Basic – Programmieren leicht gemacht

Games waren das eine, Basic das andere: Mit dem C64 liess sich nicht nur hervorragend spielen, viele lernten dank dem «Brotkasten» auch programmieren. Wir zeigen wie.

Der Blau in Hellblau gehaltene Startbildschirm des Commodore 64 Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Startbildschirm Beim Einschalten des C64 wird automatisch ein Interpreter für die Programmiersprache BASIC gestartet. SRF

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Dossier: 30 Jahre C=64

Der C=64 war der wohl wichtigste Computer der PC-Revolution und für viele der erste Computer überhaupt.

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«Aber weisst du, lieber Vater, damit lassen sich total gut Hausaufgaben erledigen!» – kaum ein Argument schien besser, die Eltern von der Anschaffung eines C64 zu überzeugen. Natürlich würde niemals auch nur eine Schulaufgabe auf dem C64 erledigt. Lieber vergass man die Schule bei lustigen Games mit Freunden.

Trotzdem trug der C64 vielerorts zur Bildung bei: Denn wer etwas auf sich hielt, brauchte den Rechner bald nicht mehr nur zum Spielen, sondern lernte zu programmieren. Dank der Programmiersprache Basic, die in einer Commodore-Version bereits in das Gerät eingebaut war und also nicht mehr extra auf den Rechner geladen werden musste.

Basic – Programmieren für Anfänger

Das «B» in Basic steht für «Beginner» – entsprechend einfach ist die Sprache zu lernen. Kleine Programme liessen sich dank C64-Benutzerhandbuch schon nach wenigen Minuten schreiben. Ein Programm, das den Benutzer begrüsst, nach seinem Namen fragt und anschliessend namentlich anspricht, sieht etwa so aus:

10 PRINT "HALLO, ICH BIN EIN COMMODORE 64!"
20 INPUT "UND WER BIST DU"; A$
30 PRINT "GUTEN TAG " A$
40 END

Das lässt sich heute auch ohne eigenen C=64 ausprobieren. Im Internet gibt es Online-Emulatoren, die das Verhalten eines C=64 simulieren. Wer etwas mehr Komfort und Features will, kann sich so einen Emulator auch als Freeware herunterladen.

Einfach, aber kompliziert

Viele kamen dank Basic zum ersten Mal in Kontakt mit einer Programmiersprache und begannen sich für Informatik zu interessieren. Manchmal entstand das Interesse auch aus purer Not: Weil eine bestimmte Software nicht verfügbar war oder gar nicht  existierte, wurde sie gleich selbst geschrieben. Oder – die weniger kreative Variante – Zeile für Zeile aus einer Computerzeitschrift abgetippt.

So einfach Basic zu lernen ist, so kompliziert wird es, damit Grafik- oder Soundbefehle zu steuern. Und weil ein Programm linear aufgebaut ist, entlang fester Zeilennummern, und keine Subroutinen zulässt, werden längere Programme rasch unübersichtlich.

Darum machte Basic – in den 1970er und 1980er Jahren die wohl populärste Programmiersprache – Sprachen wie C++ Platz, mit der sich komplexe Aufgaben einfacher programmieren lassen. Das heute von Microsoft verwendete Visual Basic hat kaum mehr etwas mit dem klassischen Basic gemein.