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Sommerferien 2018 5 Roadmovies zum Nachfahren

Du bist eher der spontane Typ und hast noch keine Ferienpläne? Kein Problem. Unser SRF 3-Filmcrack Laszlo Schneider stellt dir fünf Roadmovies vor, deren Protagonisten auf eine spannende Reise gehen. Warum nicht einfach ins Auto steigen und es ihnen gleichtun?

«303»: Ganz langsam der Liebe entgegen

Der deutsche Regisseur Hans Weingartner beschreibt sein neues Werk als «Anti-Tinder»-Film. Das hat was. In «303» geht's nicht um die schnelle Liebe wie das bei der Dating-Plattform durchaus der Fall sein kann. Hier kommen sich zwei Menschen, die sich eher zufällig kennenlernen, ganz langsam näher und tasten sich ans gemeinsame Glück heran.

Das tun sie in einem Setting, das nicht romantischer sein könnte, aber nie kitschig ist. Jule und Jan fahren nämlich in einem alten Camper durch wunderschöne Landschaften von Berlin via Paris und Bilbao nach Portugal dem Meer entgegen.

«Chrieg»: Ausgezeichnet brutale Fahrt

Die Geschichte um ein brutales Jugendcamp für Schwererziehbare in den Schweizer Alpen schlug 2014 hohe Wellen. Von roher, ungefilterter Gewalt war in den Kritiken die Rede. Im Zentrum stehen Matteo und Ali (gespielt von Ella Rumpf), die schliesslich aus dem Camp im Kanton Graubünden ausbrechen, sich in die Stadt (Zürich) aufmachen und dort alles kurz und klein schlagen. Sie rächen sich an der Gesellschaft, die sie nicht versteht.

«Chrieg» ist sicherlich kein Feel-Good-Roadmovie der klassischen Art. Wenn man aber die filmische Gewalt weglässt, könnte man auch auf diesem Schweizer Sommer-Roadtrip von Scuol via Davos und den Walensee bis nach Zürich viel Spass haben.

«Into The Wild»: Dieser Soundtrack!

Auch wenn es Kritiker gibt, welche «Into The Wild», der auf einer wahren Geschichte beruht, als einen der meistüberschätztesten Filme aller Zeiten bezeichnen: Für mich gehört Sean Penns Werk zu den schönsten Roadmovies aller Zeiten. Das liegt einerseits an Emile Hirsch, der den Ausbrecher Christopher McCandles spielt, andererseite an der wunderschönen noradmerikanischen Landschaft, die er bereist. Fast noch wichtiger ist aber der traumhafte Soundtrack von Pearl-Jam-Frontmann Eddie Vedder – den du übrigens auch auf einer Fahrt von St. Gallen nach Bern einschalten könntest.

Solltest du aber spontan Zeit für einige Wochen (oder Monate) auf der anderen Seite des Teichs haben, könntest du die Strecke aus dem Film nachfahren: Die Reise führt von Los Angeles über Las Vegas und den Lake Tahoe hinauf an die kanadische Grenze und endet im Hinterland Alaskas.

«Little Miss Sunshine»: Die Königin der Roadmovies

Die kleine Olive will ja gar nicht mehr, als bei einem Schönheits-Königinnen-Wettbewerb mitzumachen. Also beschliesst ihre (eher spezielle) Familie, den Weg nach Kalifornien, wo der Wettbewerb stattfindet, gemeinsam auf sich zu nehmen. Der knallgelbe VW-Bus wird zum Symbol von Familienliebe, seien ihre Mitglieder auch noch so verschieden. Was als bescheidene Indie-Produktion geplant war (niemand hatte im Vorhinein mit grossem Erfolg gerechnet) entpuppte sich als echte Award-Waffe. Nebst anderen Preisen gab es 2007 zwei Oscars für den Film.

Auch hier müsstest du dir fürs Nachfahren der Strecke etwas mehr Zeit einräumen – was wiederum daran liegt, dass du in die USA fliegen müsstest. Los geht die Fahrt in Albuquerque im Staat New Mexico und führt nach Los Angeles.

«Almanya»: Schön undeutsch

Die Suche nach Identität beschäftigt die Menschen in Deutschland nicht erst seit der Diskussion um Mesut Özil. In «Almanya» machen sich Generationen einer türkisch-deutschen Familie auf die Suche nach ihrer Herkunft in der Türkei. Das birgt Konfliktpotenzial, denn während sich der Grossvater noch als Türke fühlt, sehen sich die Kinder und Enkel schon völlig in das Auswanderungsland integriert.

Es entsteht ein herrlich tragisch-witziges Roadmovie zwischen Berlin und der Ost-Türkei, in der du nicht nur einiges über die Geschichte der türkischen Gastarbeiter erfährst, sondern genauso viel über das Leben in einer Familie – und weshal die Alten eben doch oft Recht haben.

Laszlo Schneider

Laszlo Schneider

SRF3-Redaktor und Filmexperte

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Der Journalist und Kino-Aficionado beäugt die Welt des Films mit kritischem Blick.

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