Pause: Die Geschichte von zwei Strichen

Wir kennen sie vom Kassettengerät, von der Stereoanlage, vom Handy, vom Videorekorder, von der TV-Fernbedienung: Der Pausenknopf. Wo kommt der eigentlich her?

Kassettenrekorder von Sony Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auf dem Sony EL5 ist 1976 ein Pausenzeichen zu sehen. http://cassetterecorder-museum.com/de/galerie.html

Bei manchen Fragen hilft auch das Web nicht weiter. Unsere Recherche, woher das Pausenzeichen herkommt, führt in verschiedene Foren, wo ebendiese Frage diskutiert wird, ohne eine klare Antwort hervorzubringen.

Wenn Google und Co. nicht helfen, dann eben Experten. Gefunden haben wir Robert Lzicar. Er ist Dozent für die Geschichte der Visuellen Kommunikation an der Berner Fachhochschule. Er vermutet, dass Sony das Pausenzeichen 1976 erstmals verwendet hat (siehe Foto oben). 1979 verwendete auch Philips das Zeichen.

Doch ein Standard waren die beiden Striche noch längst nicht. Dozent Robert Lzicar hat bei seiner Kurzrecherche ein Sony-Gerät aus dem Jahr 1980 gefunden, bei dem die Pausentaste wie 1965 mit «Pause» angeschrieben war.

Zeichendeutung

Diskutiert wird auch, was das Zeichen mit den beiden Strichen bedeutet. Während einige ein Symbol für eine offene elektronische Verbindung vermuten, sehen andere ein Stoppzeichen mit einer Trennung in der Mitte. In der Musik werden traditionell zwei Striche als Zäsur verwendet, ebenfalls eine mögliche Erklärung der Herkunft dieses Zeichens.

Spannend zu wissen, ist die technische Funktion hinter der Pausentaste - einst bei den Kassettengeräten. Die Pausentaste sorgt nämlich dafür, dass der Transport-Motor anhält, nicht aber der Lesekopf. Dieser bleibt aktiv, sodass beim erneuten Pausendrücken das Band weiterläuft. Beim Stoppknopf hingegen hält nicht nur der Motor, sondern auch der Lesekopf an und das Gerät braucht länger, wieder «in Fahrt» zu kommen, wenn Play gedrückt wird.

Zeitweise war umstritten, ob diese Pausenfunktion fürs magnetische Band schädlich ist. Gut möglich, dass diese Funktion auch darum bei vielen Geräten fehlte. Heute lassen sich Audios selbst auf dem Handy mit der guten alten Pausentaste anhalten und das Audio-Material (z.B. Mp3) leidet auch nicht.