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Aktuell Regional, saisonal, piepegal?

Das Credo «immer regional und saisonal einkaufen» haben wir uns längstens einverleibt. Doch kaum sehen wir jetzt die knallroten Erdbeeren in den Läden, können nur wenige von uns widerstehen. Muss uns das schlechte Gewissen plagen? Sollten wir nur noch Rüebli und Äpfel aus der Schweiz essen?

Im Winter sollte man lieber zur Kiwi greifen.
Legende: Erdbeere: Im Winter sollte man lieber zur Kiwi greifen. Colourbox

Nein, sagt Ökobilanz-Expertin Franziska Stössel. Aber wir können auch bei importierten Früchten und Gemüsesorten bewusster einkaufen. Hier sind 6 Tipps, die ein bewusstes Einkaufen zu dieser Jahreszeit einfacher machen:

1. Alles ausser Flugzeug

Obst, welches per Flugzeug importiert wird, verursacht mit Abstand den grössten CO2-Verbrauch: Nämlich 10 Mal mehr als per Lastwagen. Grüne Spargeln und Papaya sind solche Kandidaten. Bei gewissen Grossverteilern sind diese Früchte und Gemüsesorten daher extra mit einem Signet gekennzeichnet.

2. Nah ist nicht immer besser

Holland und Spanien sind zwar näher als Mexiko. Aber Achtung: Gewächshäuser, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, sind auf der Rangliste gleich unter den Früchten, die per Flugzeug importiert wurden.

3. Vorfreude ist die beste Freude

Klar, die Avocado und die Banane wachsen auch nicht im Sommer bei uns. Aber auf diejenigen Früchte und Gemüsesorten, die auch in der Schweiz Saison haben (Tabellen siehe Kasten oben), können wir jetzt ab und zu verzichten und dafür umso mehr im Sommer geniessen.

4. Schweizer Obst ist nicht immer besser

Äpfel, die über Winter kühl gelagert werden müssen, sind vom CO2-Verbrauch her nicht gleich wie Äpfel direkt vom Schweizer Baum. Auch dort schauen: Hat die Frucht momentan Saison?

5. Kiwi ist der Winter-Retter

Im Winter sind saisonale und regionale Früchte eine Rarität. Statt Erdbeeren aus Spanien oder Papaya aus Übersee lieber zur Kiwi greifen. Kiwis können wie Äpfel sehr lange gelagert werden und kommen meist aus Norditalien – also relativ nah.

6. Kauf die Hälfte

Wenn dich die Erdbeeren aus Spanien trotzdem gluschtig machen: Einmal kaufen, das nächste Mal dafür darauf verzichten.

11 Kommentare

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  • Kommentar von S. Meier, Eglisau
    Sehr Geehrter Herr Alder, bin nach 1980 geboren und weiss sehr genau, was, wann Saison hat. Es sollte verboten werden, jetzt Erdbeeren, Spargeln aus Peru! Welche sie beim Migros leider schon seit Ende Januar feil haben, zu verkaufen. Spargelbauern sind es leid, die Spargeln zu mähen weil in der Schweizer Spargelsaison wenige Konsumenten noch Lust darauf haben.
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  • Kommentar von E. Brun, Schwyz
    Die Erdbeeren in Spanien werden in der Region vom Nationalpark Donana angebaut. Eines der wichtigsten Feuchtgebiete der Welt und Rast- und Brutplatz für Millionen von Zugvögeln, sowie Heimat von stark gefährdeten Tieren (z.B. Iberischer Luchs). Das Feuchtgebiet ist massiv bedroht von Austrocknung. Eine ökologische Katastrophe. Grund sind die Erdbeerbauern, welche den Zuflüssen das Wasser abgraben. Und das ausgerechnet in der wichtigen Winterzeit, wo die Wasserreserven aufgefüllt werden sollten.
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  • Kommentar von Daniel Alder, Birmensdorf
    Bei all der Diskussion um saisonale Früchte und Gemüse geht vergessen, dass die nach ~1980 geborenen ja gar nicht mehr wissen, was wann Saison hat. Wenn man 12 Monate im Jahr immer die gleichen Dinge im Laden sieht, und einem die Eltern genau dieses Angebot auch an den Esstisch gebracht haben, wie soll man das denn auch lernen?
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