sprachen sind weltweit bedrohet. Alemannisch wird auch mal dazugehören, denn" ich bi am arbeite" ist nur 1 Buchstabe vom Standarddeutschen entfernt. Dass Träppe nicht Schweizerdeutsch bzw Alemanisch ist, wissen viele schon nicht mehr. So wird es weitergehen.
  • Kommentar von Liselotte Weber  (Flo)
    für mich das schönste Mundartwort, das von Franz Hohler(?) Totämüggerli
  • Kommentar von Liselotte Weber  (Flo)
    übrigens; ich bi stolz uf mini, nöd überall beliäbti, Zürischnurrä.
    A derä halt ich fescht und möcht nöd druf verzichtä. Ha aber käs Problem auf Schriftdeutsch, italienisch oder französisch zu wechseln.
    Mein Dialekt ist eine weitere Sprache die sprechen kann und will - also ich bin viersprachig!