Datenspuren überall: 5 Tipps für mehr Kontrolle

Die Welt, in der wir keine Spuren hinterlassen, ist eine unerreichbare Utopie. Der Zug in Richtung absoluter Privatsphäre ist abgefahren. Dennoch fünf Tipps, um die Kontrolle Ihrer Daten zu verbessern.

Anonymus. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Völlige Anonymität im Netz ist Illusion. Dennoch lohnt es sich, mit persönlichen Daten vorsichtig umzugehen. Reuters

Um gar keine Spuren zu hinterlassen, müssten wir auf vieles verzichten:

  • Keine Kreditkarten benutzen.
  • Bei keinem Bonusprogramm mitmachen.
  • Im Internet weder suchen, noch Werbung betrachten, noch einkaufen.
  • Keine sozialen Netzwerke benutzen.

Nur die wenigsten wären bereit, auf sämtliche dieser Dienstleistungen zu verzichten. Es kann also lediglich darum gehen, gezielt und bewusst Spuren zu hinterlassen, die eigenen Daten so gut wie möglich zu kontrollieren.

1. Mehr Kontrolle durch mehr Wissen

Überlegen Sie sich:

  • Welche Dienste benutzen Sie?
  • Welche Daten sammeln die Anbieter (lesen Sie deren Datenschutz-Richtlinien)?
  • Was tun sie mit diesen Daten?
  • Nutzen Sie alle Möglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen (Daten anzeigen, z.B. ein Aktivitätsprotokoll; Daten löschen; präzise kontrollieren, wer welche Daten wie benutzen kann)?

2. Lassen Sie sich nicht über den Tisch ziehen

Ihre Daten haben einen Wert. Sie sollten sie nur hergeben, wenn Sie dafür etwas erhalten, das Sie wirklich wollen. Brauchen Sie diesen Gratis-Dienst wirklich? Wollen Sie Ihre E-Mail-Adresse hergeben für die Chance, einen Wettbewerb zu gewinnen?

3. Pflegen Sie Ihre digitale Identität

Wann immer Sie aktiv Daten preisgeben (Fotos veröffentlichen, Meinungen äussern, «Gefällt mir» klicken): Überlegen Sie sich, welches Publikum diese Daten sehen kann und wie sich dadurch das Bild von Ihnen verändert.

Hier wählen verschiedene Personen ganz individuelle Strategien:

  • Möglichst wenig von sich preisgeben.
  • Oder sich selber aktiv möglichst gut darstellen.
  • Oder eine Unmenge Daten hergeben, richtige und falsche, um diffus zu bleiben und den Datensammlern das Leben schwer zu machen.

4. Sie geben nicht nur Ihre eigenen Daten weiter

Gehen Sie besonders sorgfältig mit den Daten Dritter um:

  • Sind die Personen auf dem Foto mit einer Veröffentlichung einverstanden?
  • Sind die Kontakte in Ihrem Adressbuch damit einverstanden, dass Sie ihre Nummern weitergeben?

5. Schützen Sie sich gegen Missbrauch

Ihre digitale Identität kann gestohlen werden. Um z.B. von Ihrer E-Mail-Adresse aus um Geld zu betteln; oder an Ihr Konto zu gelangen; oder Sie zu erpressen. Deshalb:

  • Verwenden Sie starke Passwörter.
  • Verwenden Sie nicht für jeden Dienst das gleiche Passwort.
  • Koppeln Sie nicht jeden Dienst an die gleiche E-Mail-Adresse.
  • Weil Ihre Haupt-E-Mail-Adresse ein Klumpen-Risiko darstellt: Gehen Sie damit besonders sorgfältig um.
  • Halten Sie Ihr Betriebssystem immer auf dem aktuellsten Stand, insbesondere Ihren Internet-Browser.

Detailliertere Tipps zu sicheren Passwörtern:
«Trag Sorge zu deinem E-Mail Passwort»

Wer ist in die Datenschutz-Diskussion involviert und wer hat welche Pflichten:
«Das Datenschutz-Pflichtenheft»

Mehr zur Strategie, nicht wenig, sondern viel Daten preiszugeben:
«Privatsphäre: Die Flucht nach vorn»

Was wir durch die Aufgabe der Anonymität gewinnen und was wir verlieren:
«Das Ende der Anonymität»

Ein Kommentar zu übertriebener Rhetorik in der Datenschutz-Diskussion:
«Der EDÖB und die Internet-Hypochonder»