Marc Amacher: «Meine Chancen interessieren mich nicht»

Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn: Marc Amacher polarisiert. Der Brienzer steht am kommenden Sonntag im Final von «The Voice of Germany». Wir haben mit dem Schweizer Blues-Musiker über seine Vorbereitungen für die Entscheidungsshow, Hater und seine Ambitionen gesprochen.

Marc Amacher, wie sehen deine Tage vor dem Final aus?

«Es gibt viel zu tun und es läuft viel auch nebenher. Ich muss Bühnenoutfits finden, dann gibt man Interviews und dreht noch Dinge vor der Sendung. Der Zeitplan ist schon ziemlich straff.

Zwischendurch sollte man auch noch etwas essen oder die Kleider waschen. Ein bisschen haushalten. Und sonst halt wirklich: üben, üben, üben.»

Bitte? Ihr müsst eure Wäsche selber machen?

«Das ist kein Flohnerleben hier. Auf der Bühne schaut ProSieben schon. Da wirst du betreut. Aber was ich privat brauche, da schaue ich eben selbst.» (Er ist zurzeit vom Sender in Berlin untergebracht, muss für den Haushalt aber selber schauen).

«Meine Frau zuhause muss ja auch für die Kinder schauen und kochen. Ein normaler Büezer, der nicht verheiratet ist, der muss auch die Post holen, kochen und seine Arbeitskleider waschen. Und wir sind ja hier am «büglä».»

Bekommst du etwas mit vom durchaus auch negativen Rummel um deine Person?

«Wann wars nicht so? Ob du jetzt im Fernsehen bist oder nicht, es gibt immer die, die finden: Hey huere guet. Und es gibt die, die finden: Shut the fuck up Alter!

Das ist halt einfach so im Leben. Die einen haben dich gern und die anderen weniger. Ich habe nicht unbedingt das Bedürfnis Everybody's Darling zu sein.»

Verletzen dich negative Kommentare?

«Es ist für mich die grössere Stärke oder der sinnvollere Umgang mit negativen Gefühlen, wenn man jemanden halt nicht so cool findet oder nicht so mag, hinzustehen und zu sagen: Hör zu, mir gefällts nicht, aber wenn es für dich stimmt, dann machs.»

Wie schätzt du deine Chancen ein im Final?

«Die interessieren mich nicht. Ich will einfach Musik machen. Ey, ich habe es bis in den Final geschafft!

Ich bin ein Schweizer Büblein aus Brienz und stehe jetzt hier in einer Sendung, bei der keine Ahnung wieviele Leute zuschauen. Die Leute haben mich gewählt. Ich stehe im Final. Ich habe das durchgezogen, was ich auch gemacht hätte, wenn ich zuhause geblieben wäre.

Aber zum ersten Mal besteht wirklich die Chance, dass es mit der Musik klappen könnte. Ich habe jetzt schon gewonnen. Da können mich die Leute scheisse finden oder nicht. Aber Fakt ist, bis hierher habe ich es geschafft. Ich bekomme eine Grundlage, habe ein Spotlight auf mir, und jetzt kann ich dahinter, und auf das freue ich mich.»

Sendung zu diesem Artikel