Vasco Rossi spielt das «grösste Konzert aller Zeiten»

Der italienische Superstar Vasco Rossi verkaufte für sein Konzert im Modena Park unglaubliche 220‘000 Tickets. Damit ist er weltweit der neue Spitzenreiter bei den verkauften Tickets für ein einziges Konzert. Vom grössten Konzert aller Zeiten zu sprechen ist aber nur teilweise richtig.

In Italien ist er ein Gott: Vasco Rossi. Der 65-Jährige ist einer der erfolgreichsten italienischen Musiker der Gegenwart und ein nationales Heiligtum. Mit Songs wie «Va bene, va bene così», «Vita spericolata» oder «Bollicine» bewegt er Italien wie kaum ein Zweiter.

Nun ist ihm das Kunststück gelungen, 220‘000 Tickets für sein Konzert am 1. Juli in Modena zu verkaufen. Zum Vergleich mit der Schweiz: Das wäre wie mehr als vier Mal das Stadion Letzigrund in Zürich auszuverkaufen. Oder fast zwanzigmal das volle Zürcher Hallenstadion. Oder die ganze Woche des Paléo Festivals in Nyon an einem Abend.
Bereits wird deshalb vom grössten Konzert aller Zeiten gesprochen. Ist es das auch wirklich? Jein.

Die meisten Ticketverkäufe für ein Konzert

Es stimmt, dass Vasco Rossi das grösste Konzert aller Zeiten spielt, wenn es um die Anzahl verkaufter Tickets für ein Einzelkonzert an einem Tag geht. Noch nie hat ein Künstler irgendwo auf der Welt so viele Tickets für ein einziges Konzert unter die Leute gebracht.
Das Konzert mit den meisten Ticketverkäufen spielte bisher Roger Waters 1990 in Berlin mit ungefähr 220'000 Eintrittskarten. Dazu kamen Schätzungen zufolge bis zu 150'000 Personen ohne Tickets. Etwas dahinter folgt in der Rangliste Tina Turner. Sie verkaufte 1988 für ihr Konzert in Rio de Janeiro 188‘000 Eintritte. Dicht gefolgt von Paul McCartney zwei Jahre später auch im Estádio do Maracanã mit 184‘000.

Ein weiteres Mekka für Megakonzerte ist Knebworth in Grossbritannien. Die Britpop-Band Oasis spielte 1996 vor einer Viertelmillion Menschen. Robbie Williams 2003 für rund 375‘000 Fans. Allerdings verteilten sich die Eintritte bei Oasis auf zwei, bei Robbie Williams auf drei Konzerte.

Die grössten Konzerte waren kostenlos

Wenn es um die effektiven Besucherzahlen geht, muss sich Vasco Rossi aber warm anziehen. Genesis beispielsweise schlagen den Italiener auf eigenem Boden. Sie spielten 2007 im Circus Maximus in Rom vor einer halben Million Menschen. Ebenso viele Menschen strömten zum Gratis-Konzert der Rolling Stones im vergangenen Jahr, als sie zum allerersten Mal überhaupt auf Kuba spielten.

Aber die Rolling Stones können noch grösser: An der Copacabana in Rio de Janeiro spielten die Rock-'n'-Roll-Legenden 2006 vor 1,5 Millionen Menschen. Und damit sind wir immer noch weit entfernt von den Konzerten mit den höchsten Besucherzahlen.

Diese Krone tragen gleich zwei Künstler: Der Engländer Rod Stewart spielte 1994 in Rio vor sagenhaften 3,5 Millionen Menschen. Genauso wie der französische Elektropionier Jean-Michel Jarre ein Jahre später zum 850. Geburtstag der Stadt Moskau in Moskau.