Sie ist der Motorroller schlechthin: Die Vespa hat Städte rund um den Globus geprägt und gilt als weltweites Kultobjekt. Am 23. April wird sie 80 Jahre alt. Vier Geschichten rund um den wohl bekanntesten Roller der Welt.
1. Ein Motorrad-«Hasser» entwickelt die Vespa
Heute ist die Vespa eine Designikone, entstanden ist sie aber aus ganz anderen Gründen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren viele Strassen zerstört, Autos teuer und Benzin knapp. Ein einfaches, günstiges und zuverlässiges Fahrzeug musste her.
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Bild 1 von 32. 2004 posierte Sven Epiney mit einer Vespa. Bildquelle: KEYSTONE/Gaetan Bally.
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Bild 2 von 32. Ursula Andress in den 60ern in Rom auf ihrer Vespa. Bildquelle: Keystone/Everett Collection.
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Bild 3 von 32. Die Vespa und ihr kleiner «Bruder», der «Strampelroller», aufgenommen 1953. Bildquelle: KEYSTONE/Str.
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Bild 4 von 32. Rund 200 Vespa-Fans unterwegs mit Oldtimer-Vespas im Juli 2006 – damals zum 60. Geburtstag des italienischen Kult-Rollers. Bildquelle: Keystone/Walter Bieri.
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Bild 5 von 32. Papst Pius XII. segnet im Juni 1953 im Vatikans 20 Vespas. Die Fahrzeuge sind ein Geschenk für die holländische Caritas. Sozialarbeitern und Fürsorgern soll damit die Arbeit in den von einem Hochwasser geschädigten Gebieten erleichtert werden. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/KNA/Giordani.
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Bild 6 von 32. Auch der Samichlaus nutzt die Vespa gerne für rassige Auslieferungen. Bildquelle: Keystone.
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Bild 7 von 32. 55 Rekruten der Stadtpolizei Zürich erhalten in Thun einen motorwagentechnischen Einführungskurs (Archivaufnahme aus dem Jahr 1963). Bildquelle: KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Joe Widmer.
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Bild 8 von 32. Frauen begutachten an der Neuenburger Sport- und Campingausstellung 1953 eine Haube, die die Vespa vor Wind und Wetter schützen soll. Bildquelle: KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str.
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Bild 9 von 32. Winken für den Fotografen am Vespa-Treffen in Meilen ZH im Jahr 2012. Bildquelle: Keystone/Walter Bieri.
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Bild 10 von 32. Gepäck geladen und los geht's: Christian Steger, Präsident des Vespa Clubs Schweiz, war mit seiner Vespa schon auf Reisen. Bildquelle: ZVG.
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Bild 11 von 32. «Wenn ich auf meine Vespa steige, überkommt mich das Gefühl von Freiheit», sagt Christian Steiger in einem Interview aus 2016. Bildquelle: ZVG.
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Bild 12 von 32. Auch Passstrassen lassen sich mit den italienischen Rollern bezwingen. Bildquelle: ZVG.
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Bild 13 von 32. Im Winter lässt man die Vespa mit ihren dünnen Reifen besser stehen. Bildquelle: Keystone.
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Bild 14 von 32. Für viele steht die Vespa für italienisches Lebensgefühl. Bildquelle: ZVG.
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Bild 15 von 32. Italienischer Roller, italienisches Essen: Das passt perfekt. Bildquelle: ZVG/Daniel Urben.
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Bild 16 von 32. «Ich fahre seit 1986 leidenschaftlich Vespa», sagt Daniel Urben. Bildquelle: ZVG/Daniel Urben.
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Bild 17 von 32. Ein Farbtupfer in der Natur: die rote Vespa von Daniel Urben. Bildquelle: ZVG/Daniel Urben.
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Bild 18 von 32. Von Sizilien bis ans Nordkap: Diese Strecke hat der Italiener Alessandro Volpe im Sommer 2024 in weniger als einem Monat unter seine Vespa-Räder genommen. Bildquelle: ZVG/Jörg Hohler.
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Bild 19 von 32. Der Vespa-Look kann auch mal ausgefallen sein. Bildquelle: ZVG/Daniel Urben.
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Bild 20 von 32. Zu Gast beim SRF: Christian Steger, Präsident des Vespa Clubs Schweiz, zusammen mit Moderatorin Christina Lang. Bildquelle: SRF.
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Bild 21 von 32. Es sind Kindheitserinnerungen, an die Maya Schönenberger beim Thema Vespa denkt: den Vater zum Tanken begleiten, den Fahrtwind in den Haaren: «Diese traurig-schöne Erinnerung ist für mich besonders wertvoll, denn mein Vater ist inzwischen verstorben.». Bildquelle: ZVG/Maya Schönenberger.
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Bild 22 von 32. Beladen mit Deko: der Samichlaus-Ride vom Vespa Fan Club in der Stadt Zürich. Bildquelle: ZVG.
