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Virale Gesundheitsmythen Bei Gesundheitstipps im Netz ist oft Skepsis angebracht

Gesundheitstipps sind auf Social Media weit verbreitet – und in vielen Fällen wissenschaftlich nicht belegt oder schlichtweg nicht wahr. Was dahinter steckt.

Die Gesundheitsempfehlungen von selbsternannten Experten und Expertinnen auf Social Media sind teilweise grotesk. So wird etwa empfohlen, auf Sonnenschutz zu verzichten – weil Tiere ständig an der Sonne seien und auch ohne Sonnencreme keinen Sonnenbrand bekämen.

Andere sind überzeugt, dass sich Krebs bereits Jahre vor Ausbruch bemerkbar macht. Und wieder andere gehen so weit, Geschirrspültabs als Medizin anzupreisen. Viele Nutzende erkennen solche «Tipps» richtigerweise als Fake News, doch es sind längst nicht alle. Und nicht in jedem Fall ist es offensichtlich. Doch es gibt Warnzeichen.

Versprechen, verkaufen, verifizieren

Grundsätzlich seien alle Online-Gesundheitstipps skeptisch zu betrachten. «Wenn etwa ein Video sehr reisserisch daherkommt, mit vielen Farben und Bildern», sagt Saskia De Gani, Leiterin Zentrum für Gesundheitskompetenz der Careum Stiftung.

Oft würden in diesen Clips absolute Versprechen gemacht, was in der Medizin nicht möglich sei. Gleichzeitig würden oft Gesundheitsinstitutionen oder ausgewiesene Experten in den Videos angezweifelt. Ein Warnzeichen ist auch, wenn eine Verkaufsabsicht dahintersteckt. «Wenn ein Produkt oder eine neue Methode in werberischer Sprache gelobt wird, sollte man aufpassen», sagt De Gani.

Nicht immer kommerzielle Absichten

Wichtig sei auch das Gegenchecken. Das Internet bietet auch viele verlässliche Quellen. Oft reicht eine kurze Suche um ein Produkt als Fälschung zu identifizieren. Auch eine kritische Besprechung mit dem eigenen Umfeld könne helfen, sagt De Gani.

In vielen Fällen stecken hinter solchen Videos Verkaufsabsichten. Die Algorithmen würden das Angebot heute spezifisch auf uns zuschneiden, so De Gani. Bei Männern ab einem gewissen Alter gehe es beispielsweise oft um Haarausfall.

Es gibt aber auch Überzeugungstäter. «Manche wollen einfach Tipps verbreiten, die ihnen selbst vermeintlich geholfen haben. Heute passiert das oft über Social Media – gerade, wenn man viele Follower gewinnen möchte», sagt De Gani.

Wir wollen uns gut fühlen, lange leben und leistungsfähig sein. Das macht uns vulnerabel
Autor: Saskia De Gani Leiterin Zentrum für Gesundheitskompetenz der Careum Stiftung

Das geschehe teilweise sogar aus guten Absichten und nicht zur gezielten Desinformation – die Folgen können trotzdem gravierend sein.

Gesundheit ist Trendthema und daher für Fake News attraktiv

Videos mit falschen Empfehlungen lösen Verunsicherung aus, gerade, wenn sie den Empfehlungen von Ärztinnen und Ärzten widersprechen. «Das kann dazu führen, dass man am Ende noch öfter zum Arzt geht und das System belastet – obwohl es bereits am Anschlag ist», sagt De Gani. Es könne aber auch akut gefährlich werden. Zum Beispiel, wenn man aufgrund einer Empfehlung Desinfektionsmittel trinkt, so De Gani.

Gesundheit und langes Leben seien derzeit Trendthemen, was gezielten Fake News einen Nährboden bietet. «Wir haben ein hohes Gesundheitsbewusstsein, wir wollen uns gut fühlen, lange leben und leistungsfähig sein. Das macht uns vulnerabel», sagt De Gani.

Fakt oder Fake? – Die Themenwoche bei SRF

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SRF 1, Treffpunt, 26.1.2026, 10:03 Uhr ; 

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