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Trügerisches Eis Wann ist es sicher, gefrorenes Gewässer zu betreten?

Sobald die Temperaturen unter null sinken, wirkt gefrorenes Wasser stabil und verlockend. Doch Eis ist nicht gleich Eis: Je nach Gewässertyp, Tiefe und Wetter kann die Tragfähigkeit stark variieren. Wer die Unterschiede nicht kennt, riskiert, einzubrechen.

Ob See, Bach oder Teich – damit sich eine kompakte Eisschicht bilden kann, darf ein Gewässer von der Tiefe bis zur Oberfläche höchstens vier Grad kalt sein, wie Roman Brogli von SRF Meteo erklärt.

Bei Seen ist das eher selten der Fall, da Wasservolumen und Tiefe eine entscheidende Rolle spielen. In Flüssen und Bächen wiederum ist das Wasser ständig in Bewegung.

Teiche gefrieren am schnellsten

Kleine, flache Teiche hingegen reagieren rasch auf Kälte. Bereits nach wenigen Tagen Dauerfrost kann sich hier eine geschlossene Eisdecke bilden. Allerdings sorgen Pflanzen, Schlamm oder Zuflüsse für ungleichmässige Eisstärken. Optisch geschlossene Eisflächen können deshalb trügerisch sein.

Blick auf einen gefrorenen Pool (See). Davor ein Verbotsschild und Absperrungen.
Legende: Eisfläche nicht betreten Der künstlich angelegte See im Glattpark Opfikon ZH ist zwar nicht allzu tief – dennoch ist es polizeilich untersagt, die Eisfläche zu betreten. SRF/daue

Gefrorene Gewässer üben zwar eine grosse Anziehungskraft aus – doch Eis ist kein verlässlicher Boden. Wer sich darauf begibt, sollte die Unterschiede zwischen Teich, See und Fluss kennen und die Eisstärke realistisch einschätzen.

Besonders gefährlich sind dunkle Stellen, Schilfzonen, Risse oder Ein- und Ausläufe.
Autor: Roman Brogli Metereologe SRF Meteo

Hinzu kommt: Eis reagiert sensibel auf Temperaturschwankungen. Tauwetter, Regen oder starke Sonneneinstrahlung schwächen die Struktur von oben, während Strömungen von unten wirken. Besonders gefährlich sind dunkle Stellen, Risse, Schilfzonen sowie Ein- und Ausläufe.

Richtiges Verhalten auf Eisflächen

Damit Eis tragfähig ist, muss es mindestens 5 cm dick sein – mehr ist dabei immer besser.

Grafische Darstellung der Vorgaben für Eisdicke.
Legende: Richtwerte Es gilt: je dicker die Eissschicht, desto besser. SRF

Ab etwa 12 cm Eisdicke können sich mehrere Personen auf die Eisfläche wagen. Für Schlittschuhlaufen oder Eishockey sind mindestens 15 cm erforderlich. Diese Angaben gelten jedoch nur als Richtwerte.

Warnzeichen für unsicheres Eis

Knackende Geräusche, sichtbare Wasserstellen auf der Eisoberfläche oder dunkle, glasige Bereiche deuten auf instabiles Eis hin. Auch frischer Schnee kann gefährlich sein, da er Risse verdeckt und die Eisbildung zusätzlich hemmt. Grundsätzlich gilt: Unbekannte Eisflächen sollten niemals allein betreten werden. Im Zweifelsfall gilt immer: besser am Ufer bleiben.

Radio SRF 1, «Nachmittagsstunde», 7.1.2026, 14.00 Uhr ; 

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