Chräbeli
Das Badener Chräbeli ist seit mehr als einem Jahrhundert als Spezialität der Stadt Baden (AG) bekannt. In Baden werden Chräbeli nicht nur in der Weihnachtszeit, sondern das ganze Jahr über verkauft. Die ersten Belege gibt es aus dem Jahr 1710.
Gemäss Mundartexperte Markus Gasser haben Chräbeli ihren Namen von ihrer Form: «Chräbeli kommt von Chräbel, was Kralle eines Tiers bedeutet.» Im Spätmittelalter und in der Frühneuzeit wurden Anisgebäcke auch als Bauernmarzipan bezeichnet, weil sie ein Ersatz für das teure Marzipan waren.
Mailänderli
Das Mailänderli gilt als das meistgegessene Wiehnachtsguetzli. Ob das Mailänderli etwas mit Mailand zu tun hat? «Das könnte schon sein, nur leider gibt es keine Belege dafür», sagt Markus Gasser.
Die ersten Mailänderlirezepte erschienen unter dem Namen «Gâteau de Milan» im 18. Jahrhundert in Berner und Basler Kochbüchern. Zutaten wie Zucker oder Butter, die im Mailänderli enthalten sind, konnten sich vor allem die Gutbetuchten leisten. Ab dem 19. Jahrhundert kannte man das Mailänderli in Bern als «Miläänli».
Tirggel
Heute kennt man Tirggel als Honiggebäck aus dem Kanton Zürich. Früher wurde verschiedenes Kleingebäck als Tirggel bezeichnet. Die ersten Belege sind über 500 Jahre alt. «Somit ist Tirggel das älteste belegte Fest- oder Weihnachtsgebäck in der Deutschschweiz», sagt Gasser. Vermutlich hat Tirggel etwas mit dem Verb «targge» oder «tirgge» zu tun, was so viel bedeutet wie «mit einer breiigen, klebrigen Masse hantieren».
Erstmals erscheint der Tirggel im 15. Jahrhundert in einem Gerichtsurteil, steht im Inventar des kulinarischen Erbes der Schweiz. Im Zürcher Unterland soll 1461 eine Frau als Hexe bei lebendigem Leib eingemauert worden sein. Warum? Sie hatte gestanden, einem Jungen einen Tirggel gegeben zu haben – worauf er starb. Eigentlich habe sie ihn heilen wollen. Scheinbar ging es mit dem bisher unbekannten Gebäck wie später mit dem Tabak oder der Kaffeebohne: Es wurde vorerst als Heilmittel angewendet.
Brunsli
Der Name Brunsli hat gemäss Markus Gasser mit der Farbe zu tun: «Brunsli kommt von Bruun, also Braunes.» Sie werden in der ganzen Schweiz gebacken, haben aber einen besonders starken Bezug zu Basel, weshalb sie auch Basler Brunsli genannt werden. Eines der ersten Brunslirezepte erschien im Jahr 1750 in der Publikation «Das süsse Basel». So steht es im Inventar des kulinarischen Erbes der Schweiz.
Spitzbuben
Der Spitzbub ist weitaus jünger als die anderen klassischen Weihnachtsgebäcke. Eines der ersten Rezepte für Spitzbuben findet man im Kochbuch «Das Meisterwerk der Küche» aus dem Jahr 1929. Die grossen Spitzbuben, die das ganze Jahr über erhältlich sind, werden auch Ochsenaugen genannt.
Auch beim Spitzbuben gibt es keine Belege, wie das Gebäck zum Namen gekommen ist. Markus Gasser vermutet, dass das Gebäck nach dem Wort Spitzbub («Schelm») benannt wurde, weil die drei Löcher im Deckel an ein Gesicht erinnern.
Totenbeinli
Das Nussgebäck Totenbeinli stammt ursprünglich aus dem Kanton Graubünden. Die Guetzli heissen gemäss Gasser wohl so, weil sie wie ein Totenbein aussehen – ein altes Wort für Knochen. Früher sollen sie vor allem beim Leichenschmaus zum Kaffee gereicht worden sein. Im Engadin wurden die «Oss da mort» zu Allerseelen am 2. November zubereitet, dem römisch-katholischen Totenfest.