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Aktuell Eine kurze Geschichte des Schweizer Frauenwahlrechts

Am Donnerstag läuft  «Suffragette» an. Der Film erzählt vom Kampf einer britischen Untergrund-Organisation für das Frauenwahlrecht zum Beginn des 20. Jahrhunderts. In der Schweiz dauerte es noch länger, bis auch Frauen abstimmen und wählen durften.

Frauen kämpfen für ihr Recht.
Legende: Ja für die Frau! Nach jahrzehntelangem Kampf erhielten die Schweizer Frauen am 7. Februar 1971 die volle politische Gleichberechtigung auf Bundesebene. Keystone

Der Kampf für Gleichberechtigung war und ist ein langer und zäher. Das zeigt  «Suffragette» eindrucksvoll am Beispiel Grossbritanniens. Der Film (in den Hauptrollen unter anderem Meryl Streep und Carey Mulligan) beschreibt die Geschichte der «Women's Social and Political Union», die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts während teils brutalen Auseinandersetzungen mit dem Staat immer mehr zur radikalen Untergrundorganisation wandelt. Erst 1928 wurde das Wahlrecht für Frauen eingeführt.

Der Trailer zu «Suffragette»

In der Schweiz dauerte der Weg noch über 40 Jahre länger – erst 1971 wurde das Frauenstimmrecht von der Bevölkerung angenommen.

Klare Trennung

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gab es hierzulande Gruppierungen, die sich vermehrt für die Belangen der Frau einsetzten. Ihr Kampf fusste aber immer noch auf einem Weltbild, das die Rolle von Mann und Frau in der Gesellschaft zweigeteilt sah: während Frauen in sozial-moralischen Belangen aktiv waren, sollte den Männern die Politik überlassen werden.

Zur Zeit des Ausbruchs des ersten Weltkriegs bestanden in der Schweiz schon mehrere Frauenverbände – und während in Europa nach Ende des Krieges 1918 schon in einigen Ländern (unter anderem Deutschland) das Wahlrecht für Frauen eingeführt worden war, wartete man hier immer noch auf Gleichberechtigung.

Besonders in den 1930er-Jahren traten ihre Forderungen in den Hintergrund – der aufkommende Faschismus machte das Weiterverfolgen der politischen Ziele beinahe unmöglich. Die Stimmen, die ein geschlechterübergreifendes Wahl- und Stimmrecht forderten, waren trotzdem nicht mehr zu überhören.

Das lange Warten

Erst 1959 kam es auf nationaler Ebene zur ersten Abstimmung über das Frauenwahlrecht. Die männliche Wählerschaft lehnte den Vorstoss aber mit grosser Mehrheit ab. Vor allem die 68er-Bewegung fungierte in der Stimm- und Wahlrechtsfrage quasi als Dosenöffner. Es entwickelte sich eine Art neuer und radikalerer Feminismus, der nicht länger nur auf traditionellen Werten basierte – und schliesslich 1971 das Frauenwahlrecht mit sich zog; als einer der letzten mitteleuropäischen Staaten. Es sollte aber noch 13 weitere Jahre dauern, bis mit Elisabeth Kopp die erste Bundesrätin gewählt wurde.

Eine Ausnahme stellte der Kanton Appenzell-Innerrhoden dar. Noch am 29. Mai 1990 sagten die Männer an der Landsgemeinde in Appenzell ein letztes Mal Nein zum Frauenstimm- und Wahlrecht auf Kantonsebene. Die Veränderung kam trotzdem und zwar von oben diktiert. Im November 1990 sprach das Bundesgericht ein Machtwort und beschloss: Auch im Kanton Appenzell Innerrhoden seien Menschenrechte wichtiger als Tradition. Im April 1991 war es dann soweit: An der Landsgemeinde in Appenzell hoben erstmals auch Frauen ihre Hand zur Stimmabgabe.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande, 8444 Henggart
    Frauenwahlrecht vor über 50 Jahren! 2016 immer noch keine Lohnfairness für die Frauen!! Beschämende, rückständige Tatsache! Und seit vielen Jahren unterhalten die Schweizer BüregrInnen mit ihren Steuergeldern ein teures "Büro für die Geichstellung der Frau", was absurd ist, da absolut ineffizient und inkompetent und somit abzuschaffen ist (Steuergeldverschwendung)! Wann setzt sich die männerlastige SVP auch für die Rechte der Frauen (fast 2/3 der CH-Bevölkerung) ein???
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    nun, wenn ich sehe was die S.Sommaruga angerichtet hat.. waere es wohl besser gewesen.. na nur so ein Gedanke, natuerlich sind die Frauen eine Bereicherung der Gemeinschaft der Waehler,, und der Parteien.. Zu sagen: ICH bin dankbar dass es Euch gibt!
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    1. Antwort von Doris Loegel, Fulenbach
      Hr.Nanni, jetzt haben Sie aber ganz knapp noch die Kurve gekriegt! :-) Was Ihre Meinung zu Frau Sommaruga betrifft,da sind wir nicht einer Meinung, das wissen Sie.Nun,ich respektiere dies,kann aber nur sag,dass ich den größten Respekt vor ihr habe.Sie ist eine starke Frau,angesichts dieser Anfeindungen und Verunglimpfungen, die sie ständig von der Blocher-Partei und derer Wähler ertragen muss.Sie macht ihren Job gut,und CB könnte es nicht besser,wäre er noch an ihrer Stelle,das weiss er.
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  • Kommentar von Doris Loegel, Fulenbach
    Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass ein gewisser Christoph Blocher 1985 mit einem rechtsbürgerlichen Komitee eine Initiative lancierte, um das neue Eherecht zur Gleichberechtigung von Mann und Frau zu bekämpfen. Zum Glück ist er sm 22. September 1985 bei der Abstimmung gescheitert. Nicht auszudenken, wenn er damals bereits soviel Geld, Macht und Einfluss gehabt hätte wie heute! Ich bin überzeugt, viele Bürger hätten sich blenden lassen & die Gleichberechtigung der Frau als Bedrohung gesehen.
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