US-Fernsehserie zeigt gefälschte Schweiz

Die amerikanische Serie «Genius: Einstein» spielt zu weiten Teilen in der Schweiz. Gedreht wurde die US-Grossproduktion allerdings in Tschechien. Die Schweiz hat man nachträglich digital ins Bild montiert.

Mit einer zehnteiligen Einstein-Biographie steigt der amerikanische Dokumentarsender «National Geographic» ins boomende Seriengeschäft ein. «Genius: Einstein» ist aufwändig gemacht und trumpft mit hochdotierten Schauspielern wie Oscargewinner Geoffrey Rush (bekannt aus «Shine») auf. Da Albert Einstein fast 20 Jahre in der Schweiz lebte, spielen viele Szenen hierzulande. Zu sehen sind unter anderem die Aarauer und die Berner Altstadt sowie die ETH Zürich.

Fake-Gebäude

Gedreht hat der US-Sender die Serie aber vollständig in Tschechien. Die tschechische Szenerie wurde nachträglich digital bearbeitet, um Schweizer Schauplätzen ähnlich zu sehen. Dies gelang allerdings nicht besonders originalgetreu. Statt im Mittelland liegt Aarau beispielsweise in der Serie eingebettet in ein kitschiges Alpenpanorama. Und das angebliche Physikgebäude der ETH gleicht einem Schlösschen. Auf Anfrage heisst es bei der ETH, ein solches Gebäude habe es nie gegeben.

Trotzdem sehenswert

Auch wenn die Serie bei Schweizer Zuschauern wegen den gefälschten Schauplätzen für unfreiwillige Lacher sorgt: Sehenswert ist sie trotzdem. Sie zeigt ein überraschend wenig idealisiertes Bild Albert Einsteins: Ein genialer Wissenschaftler, dessen Familienleben aber von Problemen geprägt war.

«Genius: Einstein» läuft auf National Geographic. Der Sender ist in der Schweiz über die Pay-TV Anbieter Swisscom, Sunrise, UPC Cablecom, Teleclub und Swisscable zu empfangen.