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Serienkritik Heisse Hexen hexen wieder

Die trashigen Hexenserien «Charmed» und «Sabrina» liefen praktisch durchgehend im Vorabendprogramm der 90er und 00er-Jahre. Nun sollen Neuauflagen die Millionen von Fans wieder vor die Bildschirme locken. Das könnte bei «Sabrina» klappen. Bei «Charmed» fehlten den Machern neue Ideen.

Links die neuen Charmed-Hexen, rechts das Original aus den 90ern.
Legende: Links die neuen Charmed-Hexen, rechts das Original aus den 90ern. The CW

Mit «Charmed» und «Sabrina» verbrachte ich meine Jugend. Nach der Schule direkt vor den TV. Und gaffen, bis die Eltern nach Hause kommen.

Mani Neubacher

Mani Neubacher

SRF 3-Serienkenner

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Mani Neubacher berichtet für SRF 3 im Radio und Online über Serien, Food und Hintergründe.

«Charmed» mochte ich immer etwas lieber. Mir sagten die billigen Specialeffects zu. Und die schlecht gemachten Dämonen – Niveau knapp über Fastnachtskostüm. Das reichte vollkommen, um mich von den Hausaufgaben abzulenken.

Fasnacht oder Fernsehserie? Dämon Belthazor im «Charmed» der 90er.
Legende: Fasnacht oder Fernsehserie? Dämon Belthazor im «Charmed» der 90er. The WB

Nervige alte Sabrina

Das hysterische und naive Hexenblondchen «Sabrina» hingegen schaute ich nur, weil es halt grad so lief im TV. Auch ihr sprechender Kater Salem amüsierte mich kaum. Glich eher einem abgeranzten Stofftier als einer richtigen Katze.

Fernsehhexe Sabrina und ihr sauglattistischer Fernsehkater Salem in der 90er-Version von «Sabrina».
Legende: Fernsehhexe Sabrina und ihr sauglattistischer Fernsehkater Salem in der 90er-Version von «Sabrina». ABC

Starke neue «Sabrina»

Bei den Neuauflagen ist es nun umgekehrt. Die stimmungsvolle Adaption von «Sabrina» hat mich reingezogen. Die verjüngten Hexen von «Charmed» hingegen weckten lediglich ein bisschen Nostalgie.

Kiernan Shipka (bekannt aus der serie «Mad Men») spielt die neue Sabrina.
Legende: Kiernan Shipka (bekannt aus der serie «Mad Men») spielt die neue Sabrina. Netflix

Die Serie «Sabrina» hat Netflix völlig umgekrempelt. Weg von der billig gemachten Familien-Seifenoper. Die neue Serie ist düsterer. Und die 16-jährige Hexe nun richtig cool. Kiernan Shipka, die vielen als Tochter bei «Mad Men» in Erinnerung sein dürfte, macht Sabrina zur vielschichtigen Figur. Man kann sich in ihrem Gesicht verlieren: Niedlich aber stark. Hübsch aber uneitel. Liebenswert aber selbstbestimmt.

Ideenloses neues «Charmed»

Die einzig Neuerung bei «Charmed» ist Diversity. Das Hexentrio besteht nun aus zwei Latinas und einer Afroamerikanerin. Und eine der drei Schwestern ist lesbisch. Abgesehen davon bleibt alles beim Alten: Schlechte Schauspielerinnen kämpfen gegen noch schlechtere Dämonen. Als Fernsehzuschauer bin ich mir inzwischen auch bei Serien hochwertige Spezialeffekte gewöhnt. «Game of Thrones» lässt grüssen. Da amüsieren mich die spürbar billigen Effekte im neuen «Charmed» nicht mehr.

Neues «Charmed» schwer verfügbar

Weil die Neuauflage dem Original so ähnlich ist, verspürte ich beim Schauen zwar eine wohlige Nostalgie. Die reichte aber nicht, um mich wirklich anzufixen. «Charmed» dürfte es schwierig haben, ausserhalb der eingefleischten alten Fangemeinde neue Zuschauer zu finden. Zudem kommt die Serie nur im klassischen US-TV. Für Schweizer Zuschauer heisst das: Wöchentlich eine Folge, die man sich auf halblegalem Weg via Internetstreaming oder Bittorrent-Download besorgen muss.

«Sabrina»-Erfolg abzusehen

«Sabrina» hingegen bekommt man als Serienfan, so wie man es mag. Die ganze erste Staffel ist auf Netflix weltweit verfügbar. Und so wie der Streamingdienst die Werbetrommel für die Serie rührt, ist ein Erfolg abzusehen. Mich würde es freuen, denn ich bin schon ein bisschen «Sabrina»-süchtig.

Und übrigens: Im Netz wirbelt die neue «Sabrina» schon ordentlich Staub auf. Hier zum Beispiel reagiert der alte «Sabrina»-Cast auf die neue Serie...

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