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Kultserie «Orange Is the New Black»: Sechster Sommer im Gefängnis

Dieses Wochenende veröffentlicht Netflix eine neue Staffel der Frauenknast-Serie «Orange Is the New Black». Wie immer mitten im Sommer. Sie bleibt auch nach fünf Staffeln sehr erfolgreich. Obwohl Serien mit zunehmender Laufzeit normalerweise Zuschauer verlieren. Das sind die Gründe.

Das zweitälteste Netflix-Original (nach «House of Cards») gehört immer noch zu den fünf erfolgreichsten Serien des Streamingdienstes. Zu verdanken hat die Serie dies zweifelsohne ihren Figuren.

Spannende Vorgeschichten

In diesem Frauengefängnis gibt es keine Langweiler. Ins Gefängnis kommt man schliesslich nicht fürs Däumchen drehen. Drogensüchtige, Kleinkriminelle, Gangmitglieder: Jede Frau in diesem Gefängnis hat ihre Vorgeschichte, die man als Zuschauer häppchenweise serviert bekommt. Man erfährt immer nur ein bisschen davon. Ein Teil der Vorgeschichte bleibt Mysterium. Das hält die Spannung aufrecht. Die Serie bleibt frisch.

Keine nervige Hauptfigur

Hauptfigur Piper Chapman sitzt im Gefängnis, weil sie für ihre College-Geliebte einen Koffer mit Drogengeldern transportiert hatte.
Legende: Hauptfigur Piper Chapman sitzt im Gefängnis, weil sie für ihre College-Geliebte einen Koffer mit Drogengeldern transportiert hatte. Netflix

Piper, die ohne allzu grosses eigenes Zutun im Gefängnis landet, hat zwar durchaus Nervpotential. Aber bevor einem ihr unschuldiges Getue richtig auf den Sack geht, beginnen die Serienautoren, Pipers dunkle Seiten zu zeigen. Sie zieht ein Internetgeschäft mit den gebrauchten Unterhosen ihrer Kolleginnnen auf. Als abgebrühte Knastfrau kann man sie wieder lieben. Zudem rückt Pipers Geschichte in den Hintergrund und neue Figuren werden zentraler.

Keine Quotenhomos

Klar, die Show arbeitet mit Frauen-Klischees: Lesben mit rasierten Haaren und Bierbäuchen – oder tussige Transsexuelle mit Perrücke und künstlichen Nägeln. Aber benutzt werden die Klischees nur, um sie zu brechen. Die Transsexuelle war früher Feuerwehrmann und packt in Notsituationen immer noch hart an. Die ruppigen Lesben haben die weichsten Herzen.

Der Cast von «Orange Is the New Black»: Echte Diversität.
Legende: Der Cast von «Orange Is the New Black»: Echte Diversität. Netflix

Und im Gegensatz zu vielen anderen Serien wirkt die Diversität in der Serie nicht aufgesetzt. Keine Quotenhomos oder Alibischwarze. In diesem Gefängnis leben wirklich Menschen aller Gattungen zusammen. Jede hat ihren Platz. Den kleinsten die weisse Mittelschicht, die sonst überall die Hauptrolle spielt.

Zenit überschritten?

In der dritten und viertel Staffel wurde manchem Zuschauer etwas langweilig. An die Figuren hatte man sich gewöhnt und die Story bewegte sich nicht wirklich vorwärts. Also brachen die Autoren die Routine und zeigten in Staffel 5 einen Gefängnisaufstand. Alle 13 Folgen spielen innert weniger Tage. Die Figuren rückten in den Hintergrund. Kritiker sagen, der radikale Richtungswechsel sei nötig gewesen, weil die Handlung erschöpft war. Und die Serie ihren Zenit überschritten habe.

Die Fangemeinde ist allerdings nach wie vor gross. Gemäss Netflix war «Orange Is the New Black» 2017 die Serie, welche neue Kunden als erstes bingten. Eine siebte Staffel «Orange Is the New Black» ist bereits bestellt. Sie wird nächsten Sommer wieder Millionen Menschen weltweit an die Bildschirme fesseln - beim schönsten Badewetter.

Mani Neubacher

Mani Neubacher

SRF 3-Serienkenner

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Mani Neubacher berichtet für SRF 3 im Radio und Online über Serien, Food und Hintergründe.

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