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Vor 75 Jahren Wo Hiroshima die Musik beeinflusst

Am 6. August 1945 wurde die erste Atombombe über Hiroshima abgeworfen, drei Tage später die über Nagasaki. Die schrecklichen Ereignisse haben einen immensen Einfluss auf die Weltgeschichte und schlagen sich auch in der Musik nieder. Diese Songs nehmen konkreten Bezug darauf.

Enola Gay von Orchestral Manoeuvres in the Dark

«Enola Gay» hiess auch der Bomber, der die Atombombe über Hiroshima abgeworfen hat. Der Text des Liedes reflektiert die Entscheidung für den Einsatz der Bombe und bittet die Zuhörenden zu überlegen, ob die Bombenanschläge notwendig waren. Der Satz: «Is your Mother proud of Little Boy today?» (Ist deine Mutter heute stolz auf Little Boy?) ist eine Anspielung auf den Spitznamen der Uranbombe («Little Boy») und auf die Tatsache, dass der Pilot Paul Tibbets das Flugzeug nach seiner Mutter benannt hat. Der Satz «It's 8:15, and that's the time that it's always been», bezieht sich auf den Zeitpunkt der Detonation über Hiroshima um 8.15 Uhr. Viele Zeitmesser froren durch die Auswirkungen der Explosion ein und so wird es «die Zeit, die es schon immer war».

Hiroshima von Wishful Thinking

Im 1971 erschien der Song als Single vom gleichnamigem Album. Er handelt explizit vom Atombombenabwurf über Hiroshima. «There's a shadow of a man at Hiroshima. Where he'd pass the noon. In a wonderland at Hiroshima 'neath the August moon.» (Da ist noch der Schatten eines Mannes in Hiroshima. Der dort zur Mittagszeit war. In dem Wunderland in Hiroshima. Unter dem Augustmond.)

In der Schweiz ist der Song in einer anderen Version besser bekannt: Im 1990 coverte ihn die deutsche Sängerin Sandra., Link öffnet in einem neuen Fenster

I Come And Stand At Every Door von Pete Seeger

Der Song ist auch bekannt als «Girl of Hiroshima». Er erzählt aus der Sicht eines toten Mädchens wie sie mit sieben Jahren in Hiroshima starb und nie erwachsen werden durfte. Gesungen wird der Titel von Pete Seeger. Er war in den 60er-Jahren ein bekannter amerikanischer Protestsänger. Der Song wurde oft cecovert, unter anderem von den Byrds.

Es gibt auch Schweizer Songs, die von der Thematik inspiriert waren.

Hemmige von Mani Matter

In einem der bekanntesten Schweizer Songs geht es um die Angst vor der Atombombe. Mani Matter war 1970 sehr subtil, in dem er nur andeutete: «Wämme gseht was hüt de Mänschheit droht...» Er meinte konkret die Atombombendrohungen in den 70er-Jahren.

Etwas expliziter war Polo Hofer in seinem Song Bombeblues. «Lieb Gott, mach das kei Atombombe uf mich gheit und wenn doch eini abechunt, mach, dass sie wiit wiit dernäbe geit.»

Es entstanden aber nicht nur Protestsongs. Sondern auch solche, die lässig die vernichtende Kraft der Atombomben besingen. Aus heutiger Sicht gruselig.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Dorothee Meili  (DoX.98)
    Mitten in der wunderbaren Sendung heute vormittag (Sendung voller "Wunder", d.h.bei mir richtig life/live: Leben an Musik, Moderation, Wortmeldungen, dies und das... ) wurde ich auf dieses Thema aufmerksam. Das ist ein sehr sehr guter Beitrag, danke!
  • Kommentar von Niklaus Vogler  (Niklaus Vogler)
    Was die Japaner den anderen östlichen Länder angetan haben bleibt unter den Tisch gewischt. Wenn es Japan tatsächlich ernst gewesen wäre, hätte es nach der ersten Bombe gleich kapituliert. Das Gleiche betrifft Deutschland. Als die Soldaten an die Front geschickt wurden, waren die Chance halb / halb heil Heim oder zu Tode zu kommen. Bei solchen Aussichten kann ich gleich einen Aufstand anzetteln.
    1. Antwort von Dorothee Meili  (DoX.98)
      Ev. verstehe ich Niklaus Vogler nicht richtig? bin auch schon etwas "risiko"-alt: hoffe einfach, dass einiges von dem, was wir heute leben, entscheiden, singen auch später noch "verhebet". ich "erlebe" einiges an WK2 bei einer WG-Partnerin "mit": geb 1939; Vater bewusst nicht Nazi; zwangsversetzt mit Familie nach Polen; 1944/45 Flucht über Norden, Osten, Dresden, Westen; Vater bis 1951! in russischer Gefangenschaft.. bin ich einfach dankbar im Hier und Jetzt. SRF3 hilft! Merci
  • Kommentar von Toni Stark  (Toni Stark)
    Es ist im Nachhinein immer einfacher etwas zu besingen und zu kritisieren. Die Situation in der damaligen Lage betrachtet ist anders. Das können wir nicht und werden wir nie beurteilen können. Wir können lediglich alles daran setzen, dass die Welt nie wieder so eine Entscheidung treffen muss. Leider scheint es aber in eine andere Richtung zu gehen.