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Serientipp 5 Gründe, warum dich die Serie «Babylon Berlin» umhauen wird

Zugegeben: Beim Serien schauen bin ich ein Freund des Exzesses. Von Sex, Drogen und Verschwörungstheorien kann ich gar nicht genug kriegen. «Babylon Berlin» bedient mich mit perfekt inszenierter Reizüberflutung. Hier sind 5 Gründe, warum ich die Serie liebe.

Im Club «Moka Efti» werden in der Serie die wildesten Parties gefeiert.
Legende: Im Club «Moka Efti» werden in der Serie die wildesten Parties gefeiert. Sky/ZDF

1: Verruchtes Berlin der 20er

Hemmungslose Parties, Kokain und offen gelebte Homosexualität. «Wow, spielt das wirklich vor fast 100 Jahren?!» Das denke ich immer wieder beim Schauen. Die deutsche Hauptstadt war in den 1920er Jahren ihrer Zeit weit voraus. Mich erinnert die Stimmung in der Serie häufig an heute. Motto: Feiern bis zum Weltuntergang.

Mani Neubacher

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SRF 3 Serienkenner

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Mani Neubacher berichtet für SRF3 im Radio und Online über Serien, Food und Hintergründe.

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2: Eine Serie wie ein Videoclip

Die besten Szenen sind jene, wo gar nicht viel passiert. Wo man eintaucht in schrille 20er-Jahre Parties. Oder absteigt in den düsteren Berliner Untergrund. Babylon Berlin kommt daher wie ein Videoclip mit schnellen Schnitten und lauter Musik. So zieht mich die Serie rein, wie schon lange keine mehr.

Legende: Video Der tollste Song aus der Serie... abspielen. Laufzeit 05:30 Minuten.
Aus Doku Plus vom 21.09.2018.

3: Lektion in Geschichte

«Babylon Berlin» ist clever in den geschichtlichen Hintergrund eingebettet. Wir sind im Deutschland zwischen den beiden Weltkriegen, es herrscht Klassenkampf zwischen verarmten Bürgern und opulent lebender Oberschicht. Hinter dieser Kulisse rotten sich die Nazis zusammen. Die historischen Themen ploppen für mich aber häufig etwas zu schnell und beiläufig auf. Ich empfehle: Pause drücken und geschichtliche Zusammenhänge auf Wikipedia nachlesen. Dann macht die Handlung plötzlich Sinn.

Teuerste Deutsche Serie

Kulisse bei den Dreharbeiten zu «Babylon Berlin».
Legende:Kulisse bei den Dreharbeiten zu «Babylon Berlin».Sky/ARD

Mit Produktionskosten von 40 Millionen Euro geht «Babylon Berlin» als teuerste nicht-englischsprachige Fernsehproduktion in die Geschichte ein. Ganze Häuserzeilen des weitgehend zerstörten Vorkriegs-Berlin wurden nachgebaut. Mehr als 1'000 Leute arbeiteten am Grossprojekt. Gedreht sind bislang zwei Staffeln. Eine dritte haben die Fernsehsender ARD und Sky in Auftrag gegeben.

4: Verschwörungstheorien

Geheimniskrämerei gibt es zu genüge in «Babylon Berlin». In versteckten Wohnungen werden Pornos gedreht. Splittergruppen russischer Kommunisten schmuggeln tonnenweise Gold ins Land. In abgelegenen Tälern treffen sich Nazis zu Geheimversammlungen. Und irgendwie hängt das alles zusammen. Nur wie? Ich habe manchmal etwas den Überblick über die sehr dichte Handlung verloren. Aber halb so schlimm: «Babylon Berlin» zu schauen, fühlt sich ein bisschen an wie eine rasante Schnellzugfahrt. Da muss man auch nicht jeden Baum am Gleisrand sehen.

5: Heisse, heisse Hauptfiguren

Sexy und immer ein bisschen abgefuckt. Polizeikommissar Gereon Rath (Volker Bruch) und seine Ermittlungspartnerin Charlotte (Liv Lisa Fries).
Legende: Sexy und immer ein bisschen abgefuckt: Polizeikommissar Gereon Rath (Volker Bruch) und seine Ermittlungspartnerin Charlotte (Liv Lisa Fries). Sky/ZDF

Polizeikommissar Gereon und seine Assistentin Charlotte sehen nicht nur gut aus. Sie sind auch äusserst «gmögig», wie man auf Schweizerdeutsch sagen würde. Man könnte ihnen stundenlang zusehen, wie sie durch die Strassen Berlins rennen. Hübsch, aber meist etwas abgekämpft. Wer eine grosse Verschwörung aufdecken will, kommt halt nicht zu viel Schlaf.

SRF zwei zeigt «Babylon Berlin» als Eventserie ab dem 30. September in Blöcken von zwei oder drei Folgen pro Abend. Direkt nach Ausstrahlung stehen die Folgen online bei Play SRF zur Verfügung. Ab dem 9. Oktober kann dann die ganze erste Staffel gebingt werden, ab dem 5. November Staffel 2.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Silvio Silla (Silla)
    Da hat doch jemand ein neueres Wort ins Vokabular aufgenommen. Pingen gut, aber bingen? Auch das Wikipedia gab keinen Aufschluss auf das Wort. Mani Neubacher scheint ein Wortakrobat zu sein. Und trotz alledem bin ich gespannt auf Serie.
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    1. Antwort von Dominique Marcel Iten
      Lieber Silvio. Die Bezeichnung "binge" kommt von "Binge Watching", was unter Serien-Fans als «Marathon-Sehen» verstanden wird, beispielsweise «Eine Staffel durch bingen» bedeutet nichts anderes, als die ganze Staffel am Stück zu sehen. Und hier noch der Wiki-Eintrag dazu ;) Viel Spass mit der Serie! https://de.wikipedia.org/wiki/Binge_Watching
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  • Kommentar von Konrad Pfister (Konrad Pfister)
    Abgekämpft und/oder abgefuckt? Letzteres scheint mir ein wenig geschmacklos, und was soll es genau heißen?
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    1. Antwort von Mani Neubacher
      Lieber Konrad, ich pflege in meinen Artikeln einen umgangssprachlichen Schreibstil, der sich an die Sprache anlehnt, die ich persönlich bei Whatsapp/Facebook/Emails nutze. Da fand ich, fügt sich "abgefuckt" eigentlich ganz gut ein. Für mich fühlt sich das Wort nicht geschmacklos an, weil es ziemlich im Alltäglichen Wortschatz ist. Aber klar, "gepflegte" Sprache ist das nicht.
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