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Bild 23 von 32. «Das Fahrvergnügen mit Badelatschen, Bermudas und T-Shirt ist einfach genial und befreiend», sagt Andreas Jenni. Das Spezielle an seinen beiden Vespas sei: Trotz gleichem Jahrgang 1960 hat die eine eine 3-Gang- und die andere eine 4-Gang-Handschaltung. Bildquelle: ZVG/Andreas Jenni.
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Bild 24 von 32. Auch zu zweit lässt sich auf der Vespa wunderbar durch die Landschaft reisen. Im Bild die Eltern von SRF 1-Hörer Christian Bürki Anfang der 60er-Jahre. Bildquelle: ZVG/Christian Bürki.
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Bild 25 von 32. Eine Vespa eignet sich auch zum Transportieren von Skis, wie das Foto von Joe Lang zeigt. Bildquelle: ZVG/Joe Lang.
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Bild 26 von 32. Mit ihrer Vespa «Mathilda» hat SRF 1-Hörerin Iva Juricic schon viele Länder Europas bereist. «Mit der Vespa sieht man Orte und trifft man Menschen, die es immer sehr gut mit mir meinten.». Bildquelle: ZVG/Iva Juricic.
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Bild 27 von 32. SRF 1-Hörerin Christine Schnetzler Ton in Ton mit ihrer Vespa. Bildquelle: ZVG/Christine Schnetzler.
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Bild 28 von 32. Schlagersängerin Monique sei ein riesiger Vespa-Fan. «Ich reiste damit bis nach Holland, ins Piemont und in die Toscana.». Bildquelle: ZVG.
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Bild 29 von 32. Ein passenderes Setting gibt es kaum: SRF 1-Hörer Giuseppe Guerriero mit seiner Vespa in Rom. Bildquelle: ZVG/Giuseppe Guerriero .
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Bild 30 von 32. In drei Tagen über sechs Pässe: SRF 1-Hörerin Edith Flütsch sei damit «so richtig kurvensicher» geworden. Bildquelle: ZVG/Edith Flütsch.
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Bild 31 von 32. Diese Vespa aus dem Jahr 1976 sei ein Erbstück des Vaters, erzählt SRF 1-Hörerin Madlen. Bildquelle: ZVG.
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Bild 32 von 32. «Die Region war voller Vespas – ein unglaubliches Erlebnis», erzählt SRF 1-Hörer Manuel von einem Abstecher auf den Sustenpass. Bildquelle: ZVG.
Enrico Piaggio beauftragte deshalb den Luftfahrt-Ingenieur Corradino D'Ascanio mit der Entwicklung eines solchen Transportmittels. Dessen Traum war eigentlich, einen Hubschrauber zu bauen. Motorräder hielt er für dreckig, laut und unpraktisch.
Deshalb entwickelte er einen möglichst alltagstauglichen Roller: Sein Modell sollte einen verkleideten Motor und einen Durchstieg haben, damit die Fahrt bequem ist.
2. Sie summt wie eine Wespe
Der Name des ikonischen Rollers kommt aus dem Italienischen und bedeutet «Wespe». Zu verdanken hat er ihn dem italienischen Unternehmer Enrico Piaggio: Der schlanke, taillierte Prototyp und das Brummen des Motors erinnerte ihn an eine Wespe.
Seinen kreativen Einfall liess der Unternehmer 1946 zum Patent anmelden. Zwei Jahre später kam die Vespa offiziell auf den Markt.
3. Als Dalì eine Vespa signierte
Die Geschichte des Kult-Rollers hat einige Einzelstücke hervorgebracht: Eines davon ist die «Vespa Dalì», die heute als eines der wertvollsten Stücke der Welt gilt.
Zu verdanken hat sie ihren Wert zwei spanischen Studenten und dem spanischen Künstler Salvador Dalì. Die zwei jungen Spanier waren im Sommer 1962 mit ihrer Vespa auf einer Tour durch Europa, als sie in Cadaquez auf Dalì trafen. Der Künstler verzierte die Vespa und unterschrieb mit seinem Namen und dem seiner Muse Gala.
Der bemalte Roller gewann die Aufmerksamkeit mehrerer Museen. Zurzeit steht die «Vespa Dalì» im Museo Piaggio in der Provinz Pisa.
4. Die Vespa wird zur kulturellen Ikone
Von Europa über Asien bis Neuseeland: Über 18 Millionen Vespas rollen weltweit über die Strassen. Allein in den letzten zehn Jahren wurden 1.6 Millionen Exemplare verkauft, die Marke hat einen geschätzten Wert von knapp 830 Millionen Franken.
Die Bekanntheit des italienischen Rollers zeigt sich auch in der Popkultur: Die Vespa kommt in über 150 Filmen vor. Legendär ist beispielsweise ihr Aufritt in «Herz und eine Krone» mit Audrey Hepburn.